Stadtplan Leverkusen
04.07.2009 (Quelle: TSV Bayer 04)
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DM: Tobias Scherbarth gewinnt Silber, 4x100 Meter triumphiert


Eine Gold- und zwei Silbermedaillen waren am ersten Tag der Deutschen Meisterschaften in Ulm die Ausbeute der Leverkusener Athleten. Im Stabhochsprung unterlag Tobias Scherbarth erst im Stechen dem Filstaler Alexander Straub. Der Hallen-Europacup-Dritte meisterte ebenso wie Straub im ersten Versuch 5,70 Meter und erfüllte damit die WM-Norm für Berlin (15.-23.08.) genau. Während die 4x100-Meter-Staffel der Männer mit Saisonbestzeit Gold gewann, holten die Frauen ebenfalls mit Jahresbestzeit den zweiten Platz.

„Ich habe heute eine gute Visitenkarte für Berlin abgegeben“, stellte Tobias Scherbarth nach einer engen Stabhochsprung-Entscheidung fest. „Direkt nach meinem Fehlversuch habe ich mich geärgert, aber nun denke ich, dass ich für Berlin optimistisch sein darf.“ Erst nach drei Höhen im Stechen fiel letztendlich der Sieg Alexander Straub zu.

Für den Zweiten der deutschen Jahresbestenliste, Malte Mohr, hätte der erste Meisterschaftstag auch das Ende seines Wegs nach Berlin sein können. Mit 5,40 Metern kam der sonst selbstbewusste Leverkusener nur auf Rang zehn. „Ich habe heute Pech mit dem Wind gehabt. Mal kam er von hinten und der Stab war zu weich und dann drehte er wieder“, berichtete Mohr enttäuscht. „Ich habe mich super gefühlt und wollte wieder 5,80 Meter springen. Ich habe das Potenzial auch für 5,90 Meter und hoffe, dass ich für die WM nominiert werde.“

Einen souveränen Sieg lief Aleixo-Platini Menga für die 4x100-Staffel heraus. Bereits 20 Meter vor dem Ziel war sich Deutschlands schnellster 200-Meter-Läufer seines Erfolges sicher und riss die Faust in die Luft: „Ich wusste, dass ich das Ding hinten raus gewinnen würde und habe so meine Freude über den Lauf ausgedrückt“, bemerkte Platini. Zusammen mit Daniel Brischke, Stefan Wieser und Florian Sürth lief das Quartett in 39,68 Sekunden zum Titel.

Niedergeschlagen schaute Anne-Kathrin Elbe nach dem 100-Meter-Hürden-Finale drein, als die Vorjahresdritte die Bronzemedaille in 13,36 Sekunden als Vierte nur knapp verpasste: „Der Start war schlecht. Der Lauf selber war dagegen gut und ich konnte noch mal etwas aufholen“, sagte die Leverkusenerin. Im Vorlauf blieb die Deutsche Juniorenmeisterin in 13,31 Sekunden nur vier Hundertstelsekunden über ihrer Bestleistung aus diesem Jahr. Mit gemischten Gefühlen erlebte auch Jennifer Oeser den Endlauf. Nach persönlicher Bestzeit von 13,43 Sekunden im Vorlauf blieb für die Siebenkämpferin, die bereits als WM-Teilnehmerin feststeht, in 13,61 Sekunden der achte Rang.

Zufrieden mit ihrem vierten Platz war hingegen Cathleen Tschirch über 100 Meter (10,42 sec). „Das war dieses Jahr ein sehr starkes Finale, letztes Jahr hatte ich mit der Zeit eine Medaille geholt“, berichtete die Olympia-Fünfte mit der 4x100-Meter-Staffel. Am zweiten Wettkampftag steht für die 200-Meter-Läuferin ihre Spezialdisziplin an.

Ihren zweiten Einsatz versilberte Tschirch am Ende des ersten Tages zusammen mit Anne-Kathrin Elbe, Mareike Peters und Katrin Krause in der 4x100-Meter-Staffel. „Die Wechsel liefen nicht optimal. Wenn das besser geklappt hätte, wäre es noch knapper geworden“, erklärte die Sportsoldatin. In 44,61 Sekunden mussten die Leverkusenerinnen nur der Mannschaft aus Wattenscheid (43,83 sec.) den Platz auf dem obersten Treppchen lassen.

