DM-Tag zwei: Elf Medaillen für den TSV


Archivmeldung aus dem Jahr 2014
Veröffentlicht: 28.07.2014 // Quelle: TSV Bayer 04

Ungünstige Bedingungen hielten die Leichtathleten vom TSV Bayer 04 am zweiten Tag der Deutschen Meisterschaften in Ulm nicht davon ab, zahlreiche hochklassige Wettkämpfe zu zeigen. Mit insgesamt fünf Gold-, vier Silber- und fünf Bronzemedaillen im Gepäck treten die Sportler die Heimreise an.
Aus Leverkusener Sicht war der Stabhochsprung – wie erwartet – der Höhepunkt der Veranstaltung. Trotz zwischenzeitlicher Unterbrechung aufgrund eines Platzregens schwang sich Tobias Scherbarth über 5,60 Meter und feierte seinen ersten Deutschen Meistertitel bei den Erwachsenen. Anschließend verzichtete der 28-Jährige auf weitere Versuche, um jegliches Verletzungsrisiko für die anstehende EM in Zürich (12. bis 17. August) zu vermeiden. Mit der DM-Krone wurde Scherbarth nach jahrelanger Verletzungsmisere belohnt und wird nun im schweizerischen Letzigrund auf Medaillenjagd gehen. „Ich bin sehr glücklich, heute Deutscher Meister geworden zu sein. Ich wollte den Titel unbedingt und bin im Moment einfach nur froh, dass es geklappt hat“, erklärte Scherbarth nach seinem Sieg. Für die Überraschung sorgten allerdings zwei andere Athleten. Während Tobias Scherbarth als bester Deutscher nach Ulm reiste und somit im Vorfeld zum Favoritenkreis zählte, gehörten Marvin Caspari und Tom Konrad nicht zu den Medaillenkandidaten. Doch beide machten den Dreifach-Triumpf perfekt. Marvin Caspari überquerte 5,40 Meter im zweiten Versuch und sicherte sich hinter Tobias Scherbarth die Silbermedaille. „Das ist einfach der Wahnsinn. Damit hätte ich niemals gerechnet. Ich wusste, dass ich gut drauf bin. Allerdings bin ich im Wettkampf oftmals übermotiviert und werde dadurch fest. Heute waren die Bedingungen sehr schwierig. Ich habe dann an die Worte von meinem Trainer [Jörn Elberding] gedacht. Er hat mir immer wieder gesagt, dass ich auch bei Deutschen Meisterschaften schlechte Bedingungen haben kann und damit zurechtkommen muss – er hat Recht behalten“, sagte Marvin Caspari mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Tom Konrad schwang sich über 5,30 Meter und teilte sich mit Daniel Clemens (LAZ Zweibrücken) Rang drei. Der zweitplatzierte der aktuellen deutschen Bestenliste Karsten Dilla musste die Deutschen Meisterschaften mit einem sogenannten „Salto Nullo“ beenden. Der Sportsoldat scheiterte dreimal an seiner Einstiegshöhe (5,40 Meter).
Linda Stahl und Katharina Molitor sorgten im Speerwurf für einen Doppelerfolg. Als Weltjahresbeste gewann Linda Stahl erwartungsgemäß die Goldmedaille. Sie ließ ihren Speer auf 63,55 Meter fliegen und zeigte damit eine gute Form für die anstehenden Europameisterschaften. „Bei einer Deutschen Meisterschaft geht es immer darum, zu gewinnen. Ich wollte heute eine gute Weite anbieten, was mir in den ersten Versuchen leider nicht gelungen ist. Katharina und ich haben uns heute aber gut gepusht. Helge [Zöllkau] macht uns eben immer zum richtigen Zeitpunkt fit. In Zürich soll es noch etwas weitergehen“, erklärte Linda Stahl im Anschluss. Katharina Molitor machte den Doppelsieg perfekt. Mit 63,40 Meter warf sich die 30-Jährige auf den Silberrang und durfte sich zudem über eine Saisonbestleistung freuen. Für die Europameisterschaften in zwei Wochen sind die beiden Wurf-Asse also gut gerüstet!
Über seinen achten DM-Titel freute sich Hammerwerfer Markus Esser. Mit 75,18 Meter war dem TSV-Urgestein der Sieg nicht zu nehmen. Und auch in dieser Disziplin stand mit Sven Möhsner ein zweiter Bayer-Athlet auf dem Podest – 71,54 Meter bedeuteten Rang drei. Paul Hützen komplettierte mit 67,15 Meter und Platz sieben die Ausbeute Hammerwurf.
