AGO sieht Bedarf für Klarstellung zu Dopplungen an verkaufsoffenen Sonntagen

Nachwirkungen des doppelt verkaufsoffenen Sonntags am 2. Mai
Lösungsvorschläge lagen und liegen vor, wurden jedoch nicht aufgegriffen.

Archivmeldung aus dem Jahr 2010
Veröffentlicht: 08.05.2010 // Quelle: AGO

Die AktionsGemeinschaft Opladen (AGO) sieht sich nach den zweifelhaften Äußerungen von städtischer Seite betreffend die Dopplung des verkaufsoffenen Sonntags in Wiesdorf und Opladen jetzt doch gezwungen, dazu einiges deutlich klarzustellen.
"Es ist Opladen zwar abseits des Wetters am 1. Maiwochenende gelungen, das Beste daraus zu machen und massive Besucher- und damit Umsatzverluste noch einmal abzuwenden. Dennoch bleibt die gesamte Genese dieser eigentlich unmöglichen Entwicklung mehr als ärgerlich. Die Äußerungen seitens der Stadt dazu erscheinen daher schlichtweg als Hohn; auch, weil Lösungsvorschläge vorlagen, die einfach ignoriert wurden.

Doch zuvor noch einmal zu eben dieser Genese:
Die AGO hatte wie üblich und notwendig Ende letzten Jahres ihre Terminwünsche für die verkaufsoffenen Sonntage in 2010 offiziell bei der Stadtverwaltung eingereicht. Diese Termine fallen im Prinzip jedes Jahr zur gleichen Zeit, nämlich gebunden an die Veranstaltungen Opladener Frühling (ehedem Blumen- und Pflanzenmarkt), Kram- und Trödelkirmes (jetzt Opladener Stadtfest), Opladener Herbstfest und Opladener Weihnachtsmarkt. Auf Daten bezogen heißt dies am ersten Maiwochenende, am letzten Juliwochenende, Anfang September und zum Weihnachtsmarkt am ersten, alternativ am zweiten Advent im Wechsel mit Wiesdorf. Für 2010 waren also der 2. Mai, der 1. August, der 5. September und der 5. Dezember angemeldet worden. Dies ist und war allgemein bekannt unter den drei großen Werbegemeinschaften.

Etwa Anfang Dezember erreichte uns dann die Entscheidung – übrigens nicht von der City-Werbegemeinschaft selbst -, dass Wiesdorf auch am 2. Mai einen verkaufsoffenen Sonntag veranstalten wolle. Der war in den Jahren zuvor stets in den April gefallen, gebunden an deren „Blumenmarkt“. Im Zuge der Eröffnung der Rathaus-Galerie im März war ein weiterer offener Sonntag in Wiesdorf anberaumt worden, weshalb der Stammtermin im April den Wiesdorfer Verantwortlichen wohl zu nahe erschien in Relation zum März.

Trotz des für unsere Planung viel zu späten Termins, an dem wir davon zum ersten Mal erfuhren, haben wir trotzdem überlegt, auf welche Alternativen wir ausweichen könnten. Ergebnis war: Es gibt sie nicht. Vorrücken in den April hätte einen Konflikt mit Schlebusch bedeutet, weiter in den Mai hinein mit anderen Veranstaltungen, auch in Opladen selbst. Ganz abgesehen davon, dass es knapp fünf Monate vor einer Veranstaltung unmöglich ist, alles umzuorganisieren. Wir waren also in die sprichwörtliche „Zange“ genommen, aus der wir trotz aller Bemühungen nicht rauskamen.

Wir hatten aber von Anfang an signalisiert, dass wir bereit sind, dies für 2011 zu diskutieren und abzusprechen, auch offen sind für etwa regelmäßige Wechsel oder sonst wie mögliche Lösungen. Leider ohne Reaktion dazu.

Wir sind stets bereit gewesen, solche Problemlagen zu lösen. Doch muss dies eigentlich schon zwei Kalenderjahre zuvor geschehen. Was bis dato auch fast immer klappte, da abgesprochen war, rechtzeitig derartige Probleme unter den drei Gemeinschaften in Opladen, Schlebusch und Wiesdorf anzusprechen und dafür nötige Absprachen zu treffen.

