Stadtplan Leverkusen
18.07.2010 (Quelle: TSV Bayer 04)
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DM: Für Markus Esser gibt es in Braunschweig den schwarzen Stein


Mit seinem zweitbesten Wurf in dieser Saison hat sich der Leverkusener Hammerwerfer Markus Esser bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig sein viertes DM-Gold seit 2006 geholt. Das Bayer-Medaillentrippel perfekt machten Vereinskollegen Benjamin Boruschewski und Sven Möhsner. Gold und Bronze gab es für die Speerwerferinnen Katharina Molitor und Linda Stahl, womit beide ebenso wie Esser für die Europameisterschaften in Barcelona (27.6.-1.8.) gesetzt sind. Das EM-Ticket sicher machte auch Silke Spiegelburg durch ihren Triumph im Stabhochsprung. Die vierte Bayer-Goldmedaille der 4x400-Meter-Staffel der Frauen rundete das gute Gesamtergebnis ab.

Braunschweig ist ein gutes Pflaster für Markus Esser. Bereits zweimal warf er in den vergangenen Jahren hier Olympianorm, diesmal war es der erfüllte Richtwert für die EM. Wobei der WM-Sechste bereits im Vorfeld mit 78,87 Metern die Norm abgehakt hatte. „Ich bin gut in den Wettkampf reingekommen“, sagte Esser, der direkt im ersten Versuch mit 76,81 Metern die Führung übernahm. Im fünften Durchgang folgte dann die Steigerung auf 78,46 Meter. Ein Wermutstropfen blieb für ihn aber, denn sein Dauerrivale Sergej Litvinov (Frankfurt) stand nicht mit im Wurfring. „Ich wollte ihn schlagen und mir so den Deutschen Meistertitel holen.“

Neben der Goldmedaille nahm Esser noch eine zweite Trophäe mit nach Hause. Von einem Fan bekam er einen selbstgebauten Wurfhammer, einen schwarzen Stein an einer Kette mit der Aufschrift „Deutscher Meister 2010“, überreicht und verkündete gleich: „Das Teil bekommt einen Ehrenplatz neben meiner Holzmedaille.“ Denn bereits 2006 nach dem vierten Platz bei der EM in Göteborg hatte Esser als besondere Erinnerung eine aus Holz geschnitzte Medaille geschenkt bekommen.

Auf den Plätzen dahinter zeichnete sich ein spannendes Duell ab: Lange lag Benjamin Boruschewski auf dem Silberrang, ehe ihn Sven Möhsner im fünften Versuch mit 73,45 Metern um einen Rang verdrängen konnte. Doch Boruschewski konterte im gleichen Durchgang und holte sich Platz zwei mit 74,94 Metern zurück.

Wie Esser machte auch Silke Spiegelburg ihren fünften Deutschen Meistertitel und das EM-Ticket perfekt. Mit 4,65 Metern kam sie in einem spannenden Wettkampf am Besten mit den Windverhältnissen zurecht. „Ich war schon etwas aufgeregt. Aber ich poker manchmal auch sehr gerne“, sagte Spiegelburg. So entschied sie sich, den letzten Versuch über 4,75 Meter nicht für die 4,80 Meter aufzusparen. An dieser Höhe versuchte sich die Bronzemedaillengewinnerin Carolin Hingst (Mainz) vergeblich und machte damit den Weg zum Sieg für Spiegelburg frei.

„Damit hätte ich nicht gerechnet“, sagte Katharina Molitor nach ihrem ersten nationalen Erfolg. „61 Meter hatte ich mir vorgenommen, um die Norm noch einmal zu erfüllen. Dass es dann 64 Meter geworden sind, ist unglaublich.“ Mit 64,27 Metern zeigte Molitor den zweitbesten Wettkampf ihrer Karriere. Nur in Leverkusen hatte sie drei Wochen zuvor mit 64,53 Metern etwas weiter geworfen. Eine besondere Ehre war es für sie zudem, die Goldmedaille und den Blumenstrauß durch ihre ehemalige Trainingspartnerin und Weltmeisterin Steffi Nerius überreicht zu bekommen.

Bis zum letzten Durchgang sah es im Speerwurf sogar nach einem Double aus, aber dann schob sich Christina Obergföll (Offenburg) mit 63,13 Metern zwischen die beiden Leverkusenerinnen. „Natürlich ärgert mich das schon, aber ich stand mir bei den ersten drei Würfen heute selber ein wenig im Weg und bin über meine eigenen Füße gestolpert.“ Im fünften Durchgang war dann der Knoten geplatz und Stahl konnte mit 61,83 Metern noch einmal die EM-Norm (61,00 m) untermauern.

