Bayer Kultur zeigt Arbeiten von Ulrike Rosenbach, Johanna Reich und Mwangi Hutter


Archivmeldung aus dem Jahr 2019
Veröffentlicht: 13.09.2019 // Quelle: Bayer AG

Mit der Ausstellung „Identitäten. Ulrike Rosenbach – Johanna Reich – Mwangi Hutter“ startet Bayer Kultur in die neue Saison und zeigt bis zum 5. Januar 2020 Werke dieser drei renommierten Künstler/innen im Erholungshaus

Gleichberechtigung und Diversität prägen als Begriffe die gesellschaftliche Debatte, eine Verständigung darüber scheint aktuell wie nie. Passend dazu stellt die Ausstellung „Identitäten“ künstlerische Positionen vor, die sich konzeptuell mit Fragen nach Rollen- und Selbstbildern auseinandersetzen. Im Zentrum und am Ausgangspunkt steht dabei das Werk von Ulrike Rosenbach, die zu den wichtigsten feministischen Künstlerinnen und Pionierinnen der Performance- und Medienkunst gehört. Formal wie in ihrer Fragestellung und Haltung hat Rosenbachs experimentelle Arbeit großen Einfluss auf das Schaffen von Künstlerinnen und Künstlern nachfolgender Generationen. In Form von offenen Dialogen setzen Werke von Johanna Reich und Mwangi Hutter die Reflexion über (weibliche) Rollenbilder und eine Identität zwischen verschiedenen Kulturen fort. Die Vernissage zur Ausstellung findet am 15. September um 11.00 Uhr im Erholungshaus in Leverkusen statt. Danach haben Interessierte die Möglichkeit, sich die Arbeiten der Künstler/innen bis zum 5. Januar 2020 anzusehen.

Weibliche Identität und die Bedeutung von Künstlerinnen
Die Ausstellung startet im unteren Foyer des Erholungshauses mit Werkreihen von Ulrike Rosenbach (1943) und Johanna Reich (1977), die die Rolle von Künstlerinnen und weiblichen Identitäten hinterfragen.

Ulrike Rosenbach kam durch ihr Studium bei Joseph Beuys an der Kunstakademie Düsseldorf in Kontakt zur Happening- und Fluxusszene. Zu ihren frühen plastischen Arbeiten zählen ihre „Hauben für eine verheiratete Frau“, die zwischen 1969 und 1971 entstanden sind. Fotoarbeiten aus dieser Zeit zeigen die Künstlerin als Trägerin dieser Objekte, die wie Abstraktionen von Trachtenstücken wirken, mit denen traditionell der soziale Status von Frauen in einer männlich dominierten Gesellschaft angezeigt wurde. Die Werkgruppe ruft die soziale und kulturelle Dimension auf, mit denen Rosenbach als junge Künstlerin ihr politisches Interesse an Frauenthemen zum Ausdruck brachte und gleichzeitig ihre eigene Identität als Künstlerin, Frau, Ehefrau und Mutter thematisierte. Die kritische Auseinandersetzung mit den Klischees der patriarchalischen Bildtradition und ihrer Trivialisierung in den Unterhaltungsmedien schlug sich auch früh in der ikonischen Fotoarbeit „Art is A Criminal Action“ nieder, in der sich die damals 26-jährige Künstlerin selbstbewusst mit dem berühmten, ganzfigurigen Cowboy-Elvis von Andy Warhol ins Bild setzte.

Auf der anderen Seite des Pausenfoyers korrespondieren Werkreihen von Johanna Reich mit denen von Ulrike Rosenbach. Reich verbindet in ihren Arbeiten neue Bildmedien mit Malerei oder Skulptur, ihre performativen Videoarbeiten zeichnet eine stark malerische und medienreflexive Komponente aus. Darüber hinaus geht sie in ihren Arbeiten immer wieder der Frage nach weiblichen Rollenbildern und der Bedeutung von Künstlerinnen nach. Für das Projekt „Resurface“ recherchierte sie in verschiedenen Archiven zu Frauenpositionen in der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie fand Hunderte von Künstlerinnen, die zu Lebzeiten erfolgreich waren, später jedoch in Vergessenheit gerieten. Durch die zunehmende Digitalisierung tauchen deren Werke und Biografien nach und nach wieder im Internet auf oder wurden von Johanna Reich online gestellt.