So war nichtsdestotrotz bereits im Jahre 2008 bezogen auf den verkaufsoffenen Sonntag im Advent – und das trotz auch damals schwieriger, weil kurzfristiger Ausgangslage – gelungen, zwischen Opladen und Wiesdorf zu vereinbaren, den ersten und zweiten Advent im Wechsel als verkaufsoffen anzumelden.

Zuvor war eigentlich vereinbart, dass Wiesdorf den ersten, Opladen den zweiten, Schlebusch den dritten Advent traditionalisiert. „Unverhoffterweise“ kamen dann die Jahre, an denen der erste Advent auf Ende November fällt. Und daher meldete Wiesdorf plötzlich Ansprüche auf den zweiten Advent an.

In der Einigung kam man zu dem eben genannten Kompromiss des jährlichen Wechsels. Schlebusch wollte weiterhin den dritten Adventssonntag aus Gründen einer Traditionsveranstaltung beibehalten, wollte also nicht mit rotieren.

Wir haben auch das Problem der Doppelung am 2. Mai unter den drei Werbegemeinschaften sofort thematisiert und unsere Bereitschaft zur grundsätzlichen Einigung signalisiert. Für den 2. Mai 2010 bestand jedoch für uns aus oben genannten Gründen gar keine Möglichkeit auszuweichen. Darüber gibt es Schriftverkehr, der auch auf städtischer Seite vorgelegt wurde. Auch in der AGO-Mitgliederversammlung im Dezember 2009 wurde dies sofort thematisiert.

Da Wiesdorf trotz allem auf dem Termin beharrte und nicht mal bereit war zu reagieren bzw. zu antworten, haben wir sowohl bei Stadtverwaltung als auch in der Politik um Klärung gebeten. Auch dies ist protokolliert.

Mehr als Kompromissbereitschaft zu signalisieren und sogar einseitig auf Kompromisse einzugehen - also eigentlich auch die symbolische „andere Wange“ hinzuhalten - können wir dann aber auch nicht tun. Doch leider ohne Erfolg.

Was blieb war eine Einladung aller drei Werbegemeinschaftsvorsitzenden in die WFL. Zu dieser Initiative – so Zitat des abberufenen WFL-Chefs – sei die WFL seitens der Politik genötigt worden. Beim Termin selbst erörterte man uns dann, dass man zwar eingeladen habe aus vorweg genanntem Grund, die Lösung wir aber selbst herbeiführen sollten, an deren Ergebnis man aber sowieso nicht interessiert sei. Erstens, weil es nicht Aufgabe der Stadt sei, hier zu vermitteln; zweitens, weil man aus persönlichen Gründen ja nicht mehr verantwortlich zeichnen werde.

Tenor der Lösung unter Einbeziehung des Einzelhandelsverbandes ist, dass nun die Anträge für die verkaufsoffenen Sonntage gemeinschaftlich Ende des Jahres eingereicht werden sollen. Doch auch hierzu bestehen bei der AGO wieder Zweifel, ob dies verhindert, dass Wiesdorf ob seiner schieren „Marktmacht“ tatsächlich grundsätzlich kompromissbereit ist, oder im Zweifel wieder Alleingänge durchführt. Wie zuvor schon benannt hatten wir eine Absprache für 2011 angeregt, jedoch keine Reaktion erhalten. Ganz im Gegenteil weiß Wiesdorf zurzeit nicht, ob 2011 wieder das erste Maiwochenende als verkaufsoffen angedacht sein soll oder doch nicht. Und wieder grüßt also wohl für 2011 das Murmeltier …. Verlieren werden bei dieser Strategie – vielleicht auch mangelnden Planungskompetenz trotz langfristig bekannt anstehender Ereignisse - immer die anderen.

Und genau hier ist aus Sicht der AGO der Aufgabenansatz der Stadt und der entsprechend verantwortlichen Stellen. Das gilt nicht nur für verkaufsoffene Sonntage allein. Schaut man sich etwa an, wie viele Großveranstaltungen und Trödelmärkte – auch ohne Tradition – am ersten Maiwochenende stattfanden, stellt sich schon die Frage, ob hier nicht ein Regulativ gefordert ist, dessen sich die Stadt einfach meint entziehen zu können. Auch in vielfach anderer Hinsicht.

