Anläßlich der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht legte Oberbürgermeister Paul Hebbel am gestrigen Dienstag, 9. November, am Platz der Synagoge einen Kranz nieder. Die Gedenkstunde wurde einer jährlichen Tradition folgend von Schülern der Landrat-Lucas-Schule und der Musikschule gestaltet.
In seiner Rede appellierte der OB, sich auf Toleranz und Menschlichkeit zu besinnen. Denn gerade diese Toleranz und Menschlichkeit war das, die die Mehrheit der Deutschen damals den jüdischen Mitbürgern verweigert hatte. Die Erfahrung im Vergleich zu heutigen Ereignissen zeige, daß Menschlichkeit nur dort gedeihe, wo soziale Ausgewogenheit in einem Staat stimmt. Oberbürgermeister Paul Hebbel rief alle Bürger auf, verantwortlich zu sein, nicht nur für das, was man tut, sondern vor allem für das, was man nicht tut.
Am 9. November 1938 begann das von den Nazis zynisch verharmlosend "Reichskristallnacht" genannte Judenpogrom. Wie in vielen Orten Deutschlands wurde auch die Opladener Synagoge demoliert, geschändet und in Brand gesetzt. Die systematischen Vernichtung von Menschen, der in den folgenden Jahren mehr als sechs Millionen Menschen jüdischer Abstammung zum Opfer fielen, hatte begonnen.
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