LANXESS: Operatives Ergebnis in Q3 über Plan


Archivmeldung aus dem Jahr 2009
Veröffentlicht: 13.11.2009 // Quelle: Lanxess

  • Umsatz bei 1,37 Milliarden Euro, Anstieg um 11 % gegenüber Q2
    • EBITDA vor Sondereinflüssen bei 143 Millionen Euro, Zuwachs gegenüber Vorquartal um 28 %
    • Positives Konzernergebnis von 23 Millionen Euro
    • Chinesische Wirtschaft treibt Erholung
    • „Challenge09-12” generiert Einsparungen früher als geplant
    • Jahresausblick: EBITDA vor Sondereinflüssen bei 400 bis 420 Millionen Euro

      Die LANXESS AG hat im dritten Quartal 2009 dank einer starken Entwicklung ein operatives Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) und Sondereinflüssen von 143 Millionen Euro erzielt. Der Spezialchemie-Konzern hatte für das dritte Quartal 2009 ein operatives Ergebnis auf dem Niveau des zweiten Quartals (112 Millionen Euro) vorausgesagt.

      Im Jahresvergleich ging das EBITDA vor Sondereinflüssen um 26 Prozent zurück. Gegenüber dem Vorquartal ergab sich aber mit einem Plus von 28 Prozent ein signifikanter Anstieg. Begünstigt wurde diese positive Entwicklung durch die einsetzende weltweite und insbesondere von China getriebene Konjunkturerholung sowie durch Einsparungen aus dem globalen Maßnahmenpaket „Challenge09-12”. Eine weitere wesentliche Kennziffer, die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen, verbesserte sich gegenüber dem Vorquartal und erreichte 10,4 Prozent. Damit liegt diese Marge fast auf der Höhe des Vorjahres.

      Der Umsatz im dritten Quartal fiel im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorquartal ergab sich ein Umsatzplus von 11 Prozent. Es zeigte sich ein leichter Lageraufbau aufgrund vorgezogener Bestellungen im Segment Performance Polymers, nach angekündigten Preiserhöhungen für das Schlussquartal. Der Konzerngewinn war zum zweiten Mal in Folge mit 23 Millionen Euro positiv.

      Der operative Cashflow stieg von Januar bis September auf 432 (309) Millionen Euro. Die Nettofinanzverbindlichkeiten betrugen zum Ende des dritten Quartals 779 Millionen Euro und waren damit um acht Prozent höher als im Vorquartal. Der Grund dafür liegt in der Übernahme der Geschäfte und Anlagen von Gwalior in Indien sowie der Jiangsu Polyols in China. Zum Jahresende 2008 lagen die Nettoverbindlichkeiten bei 864 Millionen Euro.

      „LANXESS hat erneut bewiesen, dass wir die Auswirkungen der Wirtschaftskrise erfolgreich managen“, sagte LANXESS Vorstandsvorsitzender Axel C. Heitmann. „Die von uns initiierten Maßnahmen haben zu einer sehr respektablen Ergebnisentwicklung geführt. Hinzu kam das verbesserte wirtschaftliche Umfeld, insbesondere in China.“

      Entwicklung in den Regionen
      Der Umsatz in Asien/Pazifik wuchs im Vergleich zum zweiten Quartal 2009 um 11 Prozent auf 338 Millionen Euro und stieg gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent. Die positive Entwicklung dieser Region, die nun einen Anteil von 25 Prozent am Konzernumsatz repräsentiert, wurde maßgeblich vom Wachstum in China unterstützt. China wird sich Prognosen zufolge im laufenden Jahr zum größten Automobilproduzenten der Welt entwickeln. LANXESS als Premium-Anbieter von Produkten für die Automobil- und Reifenindustrie wird dort vom zunehmenden Trend zu Mobilität profitieren.

      Die Regionen EMEA (Europa ohne Deutschland, Mittlerer Osten, Afrika), Deutschland, Lateinamerika und Nord-Amerika verbesserten ihre Umsätze gegenüber dem Vorquartal, lagen aber immer noch im zweistelligen Prozentbereich unter Vorjahr.

      Entwicklung in den Segmenten
      Der Umsatz des Segments Performance Polymers, zu dem auch die weltweit führenden Geschäfte mit synthetischem Kautschuk gehören, wuchs im Vergleich zum Vorquartal um 17 Prozent auf 656 Millionen Euro. Diese starke Entwicklung wurde getrieben von einer deutlicher als erwartet ausgefallenen Nachfrage nach Winterreifen im September und vorgezogener Bestellungen im Vorfeld angekündigter Preiserhöhungen.

      Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments wuchs gegenüber dem zweiten Quartal um 46 Prozent auf 76 Millionen Euro. Besonders positiv entwickelten sich die Geschäfte der Business Unit Butyl Rubber. Zudem griffen die im Zuge von „Challenge09-12“ eingeleiteten Maßnahmen. Im Jahresvergleich gingen die Umsätze um 30 Prozent zurück und das EBITDA vor Sondereinflüssen fiel um 40 Prozent.

      Der Umsatz im Segment Advanced Intermediates blieb im dritten Quartal gegenüber dem Zeitraum April bis Juni 2009 unverändert bei 284 Millionen Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen wuchs um fünf Prozent im Vergleich zum Vorquartal auf 40 Millionen Euro. Positiv auf das Segment wirkte sich dabei das Maßnahmenpaket „Challenge09-12“ und das weniger zyklische Geschäft mit Agrochemikalien aus. Im Jahresvergleich ging der Umsatz um 17 Prozent zurück und das EBITDA vor Sondereinflüssen blieb nahezu unverändert. Die Business Unit Basic Chemicals schloss die Übernahme der Geschäfte und Anlagen der indischen Gwalior und der Jiangsu Polyols (China) zum 1. September ab.

      Im Segment Performance Chemicals stieg der Umsatz im dritten Quartal um zehn Prozent auf 425 Millionen Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen kletterte im Quartalsvergleich um 52 Prozent auf 67 Millionen Euro. Die Geschäftsbereiche Inorganic Pigments, Leather und Rhein Chemie trugen entscheidend durch höhere Verkaufsmengen zum starken Anstieg des operativen Gewinns bei. Zudem wirkte das Maßnahmenpaket „Challenge09-12“. Im Jahresvergleich fiel der Umsatz um 18 Prozent, dagegen stieg das EBITDA vor Sondereinflüssen um drei Prozent.

      „Challenge09-12”
      Das im Zuge der globalen Krise zu Jahresbeginn aufgelegte weltweite Maßnahmenpaket „Challenge09-12“ dämpft die Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Es beinhaltet flexibles Anlagenmanagement und Gehaltsanpassungen für alle Mitarbeiter. Weltweit will LANXESS die Kosten insgesamt um 360 Millionen Euro bis zum Jahr 2012 senken. Die geplanten Maßnahmen konnten bisher schneller als erwartet umgesetzt werden. Ursprünglich für 2010 erwartete Einsparungen von 30 Millionen Euro werden deshalb schon im laufenden Geschäftsjahr realisiert.

      Angesichts der Wirtschaftskrise, des anhaltend herausfordernden Wettbewerbsumfeldes und der regional unterschiedlichen Entwicklung setzt LANXESS die Optimierung seiner weltweiten Produktionsstrukturen fort. Beispielsweise


    • wird die Business Unit Functional Chemicals in den kommenden Monaten die Produktion von Färbemitteln vom Standort Lerma in Mexiko nach Leverkusen in bestehende Anlagen verlagern.
    • wird im kommenden Jahr die weltweite Zentrale der Business Unit Butyl Rubber von Fribourg (Schweiz) nach Singapur verlagert, um den Wachstumsmarkt Asien noch intensiver zu betreuen.
    • will LANXESS in China sein lokales Produktionsnetzwerk stärken. Noch in diesem Monat wird eine neue Produktionsanlage der Business Unit Leather am bestehenden Standort Wuxi in Betrieb genommen. Zudem ist geplant, die Produktion der Business Unit Inorganic Pigments in Jinshan, Bezirk Shanghai, zu erweitern und zu optimieren.


      Ausblick
      Die Entwicklung der Weltwirtschaft bleibt trotz der zuletzt positiven Tendenzen herausfordernd, weil das Tempo der regionalen Erholung unterschiedlich ausfällt.

      LANXESS erwartet, dass Asien in den kommenden Monaten der Wachstumsmotor für die wirtschaftliche Entwicklung sein wird. Die Märkte in Nord-Amerika und Europa erholen sich allmählich, aber langsamer als etwa China.

      LANXESS erwartet für das vierte Quartal 2009 die für die verschiedenen Abnehmerbranchen typischen saisonalen Abschwächungseffekte. Zudem könnte das Schlussquartal durch vorgezogene Käufe belastet werden, die Kunden aufgrund von angekündigten Preiserhöhungen bereits im dritten Quartal getätigt haben.

      „Angesichts dieser Herausforderung erwartet LANXESS für das Gesamtjahr 2009 ein EBITDA vor Sondereinflüssen in Höhe von 400 bis 420 Millionen Euro“, sagte Heitmann. „Dieses Ziel unterstreicht, wie gut wir mit den schwierigen Bedingungen zu Recht kommen. Ich bin sicher, LANXESS wird gestärkt aus der Krise hervorgehen.”
      Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

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