Leverkusen ist eine Stadt mit einem außergewöhnlichen Gesicht: Eine Großstadt mit Landanschluss, geprägt von der Industrie und Autobahnen, aber gleichzeitig versehen mit viel Grün und einer Struktur, die aus vielen verschiedenen Zentren besteht. Wie dieses heutige Erscheinungsbild entstanden ist und welche Konzepte dahinterstecken, beleuchtet der Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. (OGV) in seiner neuen Ausstellung „Gewachsen – Geplant – Gelungen? Stadtentwicklung in Leverkusen“.
Die Schau wurde am vergangenen Samstag im Rahmen des Geschichtsfests in der Villa Römer feierlich eröffnet. Nachdem sich die vergangenen Ausstellungen des Vereins schwerpunktmäßig mit der Gebietsreform und deren Folgen befassten, wird der Fokus nun geweitet. „Es geht um Stadtplanung, um die Konzepte und Motive, die hinter der heutigen Gestalt Leverkusens stehen“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Mittag, stellvertretender OGV-Vorsitzender und Leiter der Arbeitsgruppe LEV50.
Die Ausstellung blickt zurück auf die Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert. Dabei werden Themen wie die Idee der „autogerechten Stadt“ oder die Planung eines multifunktionalen Zentrums in Wiesdorf, der sogenannten „Neuen Stadtmitte“ aus den 1960er und 1970er Jahren, thematisiert.
In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Leverkusen hat der OGV eine Dokumentation erarbeitet, die den rasanten Wandel der Stadt nachvollziehbar macht. Gezeigt werden die Anfänge in Wiesdorf im Schatten des Bayerwerks, der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg sowie der Zusammenschluss Leverkusens mit Opladen, Bergisch Neukirchen und Hitdorf im Jahr 1975. Historische Karten, Fotografien und Modelle veranschaulichen diesen Prozess bis hin zum Ende des Nachkriegsbooms.
Besonders spannend für die Besucher dürften die Einblicke in Planungen sein, die letztlich nie realisiert wurden. So zeigt die Ausstellung unter anderem Entwürfe für die „Alwegbahn“ – eine futuristische Einschienen-Schnellbahn, die einst als Nachfolgerin der legendären Straßenbahnlinie O zwischen Opladen und Köln im Gespräch war. Auch die Pläne für die nie gebaute Großwohnsiedlung „Lindwurm“ werden in der Villa Römer präsentiert.
Die Ausstellung wurde mit finanzieller Förderung der Stadt Leverkusen sowie der Bürgerstiftung Leverkusen ermöglicht. Sie ist noch bis zum 28. Februar 2027 in der Villa Römer zu sehen. Begleitend dazu wird der OGV in den kommenden Monaten in Kooperation mit der Volkshochschule Leverkusen verschiedene Veranstaltungen ausrichten.
Ort: Villa Römer, Haus-Vorster-Straße 6, 51379 Leverkusen-Opladen
Öffnungszeiten:
Eintritt: 4 Euro
Individuelle Führungen können auf Anfrage per E-Mail an geschaeftsstelle@ogv-leverkusen.de vereinbart werden.
Bürgerstiftung Leverkusen fördert Opladener Geschichtsverein mit 15.000 Euro