Fünf Jahre nach der Flut: Leverkusen zieht Bilanz und baut weiter vor

13.07.2026 // Quelle: Stadtverwaltung

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Leverkusen zieht fünf Jahre nach der Flutkatastrophe vom 14. Juli 2021 Bilanz: Viele Schulen, Kitas und öffentliche Gebäude sind saniert, zentrale Infrastruktur wiederhergestellt. Gleichzeitig baut die Stadt den Hochwasserschutz weiter aus. Die Theodor-Heuss-Realschule, die KGS Remigius und das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium sind wieder in Betrieb. Auch am NaturGut Ophoven laufen die Arbeiten noch. Neue Schutzmaßnahmen gibt es unter anderem in Schlebusch mit einem Querdeich. Am Ophovener Weiher und am Wiembach sind weitere Projekte geplant. Auch Warnsysteme, Feuerwehr und Eigenvorsorge wurden ausgebaut. Die Schäden an öffentlichen Gebäuden und Infrastruktur beziffert die Stadt auf rund 68,2 Millionen Euro. Der Wiederaufbauplan läuft noch bis 2030.

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe vom 14. Juli 2021 zieht die Stadt Leverkusen eine umfassende Bilanz: Viele öffentliche Gebäude sind saniert, zentrale Infrastruktur wiederhergestellt – und der Hochwasserschutz wird konsequent ausgebaut. Die Aufgabe, Leverkusen widerstandsfähiger gegen Extremwetterereignisse zu machen, bleibt dabei dauerhaft auf der Agenda.

Schulen, Kitas und öffentliche Einrichtungen wieder in Betrieb

Im Mittelpunkt des Wiederaufbaus standen zunächst Schulen und Kindertagesstätten. Die Theodor-Heuss-Realschule, die KGS Remigius und das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium sowie zwei Kitas laufen wieder im Normalbetrieb. Auch das Jugendhaus Lindenhof, das Alte Bürgermeisteramt, die Villa Wuppermann und die Unterkunft für Wohnungslose in der Heinrich-Lübke-Straße sind wieder in Betrieb. Brücken und Straßen wurden größtenteils zügig repariert.

Die Theodor-Heuss-Realschule wurde zwischen 2021 und 2025 umfassend saniert, modernisiert und aufgestockt. Haustechnik und Leitungen wurden in höhere Stockwerke verlegt, Bitumenabdichtungen und wasserresistente Baustoffe schützen künftig vor eindringendem Wasser. Eine Photovoltaikanlage, LED-Beleuchtung und ein Gründach machen den Bau zudem klimaresilienter. Nach den Osterferien 2025 konnte die Schule wieder bezogen werden. Die stark beschädigte Turnhalle musste abgerissen werden; eine neue Dreifach-Sporthalle mit Geothermie-Versorgung soll voraussichtlich im zweiten Quartal 2027 fertiggestellt werden.

Das NaturGut Ophoven befindet sich noch im Wiederaufbau. Nach einer aufwendigen Planungsphase – mit Auflagen aus Natur-, Denkmal-, Umwelt- und Hochwasserschutz – haben die Sanierungsarbeiten begonnen. Ausstellung und Verwaltung sind in einen Ausweichstandort umgezogen, wo aktuell die Ausstellung „MutReiferei" gezeigt wird. Der Neubau des Geräteschuppens beginnt noch im Juli 2025. Die Abbrucharbeiten am Ausstellungs- und Scheunengebäude sind für Frühjahr 2027 geplant, die Fertigstellung voraussichtlich Anfang 2030.

Neue Schutzbauten: Deich, Weiher und Wiembach

Parallel zum Wiederaufbau hat die Stadt gemeinsam mit den Technischen Betrieben Leverkusen (TBL) und dem Wupperverband bauliche Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt und weitere auf den Weg gebracht.

In Schlebusch schützt seit 2023 ein Querdeich zwischen Dhünn und Odenthaler Straße den Stadtteil vor Überflutungen. Der Erdwall ist bis zu 1,43 Meter hoch, hat eine 3,60 Meter breite Deichkrone und liegt 50 Zentimeter höher als für den Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser (HQ100) erforderlich.

Am Ophovener Weiher – der beim Starkregenereignis 2021 überlief und die Schlebuscher Innenstadt überflutete – planen Wupperverband und Stadt die Erhöhung des Staudamms, um das Rückhaltevolumen zu vergrößern. Zusätzlich sind der Neubau der Hochwasserentlastungsanlage und die Sanierung des Grundablasses vorgesehen. Die Entwurfsplanung soll im Juli 2026 abgeschlossen sein und als Entscheidungsgrundlage für die Kostenträgerschaft dienen.

