Jedes Jahr am 5. Mai rückt europaweit die Situation von Menschen mit Behinderung in den Fokus. Der „Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“, der bereits 1992 durch die Initiative der „Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland“ ins Leben gerufen wurde, steht in diesem Jahr unter dem klaren Motto: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar!“. Auch in Leverkusen wird dieser Tag zum Anlass genommen, um Bürgerinnen und Bürger für die Belange von Menschen mit Einschränkungen zu sensibilisieren.
Die bundesweiten Forderungen von Verbänden und Aktivisten sind deutlich: Es geht um umfassende Barrierefreiheit, das Recht auf Selbstbestimmung und die aktive Beteiligung an allen Entscheidungen, die das eigene Leben beeinflussen. Der Tag ist ein Appell an die gesamte Gesellschaft, Menschen mit Behinderung dabei zu unterstützen, ihre Rechte einzufordern und im Alltag sichtbar zu machen.
In Leverkusen setzt sich vor allem der Beirat für Menschen mit Behinderung für diese Ziele ein. „Als Beirat möchten wir den Protesttag nutzen, um für die Themen Teilhabe und Barrierefreiheit zu sensibilisieren“, erklärt Bernd Schuster, Vorsitzender des Beirats. Ein zentrales Instrument dieser Arbeit ist das gemeinsam mit dem städtischen Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales entwickelte „Barrierefrei-Siegel“.
Dieses Siegel ist weit mehr als eine bloße Auszeichnung. Es dient als Wegweiser für Menschen mit Behinderungen, aber auch für Seniorinnen und Senioren, Eltern mit Kinderwagen oder Personen, die vorübergehend in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Es gibt ihnen die Sicherheit, dass ein Ort – sei es ein Geschäft, ein Restaurant, eine Arztpraxis oder eine öffentliche Einrichtung – gut zugänglich ist.
Um das Siegel zu erhalten, müssen Bewerber konkrete Anforderungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem:
Dabei verlässt sich der Beirat nicht nur auf Unterlagen. Bei jeder Bewerbung finden Begehungen vor Ort statt, bei denen die Beiratsmitglieder ihre Expertise einbringen. „Manchmal können vermeintliche Kleinigkeiten wie ein achtlos hingestellter Mülleimer zu einem echten Hindernis oder eine Stolperfalle für Rollstuhlfahrende oder Menschen mit Sehbehinderungen werden“, so Schuster. Dieser direkte Austausch hilft dabei, das Bewusstsein für die konkrete Umsetzung von Barrierefreiheit im Alltag zu schärfen.
Über die Vergabe des Siegels hinaus stehen die Mitglieder des Beirats auch beratend zur Seite. Sie unterstützen etwa im Vorfeld von Um- oder Neubauten mit ihrem Fachwissen und befinden sich dazu im regelmäßigen Dialog mit der Stadtverwaltung.
Bislang wurde das Barrierefrei-Siegel in Leverkusen bereits 36-mal vergeben; fünf weitere Prüftermine stehen aktuell bereits fest. Interessierte Betriebe und Einrichtungen können das Siegel direkt online über die Homepage der Stadt Leverkusen beantragen. Dort findet sich auch eine vollständige Liste aller bereits ausgezeichneten Orte sowie die entsprechende Checkliste für die Zertifizierung.
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