Es wird immer wieder bemerkt, dass verkaufsoffene Sonntage an Traditionsveranstaltungen gebunden sein sollen. Dem folgt die AGO. Jedoch sieht sie dies weitergehend auch daran gebunden, dass diese Veranstaltungen terminlich eindeutig umrissen sein sollten und nicht nach Gutdünken das Datum wechseln dürfen. Nebenbei wäre hier auch rein rechtlich gesehen, der richtige Hebel anzusetzen. Genehmigte man – im Sinne einer vorläufigen Genehmigung des angekündigten Termins - die Veranstaltung nicht, wäre auch der verkaufsoffene Sonntag infolge zumindest faktisch obsolet.

Für die AGO keimt die Hoffnung deshalb auch in einem hoffentlich neuen Verständnis für Wirtschaftsförderung und mehr Handels- und Handlungskompetenz. Andernfalls erscheint z.B. das Geschehen am 2. Mai doch als einseitige Wirtschaftsförderung pro ECE bzw. Wiesdorf. Dass Prioritäten gesetzt werden (müssen), ist klar. Prioritäten haben jedoch die Eigenschaft, dass mehrere Punkte oder Handlungen der Wichtigkeit oder schlichtweg Reihenfolge der Bedürftigen nach alle bearbeitet werden. Es heißt nicht, dass Goliath priorisiert wird und alle anderen unter den Tisch fallen gelassen werden. Dann wäre es einfach eine kardinale Entscheidung. Effektive und effiziente Prioritätenentscheidungen scheinen aber auch auf anderen Handlungsfeldern keine Stärke Leverkusener Wirtschaftsförderung, oder eben doch der dahinter stehenden Politik, zu sein.

Wie jetzt aus Schlebuscher Äußerungen zu entnehmen ist, zeichnen sich dort freitags und samstags anhaltend massive Besucherwanderungen nach Wiesdorf ab.

Wenn dies weiter so – ob direkt oder indirekt – gefördert wird, wie etwa auch aus den Vorgängen zum 2. Mai ablesbar, wird dies sicherlich nicht weniger werden. Doch das ist ja allseits bekannt – und erscheint politisch jetzt mehr denn je so gewollt.

Für die AGO und den Opladener Einzelhandel war der 2. Mai im Großen und Ganzen zwar zufriedenstellend trotz der schwierigen Ausgangslage, nicht zuletzt auch des sehr wechselhaften Wetters wegen. Dafür mussten aber auch etliche Tausende Euro zusätzlich investiert werden. Bei den bekannt niedrigen Handelsmargen tut das sehr, sehr weh. Per se ist davon auszugehen, dass eigentlich nur kostendeckend abgeschlossen werden kann an verkaufsoffenen Sonntagen, an vielen Stellen von einer Imageinvestition – weil mehr Kosten als Umsätze resultieren – gesprochen werden muss.

Umso mehr empfinden wir die Standpunkte, die jetzt seitens uns leider nicht transparenter Stellen der Stadt geäußert wurden, als schlichter Hohn und Verdrehung der Tatsachen.

Lösungsvorschläge lagen und liegen parat, wurden und werden jedoch nicht aufgegriffen. Wir haben alles Mögliche und scheinbar Unmögliche bewegt, was wir bewegen konnten, um das erfolgte Resultat zu vermeiden. Gestoßen sind wir dabei auf Granit.

Daher sehen wir uns auch dringend gezwungen, im Nachgang noch einmal Stellung zu beziehen, um eben dies klarzustellen und appellieren dazu, vorliegende Lösungsvorschläge aufzugreifen, damit eben solche Geschehen wie am 2. Mai verhindert werden können.

Dabei gilt an vorderster Stelle einfach nur die Maxime: Verlässlichkeit von Planung! Und die braucht schlicht und einfach ein Jahr Vorlauf. Daran haben wir uns stets gehalten und etwaige Änderungen dem entsprechend angekündigt; andere leider nicht.

Die Lösung ist also ganz simpel und für gute, ehrbare Kaufleute quasi mit der Muttermilch aufgesogen."


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

Kategorie: Politik
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