Die Feuerwehr Leverkusen spendet sechs Stromgeneratoren und zwei mobile Heizgeräte an die ukrainische Partnerstadt Nikopol. Die Ausrüstung soll helfen, die dortigen Notfallzentren auch im kommenden Winter betriebsfähig zu halten.
Nikopol, die ukrainische Partnerstadt Leverkusens, befindet sich im Gebiet aktiver Kampfhandlungen. Russische Angriffe treffen die Stadt mit unverminderter Härte – Wohngebäude, kritische Infrastruktur, Versorgungsnetze und soziale Einrichtungen erleiden erhebliche Schäden. Anfang April starben bei einem Drohnenangriff auf einen Bus mehrere Menschen. Beim letzten Austausch zwischen den Stadtverwaltungen Ende Februar schilderten die Verantwortlichen in Nikopol die Lage als dramatisch: Ständiger Beschuss, häufige Stromausfälle und extreme Kälte zwangen die Bevölkerung, in sogenannte „Points of Invincibility" zu flüchten.
Diese Notfallzentren sind Anlaufstellen, die bei kriegsbedingten Stromausfällen Wärme, Strom, Internet und Wasser bereitstellen. Insgesamt 61 solcher Einrichtungen wurden in Nikopol für den 24-Stunden-Betrieb ausgerüstet und über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Mehr als 60.000 Einwohnerinnen und Einwohner können dort Schutz suchen, sich aufwärmen und ihre Mobilgeräte aufladen. Damit die Zentren auch angesichts fortdauernder Angriffe und mit Blick auf den nächsten Winter funktionieren, hat die Stadt Nikopol Leverkusen um Unterstützung gebeten.
Die Feuerwehr Leverkusen stellt dafür sechs Stromgeneratoren sowie zwei mobile Warmluftgebläse zur Verfügung. Die Geräte sind zwar abgeschrieben, aber regelmäßig gewartet und voll funktionsfähig – bei der Feuerwehr werden sie durch neue Modelle ersetzt. Die kraftstoffbetriebenen Generatoren können mobil und autark elektrische Energie liefern, etwa für Haushaltsgeräte oder gebäudetechnische Anlagen. Die Heizgeräte leiten erwärmte Luft über Schläuche in Räume und wurden bei der Feuerwehr bislang zum Beheizen von Zelten oder Fahrzeughallen genutzt.
Oberbürgermeister Stefan Hebbel betont die Dringlichkeit der Hilfe: „Es ist für uns unvorstellbar, wie die Menschen in unserer Partnerstadt tagtäglich mit der permanenten Gefahr neuer tödlicher Angriffe leben müssen. Hier ist jede Unterstützung bitter nötig, die wir in Form der Generatoren und Heizungen gerne leisten. Ich danke der Feuerwehr, vor allem aber den beteiligten Hilfsorganisationen, die den gefährlichen Transport in die umkämpfte Region auf sich nehmen."
Den gefährlichen Transport nach Nikopol übernehmen zwei in Wuppertal ansässige gemeinnützige Vereine: der Medizinische Hilfsdienst Nordrhein e.V., der auf medizinische Hilfe und Katastrophenschutz spezialisiert ist und sich in der Ukraine gezielt an die Bevölkerung in frontnahen Gebieten, Kriegsverletzte und Binnenflüchtlinge richtet, sowie Water for Ukraine e.V., der seit 2022 die Wasser- und Energieversorgung in der Ukraine unterstützt. Beide Organisationen arbeiten für diesen Transport eng zusammen.
Mit der Lieferung setzt Leverkusen seine Partnerschaftshilfe für Nikopol fort – und bereitet die Stadt zugleich auf die Herausforderungen des nächsten Winters vor.