Goldmedaille Nummer vier erkämpften sich Frederike Hogrebe, Julia Förster, Claudia Wehrsen und Carolin Walter mit der 4x400-Meter-Staffel. In 3:35,54 Minuten lief das Quartett vor den favorisierten Clubs aus Köln und Wattenscheid ins Ziel. „Die Staffel war einfach toll heute. Wir vier haben alles gegeben und konnten als Team gewonnen“, sagte eine glückliche Julia Förster.
Über eine weitere Medaille freute sich Carolin Walter. Die zwei Stadionrunden (800 Meter) lief sie in 2:03,11 Minuten zur persönlichen Bestleistung unter freiem Himmel und zur Silbermedaille. „Caro hat an diesem Wochenende drei tolle Rennen gezeigt und wurde am Ende dafür mit zwei Medaillen belohnt“, sagte Paul Heinz Wellmann zufrieden.
Eine identische Ausbeute feierte Claudia Wehrsen. Neben dem Staffel-Gold sprintete die 29-Jährige über die 400-Meter-Hürden-Strecke in persönlicher Bestzeit (57,20 Sekunden) zur Vizemeisterschaft.
Für eine Bronzemedaille sorgte die 4x400-Meter-Staffel der Männer. Lars Niklas Heinke, Tobias Lange, Robin Schembera und Hendrik Essers liefen in 3:12,02 Minuten aufs Podium.
Zahlreiche Top-Acht-Platzierungen sorgten auch am zweiten DM-Tag für eine überaus positive Schlussbilanz von Geschäftsführer Paul Heinz Wellmann. „Der Sonntag war für uns mehr als erfolgreich. Unsere Athleten haben sich trotz schwieriger Bedingungen hervorragend präsentiert“, sagte Wellmann.
Die Vorbereitung von Hochsprung-Ass Mateusz Przybylko stand unter keinem guten Stern. Nach einem Saisoneinstand nach Maß knickte der Athlet von Hans-Jörg Thomaskamp mit seinem Sprungfuß um und musste einige Wochen pausieren. Ohne Wettkampfpraxis reiste er nach Ulm und musste sich mit übersprungenen 2,05 Meter und Rang acht begnügen. Vereinskollege Sven Tarnowski überquerte die gleiche Höhe und teilte sich mit Przybylko den achten Platz.
Gleich zwei Athletinnen vom TSV standen im 400-Meter-Finale. Julia Förster zeigte nach hartnäckigen Fußproblemen in der Vorbereitung mit 54,06 Sekunden und Platz sechs eine ansprechende Form. Julia Schäfers lief die Stadionrunde in 55,10 Sekunden und wurde Achte.
In einem hochkarätigen 1.500-Meter-Finale standen ebenfalls zwei Athletinnen im Bayer-04-Dress. Lena Klaassen lief nach 4:24,49 Minuten als Sechste ins Ziel und ließ dabei nationale Spitzenläuferinnen hinter sich. Laura Vierbaum wurde in 4:30,83 Minuten Elfte.
In einem typischen Meisterschaftsrennen zeigte auch Carl Siemes seine gute Form. Für ihn wurden 4:00,43 Minuten und Platz sieben in die Ergebnisliste eingetragen.
Seiner Krankheit Tribut zollen musste Sprinter Aleixo-Platini Menga. Noch vor einigen Wochen wurde der Familienvater von einem hartnäckigen Magen-Darm-Infekt ausgebremst. Nach seiner Bronzemedaille über die 100 Meter, wurde der Athlet von Axel Berndt über die doppelte Sprintdistanz in 21,45 Sekunden Achter.
Einen weiteren achten Platz gab es für Diskuswerfer Benedikt Stienen. 55,64 Meter standen für ihn am Ende des Wettkampfes zu Buche.
Gleichzeitig zu den Deutschen Meisterschaften fanden auch die Staffelmeisterschaften der Jugendlichen statt. In der weiblichen Jugend U20 lief das 3x800-Meter-Trio Maureen Luginger, Laura Koenen und Konstanze Klosterhalfen in 6:50,42 Minuten auf Platz sechs. Die 4x400-Meter-Staffel der männlichen Jugend U20 sprintete mit Tim Zapka, Nico Menzel, Luca Wolf und Maximilian Korn in 3:21,10 Minuten auf den fünften Rang.


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Kategorie: Sport
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