Nach drei Jahren inflationsbereinigter Rückgänge zieht der deutsche Immobilienmarkt 2025 wieder an. Im Kölner Speckgürtel zogen die Preise für Eigentumswohnungen mehrheitlich an – doch Leverkusen bildet eine bemerkenswerte Ausnahme.
Die Preise für Eigentumswohnungen im Bestand sind in Deutschland im Jahr 2025 erstmals seit drei Jahren wieder gestiegen. Im Durchschnitt aller Landkreise und kreisfreien Städte legten sie inflationsbereinigt um 0,6 Prozent zu – nach einem realen Minus von 2,8 Prozent im Vorjahr und sogar 10,1 Prozent im Jahr 2023. Das geht aus dem Postbank Wohnatlas 2026 hervor, für den Fachleute des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) die Immobilienpreisentwicklung in allen 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten analysiert haben.
„Wir sehen aktuell eine Trendwende auf dem deutschen Immobilienmarkt", sagt Manuel Beermann, Leiter Produktmanagement Immobilien der Privatkundenbank in Deutschland. „Die Nachfrage zieht langsam wieder an, auch weil sich viele Kaufinteressierte auf das neue Zinsumfeld eingestellt haben. Gleichzeitig bleibt das Angebot knapp, vor allem aufgrund der geringen Bautätigkeit."
Für Leverkusenerinnen und Leverkusener, die über den Kauf einer Eigentumswohnung nachdenken, liefert die Studie einen auffälligen Befund: Während die Kaufpreise im Speckgürtel rund um Köln im Jahr 2025 überwiegend wieder gestiegen sind, gehört Leverkusen zu den wenigen Ausnahmen in der Region. Die Stadt verzeichnete einen inflationsbereinigten Preisrückgang von 0,8 Prozent.
Damit schwimmt Leverkusen gegen den regionalen Strom: Der Kölner Umlandgürtel insgesamt profitierte vom bundesweiten Aufwärtstrend – nur einzelne Kreise und eben Leverkusen bildeten Ausnahmen. Die Studie nennt diesen Umstand explizit als regionale Besonderheit.
In den benachbarten Metropolen entwickelten sich die Preise positiv. In Köln stiegen die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen im Bestand inflationsbereinigt um 0,82 Prozent auf durchschnittlich 5.029 Euro. Düsseldorf verzeichnete mit plus 0,93 Prozent sogar den drittstärksten Anstieg unter den sieben größten deutschen Städten. Teuerste Metropole bleibt München mit 9.070 Euro pro Quadratmeter.
Bundesweit war der Preisanstieg bei Eigentumswohnungen besonders in Städten mit bis zu 100.000 Einwohnern ausgeprägt: Im Schnitt stiegen die Kaufpreise dort real um 1,2 Prozent. In Großstädten über 100.000 Einwohner lag das Plus bei 0,8 Prozent, in Landkreisen bei 0,5 Prozent. Beermann erklärt das so: „Mittel- und Großstädte mit guter Infrastruktur stehen schon länger im Fokus vieler Wohnungskäuferinnen und -käufer, besonders im Umland der sogenannten Big 7. Denn die Immobilienmärkte in den Metropolen sind seit Jahren überhitzt."
Der Postbank Wohnatlas 2026 zeichnet insgesamt das Bild eines Marktes, der nach der Korrekturphase langsam wieder Boden findet – jedoch mit deutlichen regionalen Unterschieden. Für Leverkusenerinnen und Leverkusener, die als Käufer oder Verkäufer aktiv sind, bleibt die lokale Marktentwicklung damit vorerst hinter dem bundesweiten Trend zurück. Ob sich das in den kommenden Jahren ändert, werden die nächsten Ausgaben des jährlich erscheinenden Wohnatlas zeigen.