Neuer Sammelband zur Zwischenkriegszeit: Leverkusen und Jülich zwischen 1918 und 1939

12.09.2026 // Quelle: OGV

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Ein neuer Sammelband beleuchtet die Geschichte Leverkusens in der Weimarer Republik und den Einschnitt von 1933. Trotz Besatzung, Hyperinflation und politischer Krisen habe es damals auch Stabilisierung und Aufbruch gegeben, sagt der Jülicher Geschichtsverein. Der Band zeigt lokale Entwicklungen bei Schulen, Wohnungsbau, Kultur, Sport und Wirtschaft – darunter die Höhere Mädchenschule in Wiesdorf, neue Siedlungsprojekte und die Geschichte des Bayer-Kreuzes. Außerdem thematisiert er die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung und die Umbenennung von Straßen und Plätzen nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Das Buch kostet 29,80 Euro und ist bald im Buchhandel sowie über die Geschichtsvereine erhältlich.

Der Opladener Geschichtsverein und der Jülicher Geschichtsverein haben einen umfangreichen Sammelband zur Zwischenkriegszeit vorgestellt. Mit 46 Aufsätzen und 36 Autorinnen und Autoren beleuchtet das Werk die Jahre 1918 bis 1939 aus lokalhistorischer Perspektive – für Leverkusen und Jülich.

Lokalgeschichte trifft auf große Zeitenwenden

Pünktlich zum Start der letzten Staffel der Fernsehserie „Babylon Berlin" präsentieren der Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen (OGV) und der Jülicher Geschichtsverein (JGV) ihren gemeinsamen Sammelband „Jülich und Leverkusen. StadtRäume zwischen den Kriegen". Der Band wurde am Donnerstagabend in Leverkusen der Öffentlichkeit vorgestellt. Ermöglicht hat die Publikation die NRW-Stiftung mit einer Förderung von 21.000 Euro.

Das Buch spannt einen Bogen von der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg über die krisenhafte Weimarer Republik bis zur nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 und schließlich zum deutschen Überfall auf Polen 1939. Dabei zeigen die Autorinnen und Autoren, dass der Weg in den Abgrund kein vorgezeichneter war.

Verfassungsfeier in Manfort ziert das Cover

Das Titelbild des Sammelbands ist selbst ein historisches Dokument: Es zeigt eine Verfassungsfeier im Stadion in Leverkusen-Manfort aus dem Jahr 1929 – ein Versuch, in der Weimarer Republik republikanische Feierrituale zu etablieren. Das Bild steht symbolisch für eine Phase, in der eine andere, nachhaltig demokratische Entwicklung noch möglich schien.

„Die Weimarer Republik ist aus Krieg und Krise geboren, in unserer Region noch mehr als anderswo. Die Besatzung des Rheinlands durch die Ententemächte, Hyperinflation und das aufgeheizte politische Klima sorgten für denkbar schlechte Startbedingungen", sagt Guido von Büren, Vorsitzender des Jülicher Geschichtsvereins. „Trotzdem gab es in den 1920er Jahren auch eine Zeit der Stabilisierung und Zeichen des Aufbruchs."

Schulen, Sportstätten und das erste Bayer-Kreuz

Die Beiträge über Leverkusen decken ein breites Themenspektrum ab. So widmen sich einzelne Aufsätze dem Wohnungsbau nach dem Ersten Weltkrieg, der Gründung neuer Schulen – darunter die 1923 entstandene Höhere Mädchenschule in Wiesdorf, das heutige Lise-Meitner-Gymnasium –, dem Aufstieg öffentlicher Bibliotheken sowie dem Bau neuer Sportstätten. Auch die Geschichte des ersten Bayer-Kreuzes und ein erstmals ausgewerteter Briefwechsel zwischen Bayer-Generaldirektor Carl Duisberg und Landrat Adolf Lucas finden sich im Band.

Weitere Beiträge befassen sich mit der lokalen Geschichte der NSDAP und KPD, der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung sowie der symbolischen Machtdemonstration der Nationalsozialisten durch Straßenumbenennungen. „Das Jahr 1933 war auch in unserer Region eine Zäsur", betont OGV-Vorsitzender Michael D. Gutbier.

NRW-Stiftung würdigt historisch-politische Bildungsarbeit

Die Förderung durch die NRW-Stiftung war Voraussetzung für das Projekt. Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, Vizepräsidentin der NRW-Stiftung, hebt die Bedeutung des Bandes hervor: „Das Sammelbuch leistet einen wichtigen Beitrag zur historisch-politischen Bildungsarbeit. Der Blick auf das Jahr 1923 und die Folgen der Ruhrbesetzung zeigt, wie wichtig eine fundierte Auseinandersetzung mit unserer Geschichte ist."

Die Idee zum gemeinsamen Sammelband entstand im Rahmen eines von der Europäischen Union geförderten Stadträume-Projekts beider Geschichtsvereine. Eine zugehörige Ausstellung hatte der OGV bereits 2023/24 in Leverkusen gezeigt.

Bald im Buchhandel – Werkstattgespräch geplant

Der Sammelband „Jülich und Leverkusen. StadtRäume zwischen den Kriegen" ist in Kürze für 29,80 Euro im Buchhandel sowie direkt über die beiden Geschichtsvereine erhältlich. Mitglieder des OGV und des JGV können den Band zu gesonderten Terminen beziehen. In Leverkusen ist zudem ein Werkstattgespräch geplant, bei dem mehrere Autorinnen und Autoren ihre Beiträge vorstellen und Einblicke in die Entstehung der Publikation geben.


Ort aus dem Stadtführer: Manfort
Straßen aus dem Artikel: Bruch
Themen aus dem Artikel: NSDAP

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) auf Basis einer Pressemitteilung erstellt.
Kategorie: Kultur
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