Stadtplan Leverkusen
12.04.2001 (Quelle: Fanprojekt)
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Bayer 04-Fanprojekt fährt nach Auschwitz


Im Rahmen der bundesweiten Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit hat sich das "Fanprojekt Leverkusen e.V." vorgenommen, in den Sommerferien eine Jugendreise gepaart mit einer Gedenkstättenfahrt durchzuführen.

Das Verhältnis zwischen Deutschen und Polen ist auch über fünf Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch ein sehr sensibles. Rechtsorientierte und fremdenfeindliche Parolen sind alles andere als geeignet, daran etwas zu ändern. Rechtzeitig, sozusagen präventiv in den Köpfen mancher junger Leute etwas ändern möchte Stefan Thomé. Der Leiter des "Fanprojekt Leverkusen e.V." wird im Juli mit jungen Fußballfans in Adam Matyseks, Torwart der Bayer 04-Profis, Heimatland reisen: deutsch-polnische Begegnung zum Abbau von Vorurteilen, zur Erfahrung von Geschichte, zum Aufbau sportlicher Freundschaft - mit Stationen in Breslau, in Auschwitz und in Kattowitz.

Das sicherlich beispielhafte Vorhaben der achttägigen Polenreise ragt aus den Aktivitäten des Vereins "Fanprojekt Leverkusen" heraus, die sich im Fanhaus – dem Treffpunkt für alle Fayer 04-Fans in der Lichstraße in Leverkusen-Wiesdorf vollziehen.

Stefan Thomé, der diplomierte Sozialpädagoge, hat zur Finanzierung der Fahrt Mittel aus dem "Förderkonzept für Maßnahmen und Projekte gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit" des Landes NRW beantragt und bekommen. Um die 140 Mark werden die Reisekosten pro Teilnehmer nach bisheriger Kalkulation liegen.

Die Reise nach Polen kommt nicht von ungefähr. "Da die Fan-Szene eines Fußballvereins auch immer ein Spiegelbild der Gesellschaft darstellt, beobachten auch wir in den letzten Jahren im Bereich der 14 bis 27-Jährigen immer wieder Auffälligkeiten mit fremdenfeindlichen Hintergründen. Das sind in der Gruppe der Fußballfans des öfteren rechtsorientierte Parolen, typische Kleidungsstücke und Abzeichen auf Jacken," sagt Stefan Thomé. Aber er fügt auch hinzu: "Es wird jedoch deutlich, dass diese Tendenzen größtenteils noch auf der Oberfläche lagern. Sie haben sich in den Köpfen der Jugendlichen noch nicht festgesetzt. Es handelt sich bei den meisten nur um eine Art Modeerscheinung und Handlungen unter Einfluß von Alkohol oder Gruppenzwang."

Die Busreise nach Polen wird die Diskussionsforen abrunden, die es beim Fanprojekt bereits gegeben hat. Die Fahrt findet von Sonntag, 15. Juli bis Sonntag, 22. Juli statt.

Erste Station wird Breslau sein. Von dort geht es nach Auschwitz mit zwei Übernachtungen in einer Begegnungstätte. Ein Tag ist reserviert für den Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers, dem Symbol schlechthin für den von den Nationalsozialisten mit technischer Perfektion inszenierten Massenmord. In Kattowitz stehen Begegnungen mit polnischen Fußballfans auf dem Programm sowie die Besichtigung des Stadions, das die Bayer-04-Profis ja hinreichend kennen.

Stefan Thomé bereitet die Fahrt gründlich vor. An zwei Abenden im Juli, 10. und 12., werden zwei Referenten Einführungen halten. Beim ersten Treffen geht es um die politische Entwicklung Polens vom Zweiten Weltkrieg bis heute sowie um die Situation von Flüchtlingen und Vertriebenen in Leverkusen. Beim zweiten Treff wird über die Entwicklung der Fußballszene in Leverkusen und über frühe Vorgänger von Adam Matysek im deutschen Fußball referiert.

Das "Fanprojekt Leverkusen e.V." existiert seit Juli 1996 und wird durch den DFB, das Land NRW und die Stadt Leverkusen finanziert. Als Teil des "Nationalen Konzepts für Sport und Sicherheit" wird im Rahmen der Jugendsozialarbeit durch vorbeugende Maßnahmen, Einzelfallhilfe und sozialer Gruppenarbeit zu einer Verringerung der Gewalt im Zusammenhang mit den Fußballspielen von Bayer 04 Leverkusen beigetragen. Das Fanprojekt kooperiert mit allen relevanten Institutionen aus dem Umfeld der Fans. Dazu gehören der Verein Bayer 04 Leverkusen, Jugend-, Sozial-, und Arbeitsamt, die öffentliche Polizeibehörde, Schulen und die Bayer AG.


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Letzte Änderung am 03.10.2015 22:42 von leverkusen.
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