Edelmetall blieb auch Hochspringerin Julia Hartmann verwehrt. Die Deutsche Meisterin von 2006 kam nicht über 1,84 Meter hinaus und belegte in der Endabrechnung Rang fünf. „Das Aufwärmen war gut und ich dachte, heute persönliche Bestleistung springen zu können, aber ich kam nicht zum Abspringen. Es ist deprimierend zu sehen, dass man nicht zeigen kann, was man kann.“

Die Deutsche Jahresschnellste über 400 Meter, Sorina Nwachukwu, setzte im Vorlauf das nächste Ausrufezeichen in Richtung WM. In 51,54 Sekunden verbesserte die Leverkusenerin erneut ihre persönliche Bestleistung [alt:51,99 sec.] und verpasste um nur vier Hundertstelsekunden die Qualifikationszeit: „Die Bedingungen waren optimal, da will ich keine Chance außer Acht lassen, die Norm zu laufen. Momentan bin ich auf jeden Fall erstmal hocherfreut über die Zeit, das ist ein schönes Gefühl. Im Finale werde ich aber noch mal probieren, die 51,50 Sekunden zu laufen, denn ich bin überzeugt, dass ich die Zeit drauf habe.“

Auf der doppelten Distanz qualifizierte sich Titelverteidiger Robin Schembera ohne Probleme für das Finale. Von vorne laufend reichte dem U20-Europameister eine Zeit von 1:48,78 Minute, um in den Endlauf einzuziehen. „Ich habe mich heute nicht so gut gefühlt, ich hatte schon lockere Vorläufe“, erläuterte Schembera, fügte aber hinzu: „Bis morgen habe ich mich wieder erholt und will meinen Titel verteidigen.“ Dass dabei auch die Berlin-Norm fällt, glaubt Trainer Adi Zaar allerdings nicht: „Im Alleingang ist die Zeit nicht möglich. Aber es bleibt abzuwarten, wie schnell die Konkurrenz angeht.“

Während Annett Horna über 800 Meter kampflos ins Finale einzog, musste Kerstin Marxen über 1500 Meter ausscheiden. Die Medaillenkandidatin konnte ihren Konkurrentinnen beim Zielsprint keine Paroli bieten und verpasste in 4:30,22 Minuten den Meisterschaftslauf. Einen besseren Start erwischte Saskia Janssen. Sie qualifizierte sich als Gesamtachte in 4:29,03 Minuten: „Ich habe zum Ende versucht, Druck zu machen und bin froh, dass es geklappt hat. Im Finale will ich unter die ersten Sechs kommen“, gab die Leverkusenerin ihr Ziel aus. Etwas offener schätzte Ricardo Giehl seine Chancen im Männer-Finale über 1500 Meter ein: „Von Platz drei bis zwölf ist alles drin“, gab sich der Deutsche Juniorenmeister von 2007 optimistisch. Im Vorlauf rannte er 3:50,32 Minuten.

Obwohl Laura Hansen über 400 Meter Hürden für die Endrunde qualifiziert wäre, verzichtet sie zu Gunsten der Leverkusener 4x400-Meter-Staffel auf das Rennen. „Der Lauf war zwar von der Zeit nicht schneller als in Göttingen, aber technisch besser“, analysierte Trainer Karl-Heinz Düe. Vor Wochenfrist verpasste die 19 Jahre alte Langsprinterin noch bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften die Qualifikation für einen Einzelstart bei der U20-Europameisterschaft (Serbien; 23.-26.07.), wurde jedoch später für die 4x400-Meter-Staffel des Deutschen Leichtathletik Verbandes nominiert.

Bei den parallel ausgetragenen Deutschen Jugendmeisterschaften der Langstaffeln sind die 4x400 Meter-Quartette des TSV trotz jeweiliger Saisonbestleistungen im Vorlauf ausgeschieden. Während die weiblichen Jugendlichen mit Anne Ladwig, Lena Klaassen, Julia Grüter und Doreen Besting in 3:58,58 Minuten den zwölften Rang belegten, verpassten die Jungen die Runde der letzen Acht als Vorlaufelfte um vier Sekunden. Bobo Camara, Niklas Rothes, Nils Weispfennig und Tobias Steimels liefen die vier Stadtionrunden in 3:22,36 Minuten.

Die Leverkusener Top-Acht-Platzierungen des ersten Wettkampftages:

Männer: Stabhochsprung: 2. Tobias Scherbarth, 6. Hendrik Gruber 5,50 m, 7. Michel Frauen 5,50 m; 4x100 Meter: 1. TSV Bayer 04 (Brischke, Wieser, Sürth, Menga) 39,68 sec.

Frauen: 100 Meter: 4. Cathleen Tschirch 10,42 sec (VL: 10,38 sec); 5000 Meter: 8. Christina Kröckert 16:58,29 min; 100 Meter Hürden: 4. Anne-Kathrin Elbe 13,36 sec (VL: 13,31 sec), 8. Jennifer Oeser 13,61 sec (VL: 13,43 sec); Hochsprung: 5. Julia Hartmann 1,84 m; 4x100 Meter: 2. TSV Bayer 04 (Elbe, Tschirch, Peters, Krause) 44,61 sec.

Die kompletten Ergebnislisten gibt es unter www.leichtathletik.de.
Im Weitsprung siegte Sebastian Bayer mit 8,49m, Zweiter wurde Nils Winter mit 8,04m. Charles Friedek wurde Dritter im Dreisprung mit 16,07m


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