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Werkstoffe mit Zukunft – Zukunft mit Werkstoffen

Eine Initiative aus Leverkusen für das Rheinland
Veröffentlicht: 27.10.2010 // Quelle: Stadtverwaltung

Innovative Werkstoffe sind schon heute ein Kompetenzschwerpunkt im Rheinland, getragen gleichermaßen von Wissenschaft und Wirtschaft. Eine enge, Verständnis- und vertrauensvolle Zusammenarbeit ermöglicht es, gemeinsam rascher und effizienter erfolgreich zu sein.
Erste Ergebnisse eines dieser Kooperationsprojekte sind auf der Internationalen Messe Kunststoff und Kautschuk (K 2010) in Düsseldorf zu sehen.

"Werkstoffinnovationen werden wesentlichen Einfluss darauf nehmen, wie sich unser Lebensraum und unser Alltag in den nächsten Jahren entwickeln. Das ist eine Herausforderung, vor allem aber eine große Chance gerade für Leverkusen", erläutert Dr. Frank Obermaier, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Leverkusen GmbH, am Rande der K 2010.
Die Hochschulstandorte, Forschungsinstitute, zahlreiche international tätige Konzerne wie auch viele mittelständische Unternehmen machen das Rheinland zu einem Brennpunkt der Werkstoffinnovation. Dazu tragen vor allem auch die im CHEMPARK mit seinen Standorten in Leverkusen, Dormagen und Krefeld ansässigen Unternehmen bei. "Diese Kompetenz für Werkstoffe weiter auszubauen, Synergien zu erschließen und die Attraktivtät des Rheinlands als Industrie- und Forschungsstandort weiter zu steigern, wird unsere Region nachhaltig stärken", zeigt sich Wolfgang Paczenski überzeugt. Er ist Sprecher des im Sommer 2010 gegründeten Netzwerks Innovative Werkstoffe (IW) mit Sitz in Leverkusen.
Während der K 2010 wirbt Paczenski auf dem Gemeinschaftsstand der Cologne Bonn Business Standortmarketing GmbH (Halle 7A, Stand 35D) dafür, durch Vernetzung und Kooperation innovativen Ideen zum Durchbruch zu verhelfen und sie rasch und effizient zu marktfähigen Produkten zu entwickeln. "Wir wollen unseren Netzwerkpartnern ein Forum für Dialog und Kooperation bieten, das den Forschern und Entwicklern, Dienstleistern und Produzenten von Rohstoffen, Halbzeugen und Endprodukten gleichermaßen zum wirtschaftlichen Erfolg verhilft", erklärt Paczenski. Dabei sei es besonders wichtig, Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Wert einer frühzeitigen und intensiven Zusammenarbeit zu überzeugen, so Paczenski weiter.
Das Netzwerk Innovative Werkstoffe, das auf maßgebliche Initiative der Wirtschaftsförderung Leverkusen und des CHEMPARK entstand, kann sich schon heute auf namhafte institutionelle Partner stützen, um seine Ziele zu realisieren.
Dazu gehören nicht nur die IHK-Initiative Rheinland und der Landescluster NanoMikro+Werkstoffe, sondern auch viele regionale Wirtschaftsförderungen, Verbände und Vereine.
Dass das Konzept des Netzwerks tragfähig und seine Ziele realistisch sind, kann Paczenski durch Beispiele belegen, an denen er im Rahmen einer Startup-Initiative mitgewirkt hat, die gewissermaßen eine Vorstufe des heutigen Netzwerks darstellte. Im Kreise dieser "Ideenwerkstadt W15" im CHEMPARK Leverkusen trafen sich im letzten Jahr zum Beispiel Vertreter der Polymaterials AG und der neugegründeten Firma Rough Coating Design (RCD) aus Düsseldorf. Dabei ging es um die Produktion neuartiger Vernetzer, die unter anderem in umweltfreundlichen Pulverlacken eingesetzt werden, um die Härtungstemperatur herabzusetzen (Niedertemperaturpulverlacke) bzw. um in UV-basierten Pulverlacken einen "Matteffekt" zu erzeugen.
Daraus entstand ein Projekt, um in Leverkusen aus dem Laborprozess ein Verfahren für die industrielle Produktion zu entwickeln. RCD will diese innovativen Lacksysteme schon bald in technischem Maßstab produzieren.
Ein weiteres Projekt hat das Ziel, die Kompetenz zur Rezepturentwicklung für neue Materialien mit der eines Maschinenentwicklers, hier der ENTEX Rust & Mitschke GmbH, zu kombinieren. "Diese Bündelung von chemischem und verfahrenstechnischem Know-how erschließt neue Wege, um Kundenanforderungen schnell und optimal zu realisieren. So kann die Zeit bis zur Markteinführung verkürzt werden", sagt Dr. Jürgen Stebani, CEO der Polymaterials AG. "Solche Kooperationen belegt eindrucksvoll, was ein Netzwerk leisten kann. Gerade Unternehmen mit sehr unterschiedlichen Arbeitsgebieten können sich wirkungsvoll ergänzen, sodass selbst revolutionäre Ideen Wirklichkeit werden", ergänzt er. Auch Harald Rust, Geschäftsführer von ENTEX, ist von dem Konzept überzeugt: "Unser Planetwalzenextruder wird oft mit einer Doppelschnecke verglichen, aber er kann wesentlich mehr. Mit der Polymaterials AG haben wir einen Partner gefunden, der die chemische Expertise beisteuert, um solche Extruder als ‚chemischen Reaktor' einzusetzen."
Erste Versuche sind sehr viel versprechend verlaufen.
Davon können sich die Messebesucher auf der K 2010 am Stand von ENTEX (Halle 16, Stand A42) selbst überzeugen. Schon für das nächste Jahr planen die Unternehmen, in Leverkusen eine entsprechende Produktionsstätte zu errichten. Damit wird auch für die Polymaterials AG, einen Leverkusener CHEMPARKPartner, eine neue Ära anbrechen. Neue, zukunftsträchtige Arbeitsplätze werden entstehen, neue Betriebe und Produkte werden dazu beitragen, Kompetenz und Attraktivität der Region auf dem wichtigen Gebiet innovativer Werkstoffe sichtbar zu steigern. "Ich bin überzeugt, dass in den nächsten Jahren viele weitere Beispiele folgen werden, die der Werkstoffregion Rheinland Auftrieb geben werden. Dazu wird unser neues Netzwerk beitragen", sagt Wolfgang Paczenski.


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