Die anhaltende Hitzewelle hat Leverkusen am Wochenende in eine ernste Ausnahmesituation gebracht. Die Stadt hat ihren Krisenstab einberufen, nachdem die Einsatzzahlen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Krankenhäusern massiv gestiegen sind.
Von Samstag (27. Juni) 7 Uhr bis Sonntag (28. Juni) 7 Uhr verzeichnete die Feuerwehr Leverkusen insgesamt 153 Rettungsdiensteinsätze – im Vergleich zu den durchschnittlich 50 bis 60 Einsätzen pro Tag ein dramatischer Anstieg. Seit Samstagabend wurden zusätzliche Rettungs- und Krankentransportwagen in Betrieb genommen. Auch die Freiwillige Feuerwehr übernahm unterstützende Aufgaben.
Der Krisenstab der Stadt Leverkusen wurde am Samstag um 16.30 Uhr alarmiert und ist unter der Leitung von Gesundheitsdezernent Alexander Lünenbach weiterhin aktiv (Stand: Sonntag, 28. Juni, 12 Uhr). Der Krisenstab trifft in solchen Situationen administrative und organisatorische Entscheidungen gebündelt und koordiniert – ergänzend zur Feuerwehreinsatzleitung, die die akute Gefahrenabwehr übernimmt.
Besonders das St. Remigius Krankenhaus geriet am Samstagnachmittag und -abend unter Druck. Durch Zuweisungen aus anderen Städten kam es zu Wartepositionen in der Notaufnahme. Die Feuerwehr Leverkusen war mit rund 30 Kräften vor Ort und unterstützte mit Material aus dem „Mobilen Krankenhaus" – darunter Monitore, Infusionen und Beatmungsgeräte. Zusätzlich wurde eine Krankenhausstation mithilfe von Hochleistungslüftern belüftet. Der Einsatz endete am Samstag um 22.30 Uhr.
Als Vorsorge ließ der Krisenstab am Sonntagmorgen im klimatisierten Forum Leverkusen Notfallbetten im Terrassensaal aufstellen, um bei Bedarf Alten- und Betreuungseinrichtungen entlasten zu können. Mit Stand Sonntag, 11.30 Uhr, wurde dieses Angebot noch nicht in Anspruch genommen. Der Krisenstab hielt seit Samstagnachmittag durchgängig Kontakt zu allen Leverkusener Altenheimen und Betreuungseinrichtungen. Die Lage dort sei herausfordernd, aber zu jeder Zeit unter Kontrolle gewesen.
Für alle, die dringend Abkühlung benötigen, hat die Stadt Leverkusen am Sonntag zwei „Kühle Orte" eingerichtet – ein Angebot für Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen oder alle, die der Hitze zeitweise entfliehen möchten. Der Kleidungsstil spielt dabei keine Rolle.
Das Hitzetelefon der Stadt Leverkusen wurde über die geplante Erreichbarkeit hinaus verlängert: Es ist nun durchgehend bis Sonntagabend, 28. Juni, 19 Uhr erreichbar. Unter der Nummer 0214 – 7505 512 geben geschulte Mitarbeitende Auskunft und Rat.
Die Stadt bittet darum, bei kleineren medizinischen Beschwerden zunächst den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 (ohne Vorwahl) anzurufen, um den Rettungsdienst und die Krankenhäuser zu entlasten. Bei Wartezeiten in der Leitung solle man dennoch dranbleiben. In echten Notfällen gilt weiterhin die 112.
Die Stadt Leverkusen ruft ausdrücklich dazu auf, ältere und kranke Menschen – die sogenannte vulnerable Gruppe – besonders im Blick zu behalten. Der persönliche Kontakt, auch aus der Nachbarschaft heraus, stehe dabei im Vordergrund.
Gesundheitsdezernent Alexander Lünenbach bedankte sich ausdrücklich bei allen städtischen Mitarbeitenden, der AVEA, der JOB Service Beschäftigungsförderung Leverkusen, der Bayer AG sowie den Hilfsorganisationen Malteser Hilfsdienst, Deutsches Rotes Kreuz und den Freiwilligen Feuerwehren für ihre schnelle und personenstarke Unterstützung.