Schwermetallfunde in Realschule Am Stadtpark: Stadt informiert über Maßnahmen und Ergebnisse

05.05.2026 // Quelle: Stadtverwaltung
Schwermetallfunde in Realschule Am Stadtpark: Stadt informiert über Maßnahmen und Ergebnisse

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In der Realschule Am Stadtpark wurden bei Staubproben in einem Kunstraum und einem angrenzenden Nebenraum erhöhte Werte von Halb- und Schwermetallen festgestellt. Seit Mitte November findet in diesen Räumen kein Unterricht mehr statt, sie bleiben bis auf Weiteres gesperrt. Die Stadtverwaltung hat bereits zusätzliche Beprobungen in Auftrag gegeben, um die Situation zu klären. Mögliche Ursachen für die Belastung könnten frühere Arbeiten mit schwermetallhaltigen Glasuren sein. Die Stadt betont, dass aktuell keine direkte gesundheitliche Gefährdung vorliegt und bietet betroffenen Eltern eine Untersuchung ihrer Kinder an. Gesundheitsdezernent Alexander Lünenbach sichert zu, dass der Raum erst nach vollständiger Bewertung wieder geöffnet wird.

In zwei Räumen der Realschule Am Stadtpark haben aktuelle Untersuchungen von Staubproben deutliche Auffälligkeiten bei Halb- und Schwermetallen ergeben. Betroffen sind ein Kunstraum im Kellergeschoss sowie ein angrenzender Nebenraum. Um jegliches Risiko für Schüler und Lehrkräfte auszuschließen, findet in diesen Räumen bereits seit Mitte November kein Unterricht mehr statt. Die Räumlichkeiten bleiben bis auf Weiteres gesperrt.

Die Stadtverwaltung und die Schulleitung haben das Lehrerkollegium sowie die Erziehungsberechtigten bereits über die Situation informiert. Zur genauen Analyse der Lage hat die Stadt bereits ergänzende Beprobungen in Auftrag gegeben.

Hintergrund der Untersuchung und mögliche Ursachen

Die Untersuchung wurde im Zuge der Planungen für das Schuljahr 2026/2027 veranlasst. Aufgrund hoher Anmeldezahlen prüft die Stadtverwaltung derzeit die Bildung einer zusätzlichen Klasse. In diesem Zusammenhang wurde eine mögliche Wiedernutzung des Kunstraums in Betracht gezogen und vorsorglich eine Schadstoffuntersuchung angeordnet.

Als mögliche Ursache für die Belastung wird das Arbeiten mit schwermetallhaltigen Glasuren vermutet, wie sie beim Brennen von Keramik entstehen. Allerdings ist der Keramikbrennofen im angrenzenden Raum seit über fünfzehn Jahren nicht mehr in Betrieb. Die Zwischentür war stets verriegelt, und eine missbräuchliche Nutzung des Ofens kann nach Rücksprache mit der Schulleitung ausgeschlossen werden. Bereits vor der offiziellen Messung hatte die Schulleitung auf Hinweise des Lehrpersonals reagiert und den Raum vorsorglich geschlossen.

Ergebnisse der Staubanalyse

In den untersuchten Staubproben wurden die Metalle Antimon, Blei, Kupfer und Zink nachgewiesen, deren Werte über dem definierten Auffälligkeitswert lagen. Auch Arsen und Zinn wurden gefunden, allerdings in weniger deutlicher Ausprägung. Ein Auffälligkeitswert deutet darauf hin, dass eine Quelle vorliegt, die ermittelt und beseitigt werden sollte.

Die Stadt ordnet die Funde wie folgt ein:

  • Antimon: Kommt natürlich in der Umwelt vor, wird aber auch in der Keramikindustrie oder in Farben verwendet. Die toxikologische Bedeutung ist noch nicht abschließend geklärt.
  • Blei: Chronische Belastungen können Nieren oder das Blutbild schädigen. In städtischen Gebäuden in Leverkusen sind jedoch bereits seit Jahren keine Bleirohre mehr vorhanden; Trinkwasseranalysen zeigen keine Auffälligkeiten.
  • Kupfer und Zink: Hierbei handelt es sich um lebensnotwendige Spurenelemente. Nur sehr hohe Dosen führen zu Beschwerden wie Übelkeit oder Bauchschmerzen.
  • Arsen und Zinn: Arsen kann bei chronischer Aufnahme krebserzeugend wirken, während reines Zinn als ungiftig gilt.

Die vorliegenden Ergebnisse lassen laut Stadtverwaltung aktuell keinen direkten Rückschluss auf eine potenzielle gesundheitliche Gefährdung zu. Da die tägliche Reinigung nach der ersten Schließung Ende letzten Jahres eingestellt wurde, ist zudem davon auszugehen, dass die Staubanhäufung zum Zeitpunkt der Probenahme im März entsprechend erhöht war.

Vorsorgliche Maßnahmen und Transparenz

Trotz der ausstehenden abschließenden Bewertung setzt die Stadt auf Transparenz und konsequentes Handeln. Eine Gutachter-Empfehlung zur Reinigung der Räume wurde bereits umgesetzt. Der betroffene Unterrichtsraum war zuletzt im Jahr 2020 umfassend saniert worden.

Um eine chronische Belastung, etwa durch das Einatmen der Metalle, sicher auszuschließen, wurde den Eltern einer Stichprobe von Schülern vorsorglich eine Untersuchung ihrer Kinder angeboten. Parallel dazu laufen weitere Untersuchungen der Räume.

Gesundheitsdezernent und Interims-Baudezernent Alexander Lünenbach betont: „Der Kunstraum ist seit dem Jahreswechsel abgesperrt und wird ohne vollständige Bewertung des vorliegenden Sachverhaltes nicht in Betrieb genommen. Für den bedenkenlosen Unterricht der Schülerinnen und Schüler in der Realschule Am Stadtpark haben wir Sorge getragen und werden umgehend informieren, sobald gesicherte Erkenntnisse vorliegen. Um zügig auf die Sachlage zu reagieren, lassen wir prophylaktisch beide Untersuchungen parallel laufen.“


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