Für Robin Schembera ist es auf der doppleten Stadionrunde kein Titel-Tripple geworden. Der Sieger der Jahre 2008 und 2009 unterlag im Endspurt knapp Sören Ludolph (Braunschweig) um zwei Hundertstelsekunden. „Das war heute richtig schlecht“, sagte Schembera, der in 1:50,56 Minute gestoppt wurde, sehr direkt. Als Grund sieht der Kommissaranwärter vor allem die hohe Belastung durch seine Polizeiausbildung.

Ebenfalls Silber, aber unter anderen Vorzeichen, hieß es für Annett Horna. Denn anders als Schembera sah sie sich nicht in der Favoritenrolle.„Das war heute ein richtig guter Lauf. Es ist keine Schande, gegen Jana Hartmann zu verlieren“, resümierte die Vorjahreszweite. In 2:07,72 Minuten lag sie nur knapp hinter der Dortmunderin (2:07,41 min).

Nach Bronze unterm Hallendach hat sich Mareike Peters über 200 Meter nun Silber bei den Freiluftmeisterschaften gesichert. Als fünftschnellste Sprinterin zog sie ins Finale ein und rannte dort überraschend in 23,81 Sekunden zum Vizetitel. „Ich wollte einfach locker laufen und habe es durchgezogen.“, sagte Peters und freute sich über den unerwarteten Erfolg. Gold ging an die Wattenscheiderin Esther Cremer in 23,47 Sekunden.

Das vierte Leverkusener Gold steuerte die 4x400-Meter-Staffel der Frauen bei. In 3:38.84 Minuten verteidigten Laura Hansen, Annett Horna, Caroline Dieckhöner und Julia Förster. Auch die zweite Staffel schaffte in 3:42.18 Minuten den Sprung auf den Bronzerang. Ebenfalls auf den dritten Platz sprintete das 4x100-Meter-Quartett. Cathleen Tschirch, Mareike Peters, Anne-Kathrin Elbe und Julia Förster wurden nach 44,86 Sekunden gestoppt, siegreich war die Staffel aus Wattenscheid in 44,08 Sekunden.

Im Siebenkampf ist Vizeweltmeisterin Jennifer Oeser bereits fest für die EM gesetzt. Auch einzeln machte die Leverkusenerin über die Hürden eine sehr gute Figur und belegte knapp hinter Elbe Platz sechs. Zunächst wollte sie sogar über eine persönliche Bestleistung jubeln, als 13,35 Sekunden auf der Anzeigetafel erschienen, kurz später wurde die Zeit aber auf 13,43 Sekunden korrigiert. Damit stellte die Ratingen-Siegerin ihre bisherige Marke genau ein. „Dann muss ich eben in Barcelona die Bestzeit laufen“, bemerkte Oeser lachend. Dort muss es dann auch im Weitsprung besser laufen, denn in Braunschweig leistete sie die EM-Vierte drei ungültige Versuche und beendete den Wettkampf damit ohne Weite.


Die Leverkusener Top-Acht-Platzierungen der Deutschen Meisterschaften:

Männer: 800 Meter: 2. Robin Schembera , 1:50,54 min; Weitsprung: 5. Alyn Camara 7,63 m; Hochsprung: 8. Sebastian Kneifel 2,15 m; Stabhochsprung: 4. Richard Spiegelburg 5,50 m, 6. Michel Frauen 5,40 m; Hammerwurf: 1. Markus Esser, 78,46 m; 2. Benjamin Boruschewski 74,94 m, 3. Sven Möhsner 73,45 m, 8. Benjamin Hedermann 67,58 m.

Frauen: 100 Meter: 7. Mareike Peters 11,81 sec (VL: 11,75 sec); 200Meter: 2. Mareike Peters 23,81 sec; 800 Meter: 2. Annett Horna 2:07,72 min, 7. Sabrina Buchrucker, 2:08,55 min; 1500 Meter: 5. Saskia Janssen, 4:21,43 min; 5000 Meter: Christina Kröckert 16:41,57 min; 100 Meter Hürden: 4. Anne-Kathrin Elbe 13,35 sec, 6. Jennifer Oeser 13,43 sec; 400 Meter Hürden: 4. Laura Hansen 57,19 sec, 8. Maren Schott 59,08 sec.;; Hochsprung: Julia Hartmann 1,84 m; Stabhochsprung: 1. Silke Spiegelburg 4,65 m; Hammerwurf: 7. Daniela Manz 60,13 m; Speerwurf: 1.Katharina Molitor 64,27 m, 3. Linda Stahl 61,83 m, 8. Sarah Nöh 50,88 m; 4x100 Meter: 3. TSV Bayer 04 (Elbe, Peters, Tschirch, Förster) 44,86 sec.; 4x400 Meter: 1. TSV Bayer 04 (Förster, Horna, Dieckhöner, Hansen) 3:38,84 min, 3. (Mehring, Schott, Buchrucker, Wilden) 3:42,18 min.

Die kompletten Ergebnislisten gibt es unter www.leichtathletik.de.


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Letzte Änderung am 27.12.2015 11:43 von leverkusen.
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