Am Wiembach in Opladen, der 2021 ebenfalls über die Ufer trat, soll das Bachbett verbreitert und das Gewässer teilweise renaturiert werden. Streitpunkt bleibt die historische Wiembachallee: Anwohnerinnen und Anwohner befürchten den Verlust zahlreicher Bäume. Ein Ingenieurbüro wurde im Mai 2026 mit der Entwurfsplanung beauftragt; verschiedene Varianten zum Erhalt möglichst vieler Bäume sollen voraussichtlich im Herbst 2026 vorgestellt werden. Mit Bauarbeiten wird frühestens 2028 gerechnet.

Entlang der Wupper in Opladen haben TBL und Wupperverband die Deiche intensiv untersucht. Einzelne Abschnitte können aufgegeben werden, andere müssen saniert werden. Ziel ist es, die Schutzwirkung langfristig von einem hundertjährlichen auf ein sogenanntes Extremereignis zu erhöhen – in Verbindung mit dem Ausbau des Wiembachs.

Warnsystem, Feuerwehr und Eigenvorsorge ausgebaut

Der Einsatzplan der Feuerwehr Leverkusen wurde seit 2021 grundlegend überarbeitet. Es gibt vier abgestufte Warn- und Informationsvorlagen – von der Einsatzkurzinformation bis zur Warnung „Lebensgefahr". Neue Warnfahrzeuge, mobile Sirenen und eine vertraglich geregelte Rufbereitschaft bei Radio Leverkusen ergänzen das Warnsystem. Drei neue Hochwasserboote sowie geländegängige Erkundungsfahrzeuge und ein Logistikfahrzeug nach Militärstandard wurden beschafft. Für die Bevölkerung wurde das KIEZ-Konzept entwickelt – Krisen-, Informations- und Ersthilfe-Zentren an festen Einsatzorten.

Für die Eigenvorsorge stehen Leverkusenerinnen und Leverkusenern im Geoportal der Stadt Starkregengefahrenkarten sowie Hochwasser-Gefahrenkarten für Rhein, Wupper und Dhünn zur Verfügung. Ein digitaler „Wasser-Risiko-Check" ermöglicht es Eigentümerinnen und Eigentümern, das individuelle Überflutungsrisiko für ihr Grundstück zu prüfen. Seit 2023 ist Leverkusen Mitglied im Hochwasserkompetenz Centrum (HKC); das kostenlose Hochwasserinfomobil war bislang dreimal vor Ort.

Der Wupperverband hat das Messnetz deutlich ausgebaut: 97 neue Wasserstands-Sensoren, fünf neue Pegel, sieben neue Klimastationen und ein neuer Landespegel wurden installiert. In Kooperation mit der Universität Wuppertal und der Floodwaive GmbH wird zudem an KI-gestützten Wasserstandsprognosen für Wupper und Nebenbäche gearbeitet.

Über 68 Millionen Euro Schäden – Wiederaufbauplan läuft bis 2030

Die finanziellen Dimensionen der Flutkatastrophe sind erheblich: An öffentlichen Gebäuden und Infrastruktur entstanden Schäden in Höhe von rund 68,2 Millionen Euro, von denen ein Großteil zu 100 Prozent förderfähig war. Das Land NRW bewilligte im August 2022 rund 62 Millionen Euro für 76 Einzelmaßnahmen. Für private Soforthilfen wurden insgesamt rund 5,5 Millionen Euro für über 2.200 genehmigte Anträge von Gewerbetreibenden und Privatpersonen ausgezahlt. Für Aufräum- und Entsorgungsmaßnahmen flossen weitere rund 2,6 Millionen Euro.

Der vom Stadtrat im Februar 2022 beschlossene Wiederaufbauplan (WAP) wird laufend fortgeschrieben; Änderungsanträge können bis zum 30. Juni 2030 eingereicht werden. Für das NaturGut Ophoven liegt ein solcher Antrag bereits vor, ein Förderbescheid steht noch aus.

Fünf Jahre nach der Flut ist in Leverkusen vieles wiederhergestellt – doch der Weg zu einer dauerhaft klimaresilienten Stadt ist noch nicht abgeschlossen. Die laufenden Projekte an Wiembach, Ophovener Weiher und Wupperdeichen zeigen: Der Hochwasserschutz bleibt eine Aufgabe, die die Stadt noch viele Jahre beschäftigen wird.


Ort aus dem Stadtführer: Wiembach, Schlebusch, Opladen, Dhünn
Denkmäler aus dem Artikel: Villa Wuppermann, Freiherr-vom-Stein-Gymnasium
Straßen aus dem Artikel: Heinrich-Lübke-Str, Odenthaler Str, Wiembachallee, Bruch, Linde
Themen aus dem Artikel: Stadt Leverkusen, Wupperverband, Radio Leverkusen, Osterferien

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) auf Basis einer Pressemitteilung erstellt.
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