In einem anderen – partizipatorischen – Projekt analysiert Reich den Zusammenhang von Bildern und unserer Wahrnehmung: Für „Heroines“ hat sie Mädchen zu deren weiblichen Vorbildern befragt und anschließend die Porträts ihrer Ikonen auf die Teilnehmerinnen projiziert. Die jungen Frauen konnten ihre Reflexionen in einem Audiokommentar in eine eigene Haltung umsetzen, visuell mit dem Abbild ihres Idols verschmelzen oder auch als eigenständige Person sichtbar bleiben.

Performancekunst und interkulturelle Sichtweisen
Im Obergeschoss setzte sich die Ausstellung mit der Installation „Meine Macht ist meine Ohnmacht“ von Ulrike Rosenbach sowie Arbeiten von Mwangi Hutter fort.

Ulrike Rosenbachs erste Installationen mit der in den frühen 1970er-Jahren völlig neuen Videotechnik standen in Zusammenhang mit den Performances der Künstlerin. Die rasche Entwicklung der Technik erlaubte es, im Laufe der Zeit die Komplexität der Videoproduktionen und der Performances zu steigern und mit vorproduzierten Videobildern, Wandprojektionen, nachträglicher Schnittbearbeitung und Serien von Standbildern auf mehreren Ebenen zu agieren. Parallel zu den medialen Arbeiten haben Zeichnung und Collagen auf Papier das Werk von Ulrike Rosenbach begleitet. So entstehen seit den 1980er-Jahren immer wieder auch großformatige, mehrteilige Zeichnungen während der Live-Performances.

Das Künstlerduo Mwangi Hutter (beide *1975) hat sich beim Studium in Ulrike Rosenbachs Klasse an der HBK Saarbrücken kennengelernt. Ihre Arbeit ist von dem Ansatz geprägt, persönliche Erfahrungen in einen künstlerischen Diskurs zu überführen und in einen universellen Kontext zu setzen. Die Künstler durchbrechen feste Vorstellungen von Identität – basierend auf Geschlecht, Rasse und kultureller Herkunft. In ihrer dualen Verbindung aus Frau und Mann, schwarz und weiß, kenianisch und deutsch agieren Mwangi Hutter als zweisame Einheit. Ihre Werke beziehen sich auf die eigene Herkunft, die Beziehung zueinander und das Verhältnis zwischen Individuum und Gemeinschaft. Mwangi Hutters Arbeiten sind ebenso ästhetisches Erlebnis wie soziales Statement.

Medienübergreifend arbeiten sie mit den Mitteln von Malerei, Fotografie, Performance, Video und Installation. Ihr Ausgangspunkt liegt in der Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, der als Medium und Metapher, als Identifikations- und Emanzipationsobjekt, aber gleichzeitig auch als Subjekt eingesetzt wird. So nutzen Mwangi Hutter zum Beispiel ihre Haut als Leinwand oder malen Bilder mit ihren Fingerabdrücken. Die Abdrücke sammeln sich schwarmartig zu menschlichen Figuren in kontemplativer Haltung, wie in dem Diptychon „Abiding the Interim“.

„Identitäten. Ulrike Rosenbach – Johanna Reich – Mwangi Hutter“ ist in Zusammenarbeit mit der Galerie PRISKA PASQUER und der galerie burster entstanden.

Informationen zur Ausstellung finden Sie unter www.kultur.bayer.de.


