Offenland-Stiftung vorgestellt


Archivmeldung aus dem Jahr 2018
Veröffentlicht: 20.06.2018 // Quelle: Internet Initiative

Martin Denecke stellte heute an den ehemaligen Gronenborner Mühlteichen im Beisein des Landtagsabgeordneten Rüdiger Scholz die Offenland-Stiftung vor. Grußworte kamen von Bürgermeister Bernhard Marewski, Sparkassen-Chef Rainer Schwarz (auch für die Bürgerstiftung) und Michael Rheindorf (Stiftungsmanager).
Ziel der Stiftung ist es, in Leverkusen und Umgebung artenreiche Kulturlandschaften zu erhalten, neue Offenlandhabitate zu schaffen und über ihre vielfältigen Bewohner und ihren Nutzen für uns aufzuklären. So wollen wir für alle Bürgerinnen und Bürger der Region eine lebendige, lebenswerte und artenreiche Landschaft bewahren und entwickeln. Wir sehen unsere Aufgabe in partnerschaftlicher Zusammenarbeit sowohl auf kommunaler Ebene als auch mit Verbänden, Berufsgruppen des ländlichen Raumes und privaten Land- und Naturnutzern.

Das Gebiet ist von der Landesgemeinschaft Natur und Umwelt (LNU), aus der die Stiftung hervorgeht, in den letzten Jahrzehnten zu einem der struktur- und damit artenreichsten Gebiete entwickelt worden.

Wir dokumentieren hier die Rede von Bürgermeister Bernhard Marewski anhand seinen Manuskriptes:
"Sehr geehrter Herr Professor Dr. Denecke,
sehr geehrter Herr Schwarz,
sehr geehrter Herr Rheindorf,
sehr geehrter Herr Scholz,
meine sehr geehrte Damen und Herren,

Gründungsversammlung „Offenland Stiftung“
… ich freue mich, dass ich hier und heute im Namen der Leverkusener Bürgerinnen und Bürger zu Ihnen sprechen darf und insbesondere den Stiftungsgründern danken darf für ihr besonderes Engagement … allen voran Herrn Prof. Dr. Martin Denecke aber ebenso Dr. Sascha Eilmus, beides engagierte Biologen, und Dipl.Kfm. Alexander Dernbach.

Die Idee, die Sie nun mit der Stiftungsgründung in die Tat umsetzen, ist ausgesprochen lobenswert, das Vorhaben ist angebracht in unserer Zeit, also zeitgemäß und vor allem notwendig … Ihr Vorhaben findet mit Sicherheit große Anerkennung und Zuspruch – nicht nur bei den Menschen unserer Stadt,

Die Idee ist das eine, die Umsetzung, die auch nachhaltig sein soll und muss, das weitere.
Und da bin ich mir sicher, dass Ihre Entscheidung richtig war, Michael Rheindorf vom Rheindorf Stiftungsmanagement als versierten Berater und Begleiter hinzuzuziehen.

Leverkusen ist Industriestadt, ich meine schon: eine „grüne Industriestadt“, so jedenfalls höre ich das immer wieder auch von auswärtigen Besuchern unserer Stadt.

Leverkusen ist Zuzugstadt inmitten der Metropolregion Rheinland. Leverkusen bietet qualifizierte Arbeitsplätze, hat sich zu einem beliebten Wohnort entwickelt und erreicht mit rund 64 % Grünfläche bei den über 100.000er Städten einen akzeptablen Wert, jedenfalls besser als Köln (58 %) und Düsseldorf (57 %).

Letztlich spielen aber solche Zahlen eine untergeordnete Rolle, wenn es um die nachhaltige und zukunftsträchtige Gestaltung unseres Kultur- und vor allem Lebensraumes geht.

Hier stehen wir Menschen in der Verantwortung, denn es geht dabei auch um uns selbst. Wir müssen uns stark machen für unsere Lebensumgebung … und dazu gibt es viele Möglichkeiten.

Sie wollen sich mit Ihrer Stiftung dem „Offenland“ widmen … Offenlandschaften mit charakteristischen Aufenthaltsbereichen bestimmter Tier- und Pflanzenarten.

Offenlandschaften sind einerseits natürliche Grasländer wie Tundren, Steppen, Savannen und die Almen in den Alpen, ebenso Moore und Sanderflächen in Norddeutschland … aber nicht minder Folgelandschaften von ehemals von Menschen intensiv genutzter Gebiete … so z.B. Heidelandschaften wie die Lüneburger Heide … eine Folge ungeregelter Beweidung.
Es handelt sich dabei um durchaus wertvolle Landschaften, da diese gute Bedingungen für die Ansiedlung von selten gewordenen und speziell angepassten Tier- und Pflanzenarten bieten.

Zur Erhaltung und Pflege von Offenlandschaften bedarf es einer koordinierten Biotoppflege. Darum wollen Sie sich kümmern.

Aber Sie zielen auch auf die Schaffung neuer Offenlandhabitate.

Ihnen geht es um „Lebensräume bewahren“ … ebenso um „Lebensräume schaffen“.
Als konkrete Beispiele nennen Sie Streuobstwiesen und Blumenwiesen sowie die ökologische Verbesserung von Schutzgebieten.

Dabei wollen Sie die Menschen mitnehmen. Das gelingt am besten mit „Lebensräume erleben“ … z.B. bei Exkursionen aber auch in Vortragsreihen. Das Wissen um die Dinge schärft das Bewusstsein der Menschen und leitet so zum richtigen Handeln.

Sie wollen im Dialog die Sache voranbringen, mit den Landwirten und Jägern … auch mit den Schäfern sprechen, … mit den Naturschutzverbänden.

Als Stiftungsmitglieder setzen Sie auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Verbänden, Berufsgruppen des ländlichen Raumes und privaten Land- und Naturnutzern genauso wie auf kommunaler Ebene, hier die Stadt Leverkusen.

Die Vernetzung und Verbindung der handelnden Akteure zum Schutze unserer Umwelt ist unserer Stadt ein besonderes Anliegen.

Die Stadt Leverkusen wird deshalb die Arbeit der Stiftung gerne unterstützen, auch wenn es z.B. um die Findung von geeigneten Stiftungsflächen geht.

Die Verantwortlichen der Stiftung stehen dazu bereits mit den Fachbereichen der Stadt Leverkusen im Dialog.

Es ist sehr naheliegend, dass Sie auch guten Kontakt zum Umweltbildungszentrum für Kinder und Erwachsene in Leverkusen haben, zu unserem NaturGut Ophoven,

Ich freue mich sehr, dass wir nun dieses Engagement der Offenland-Stiftung in Leverkusen haben.

Die Stiftungsgründer sind in der Sache kundig und erfahren, führen sie hier doch die Tätigkeiten der seit Jahrzehnten aktiven Leverkusener Gruppe der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) fort.

Und mit der Tatkraft, die sie zeigen, bin ich mir sicher, dass das Vorhaben wirklich erfolgreich sein wird.

Das wird uns allen zugutekommen.

Vielen Dank."


Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

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