PETA kritisiert Fuchsansitz in Leverkusen-Opladen und fordert Jagdverbot

22.01.2026 // Quelle: PETA Deutschland

Der Hegering II Opladen der Leverkusener Jägerschaft e.V. veranstaltet Ende Januar einen „Fuchsansitz“. Dagegen regt sich scharfer Protest der Tierrechtsorganisation PETA, die die geplante Fuchsjagd als „sinnlose Tötungen“ kritisiert und ein sofortiges Jagdverbot in Nordrhein-Westfalen fordert.

Am 30. und 31. Januar 2026 plant der Hegering II Opladen der Leverkusener Jägerschaft e.V. im Stadtteil Opladen einen sogenannten „Fuchsansitz“. Bei dieser Aktion töten Jägerinnen und Jäger Füchse, was von den Veranstaltern oft mit dem Artenschutz begründet wird.

Die Tierrechtsorganisation PETA übt jedoch scharfe Kritik an der Durchführung des Fuchsansitzes in Leverkusen und appelliert an die Mitglieder des Vereins, die Jagd aus Tierschutzgründen umgehend zu stoppen. Nach Auffassung der Organisation liegt bei der flächendeckenden Jagd auf die Tiere kein „vernünftiger Grund“ vor, wie er im Tierschutzgesetz für das Töten eines Tieres gefordert wird.

Forderung nach Jagdverbot in NRW


PETA sieht in der Jagd auf Füchse lediglich eine „Freizeitbeschäftigung“ für Hobbyjäger und fordert die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen (NRW) auf, das Landesjagdgesetz um ein Jagdverbot für Füchse und andere Beutegreifer zu ergänzen.

„Bundesweit werden jährlich rund 400.000 Füchse durch Hobbyjäger sinnlos getötet. Allein in Nordrhein-Westfalen sind es knapp 50.000. Das Gemetzel muss aufhören“, erklärt Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. Er betont, dass die Tiere wichtig für den Erhalt eines gesunden Ökosystems seien. „Da die Jägerschaft kein Einsehen hat, muss die Landespolitik endlich handeln.“

Ökologische Rolle und entkräftete Vorurteile


Die Tierrechtsorganisation legt dar, dass es weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht einen Grund gebe, Füchse massenhaft zu töten. Die früher geäußerten Vorurteile seien widerlegt:

  • Deutschland ist laut PETA seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut.
  • Die durch den Fuchsbandwurm ausgelöste alveoläre Echinokokkose gilt als eine der seltensten Parasitosen Europas.

    Das von Jägern oft angeführte Argument des Artenschutzes bezeichnen die Tierrechtler als Augenwischerei. Sie führen an, dass sich Füchse größtenteils von Mäusen ernähren. Untersuchungen zufolge vertilgt jeder Fuchs jährlich zwischen 3.000 und 5.000 Mäuse. Populationsrückgänge betroffener Arten, etwa beim Feldhasen, seien vielmehr auf Lebensraumverlust und schwindendes Nahrungsangebot zurückzuführen.

    Selbstregulierung der Populationen


    PETA verweist auf das Beispiel Luxemburg. Dort wurde bereits im April 2015 ein Verbot der Fuchsjagd durchgesetzt. Als vorläufiges Fazit dieser Maßnahme sei die Infektionsrate mit dem Fuchsbandwurm deutlich zurückgegangen, ohne dass negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt festgestellt werden konnten.

    Die Organisation argumentiert, dass Fuchspopulationen sich aufgrund von Sozialgefügen, Nahrungsverfügbarkeit, Witterung und Krankheiten selbst regulieren. Als „Gesundheitspolizei“ sicherten Füchse zudem das Überleben ihrer Beutearten, indem sie kranke und schwache Tiere erbeuten und somit Krankheitsherde eliminieren. Die Leverkusenerinnen und Leverkusener können die Debatte um die Fuchsjagd in Opladen in den kommenden Wochen weiter verfolgen.

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