Vernissage:
SO / 15. SEP 2019 / 11.00 UHR
Erholungshaus / Nobelstr. 37 / 51373 Leverkusen

Ausstellungszeitraum:
SO / 15. SEP 2019 bis SO / 5. JAN 2020

Öffnungszeiten:
SA / SO / Feiertags, 11.00 – 17.00Uhr
Sowie jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn

Geschlossen:
DI / 24. DEZ 2019
DI / 31. DEZ 2019

Öffentliche Führungen:
Jeden 1., 3. und 5. Sonntag im Monat , 11.15 UHR (kostenfrei)
„Art After Work“ am FR / 20. SEP und MO / 4. NOV, jeweils 18.00 UHR (kostenfrei)
Sonderführungen nach Vereinbarung, Anmeldung zu allen Führungen unter 0214 30 41283/-84


Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

Kategorie: Kultur
Bisherige Besucher auf dieser Seite: 3.531

Meldungen Blättern i
Meldungen Blättern

Weitere Nachrichten der Quelle "Bayer AG"

Weitere Meldungen


Geduldsprobe für Pendler: Generalsanierung zwischen Köln und Wuppertal gestartet – Das ändert sich in Leverkusen

Geduldsprobe für Pendler: Generalsanierung zwischen Köln und Wuppertal gestartet – Das ändert sich in Leverkusen

Der Startschuss für eines der größten Bauprojekte der Region ist gefallen: Seit den Abendstunden des 6. Februar 2026 wird die wichtige Bahnstrecke zwischen Köln, Wuppertal und Hagen generalsaniert. Für Leverkusen bedeutet das fünf Monate lang massive Einschränkungen im Regionalverkehr, aber auch die Aussicht auf modernere Infrastruktur. Die Deutsche Bahn (DB InfraGO) hat am Freitagnachmittag in Wuppertal den offiziellen Beginn der Arbeiten verkündet. Bis zum **10. Juli 2026** wird die

08.02.2026

Opladener Wochenmarkt findet auch an Weiberfastnacht 2026 statt

Opladener Wochenmarkt findet auch an Weiberfastnacht 2026 statt

Trotz des ausgelassenen Karnevalstreibens und eines großen Festzeltes auf dem Marktplatz öffnet der Opladener Wochenmarkt am Donnerstag, den 12. Februar 2026, seine Stände wie gewohnt. Leverkusenerinnen und Leverkusener können sich auch an Weiberfastnacht auf das vielfältige Angebot frischer und regionaler Produkte freuen. ### Karneval trifft Markttreiben in Opladen Der 12. Februar 2026 markiert im Rheinland traditionell den Beginn der heißen Phase des Karnevals mit Weiberfastnacht.

06.02.2026

Mutmaßlicher Koks-Dealer festgenommen und vor den Haftrichter - Drogenfunde bei Wohnungsdurchsuchungen

Mutmaßlicher Koks-Dealer festgenommen und vor den Haftrichter - Drogenfunde bei Wohnungsdurchsuchungen

Köln (ots) - Zivilbeamte der Polizei Köln haben am Montag (9. Februar) gegen 16.40 Uhr einen 34 Jahre alten Verdächtigen beim Aussteigen aus einer Stadtbahn an der Gutenbergstraße in Ehrenfeld angehalten und kontrolliert. Den Ermittlungen zufolge soll der Mann kurz zuvor am innerstädtischen Hohenzollernring Drogen an einen 47-jährigen Konsumenten verkauft haben. Bei diesem hatten Polizisten eine Konsumeinheit Kokain sichergestellt und entsprechende Strafermittlungen eingeleitet. Die Durc

10.02.2026

BAYER GIANTS Leverkusen feiern wichtigen Sieg gegen Gießen 46ers

BAYER GIANTS Leverkusen feiern wichtigen Sieg gegen Gießen 46ers

Die BAYER GIANTS Leverkusen haben am 21. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA einen hochverdienten 83:72-Sieg gegen die GIESSEN 46ers in der heimischen Ostermann-Arena gefeiert und damit immens wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt gesammelt. Kollektives Durchatmen war bei den Leverkusenerinnen und Leverkusenern in der Ostermann-Arena angesagt, als der deutsche Rekordmeister im Traditionsduell gegen die GIESSEN 46ers triumphierte. Dieser Erfolg war von großer Bedeutung f

07.02.2026

Geschwindigkeitskontrollen in Leverkusen in der kommenden Woche

Geschwindigkeitskontrollen in Leverkusen in der kommenden Woche

In der kommenden Woche vom 23.02.2026 bis 01.03.2026 finden folgende Geschwindigkeitskontrollen statt.Montag 23.02.2026 Am Scherfenbrand, Bensberger Str., Biesenbach, Burscheider Str., Europaring, Hitdorfer Str., Karl-Carstens-Ring, Kolberger Str., Maurinusstr., Quettinger Str., Rolandstr., Willy-Brandt-Ring Dienstag 24.02.2026 Biesenbach, Burscheider Str., Düsseldorfer Str., Europari

21.02.2026

Geschwindigkeitskontrollen in Leverkusen in der kommenden Woche

Geschwindigkeitskontrollen in Leverkusen in der kommenden Woche

In der kommenden Woche vom 09.02.2026 bis 15.02.2026 finden folgende Geschwindigkeitskontrollen statt.Montag 09.02.2026 Am Scherfenbrand, Am Steinberg, Berliner Str., Charlottenburger Str., Dhünnberg, Gezelinallee, Hauptstr., Kandinskystr., Opladener Str., Ringstr., Wiehbachtal, Willy-Brandt-Ring Dienstag 10.02.2026 An der Dingbank, Auf der Grieße, Bonner Str., Düsseldorfer

07.02.2026

Schutz der Brut- und Niststätten: Die gesetzliche Schonzeit

Schutz der Brut- und Niststätten: Die gesetzliche Schonzeit

Vom 1. März bis zum 30. September ist Hauptbrutzeit vieler heimischer Vogelarten und Insekten. Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) schreibt daher vor, dass in diesem Zeitraum Hecken, Sträucher, Gehölze, Fassadenbegrünungen, Gebüsche und lebende Zäune nicht stark geschnitten oder gar entfernt werden dürfen. Diese Regelung dient dem Schutz der Brut- und Niststätten zahlreicher Tiere. Ein Verstoß gegen diese Vorschrift gilt als Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld geahndet wer

06.02.2026

Motorradfahrer (57) gestürzt - Polizei sucht Zeugen nach Verkehrsunfallflucht

Motorradfahrer (57) gestürzt - Polizei sucht Zeugen nach Verkehrsunfallflucht

Köln (ots) - Nach einem Zusammenstoß zwischen einem Motorrad und einem mutmaßlich beteiligten Linienbus am Samstagnachmittag (14. Februar) gegen 16.30 Uhr auf der Rennbaumstraße in Leverkusen-Opladen sucht das Verkehrskommissariat nach weiteren Zeugen. Ersten Erkenntnissen nach war der 57-jährige Fahrer einer Honda in Fahrtrichtung Burscheider Straße unterwegs, als er auf Höhe der Bushaltestelle Rennbaumstraße von einem Linienbus geschnitten worden sein soll. Der Mann kam zu Fall und

18.02.2026

Wochenmarkt Schlebusch: Verkürzte Öffnungszeiten am Karnevalssamstag 2026

Wochenmarkt Schlebusch: Verkürzte Öffnungszeiten am Karnevalssamstag 2026

Der Wochenmarkt in Leverkusen-Schlebusch passt am Samstag, den 14. Februar 2026, seine Öffnungszeiten an. Wegen des parallel stattfindenden Karnevalsumzugs endet der Markt an diesem Tag eine halbe Stunde früher als gewohnt. ### Marktbetrieb trotz Karneval: Früheres Ende in Schlebusch Für viele Leverkusenerinnen und Leverkusener ist der Wochenmarkt auf dem Parkplatz an der Martin-Luther-Straße in Schlebusch ein fester Bestandteil der Woche. Auch am Karnevalssamstag, dem 14. Februar 202

08.02.2026

So bringt Sie die wupsi sicher durch die Leverkusener Karnevalstage

So bringt Sie die wupsi sicher durch die Leverkusener Karnevalstage

Die fünfte Jahreszeit steuert auf ihren Höhepunkt zu, und in Leverkusen bereiten sich die Jecken auf die großen Züge in Hitdorf, Schlebusch, Wiesdorf und Opladen vor. Damit das Feiern stressfrei bleibt und das Auto sicher in der Garage stehen kann, hat das lokale Verkehrsunternehmen **wupsi** für die Tage von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag einen umfangreichen Sonderfahrplan sowie spezielle Ticket-Angebote angekündigt. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte zu Umleitungen, Sonderfahr

10.02.2026