Leverkusen wächst – im Baudezernat werden die Weichen für die Stadtentwicklung der Zukunft gestellt


Archivmeldung aus dem Jahr 2017
Veröffentlicht: 14.12.2017 // Quelle: Stadtverwaltung

In Leverkusen bewegt sich etwas: Die Stadt wird sich laut Prognosen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vergrößern. Fast 174.000 Einwohner sind für 2040 prognostiziert. Für die Stadtentwicklung birgt das viele Herausforderungen, aber auch große Chancen für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung.

Im Baudezernat laufen die Fäden für die Handlungsfelder Wohnen, Infrastruktur, Schul- und Kitagebäude, Freizeit und Mobilität zusammen. Baudezernentin Andrea Deppe ließ gemeinsam mit den Leiterinnen und Leitern der Fachbereiche Stadtplanung, Gebäudewirtschaft, Tiefbau, Stadtgrün sowie der TBL die Meilensteine des Jahres 2017 Revue passieren und gab einen Ausblick auf die Herausforderungen für 2018.

Insgesamt 66 Projekte haben die Fachbereiche Gebäudewirtschaft, Tiefbau und Stadtgrün in 2017 fertiggestellt; 96 Projekte sind aktuell noch in der Umsetzung. Bei einigen der großen Projekte geht es nun nach drei Jahren der Vorbereitung und Planung in die entscheidende Phase der Umsetzung – sie erhalten im nächsten Jahr für alle Bürgerinnen und Bürger erkennbar ein Gesicht. Dazu gehören u.a. der Umbau der Fußgängerzone Opladen, der ZOB Wiesdorf und die neue Feuerwache. Mit der Realisierung des Quartierstreffpunkts Dönhoffstraße/Alte Feuerwache steht ein weiteres wichtiges Projekt an. Hier wurde bereits ein Ideenwettbewerb eingeleitet.

Diese zahlreichen großen – aber auch viele kleinere −Projekte wären ohne Förderprogramme nicht denkbar. Insgesamt werden von den oben genannten investiven Maßnahmen rund 60 Prozent gefördert. Hinzu kommen drei große Stadtentwicklungskonzepte (Integrierte Handlungskonzepte Hitdorf, Wiesdorf, STEK Opladen), die in Leverkusen gefördert werden – eine „unglaubliche Glückseligkeit“, von der viele andere Städte nur träumen könnten, wie Baudezernentin Andrea Deppe betonte. Doch damit Fördergelder fließen, sind umfangreiche vorbereitende und begleitende Maßnahmen seitens der Verwaltung notwendig – denn von nichts kommt nichts.
Auch kleinere Maßnahmen sind oft von Fördermitteln abhängig. So soll der Kinderspielplatz an der Bodelschwinghstraße in Manfort Ende 2018 / Anfang 2019 neu gestaltet und funktional besser in das Quartier eingepasst werden. Die Mittel dafür kommen zu 90 Prozent aus dem Investitionspaket „Soziale Integration im Quartier 2017“ der Bezirksregierung Köln.

Das zweite wichtige Thema neben dem Wohnungsbau und der Quartiersentwicklung ist das Thema Mobilität. Leverkusen wurde wie viele andere Städte in den 60er und 70er Jahren zur „autogerechten Stadt“ aus- und umgebaut. Die Konzepte von damals bedingen die Probleme von heute. Deshalb ist ein Mobilitätskonzept, das die Rahmenbedingungen für die Art und Weise definiert, wie sich Menschen künftig in und durch Leverkusen bewegen werden, ein zentraler Bestandteil einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung.

Die Schwerpunkte im Einzelnen:
Wohnungsbau im Zeichen des Wachstums – Vorhaben des Fachbereichs Stadtplanung

Leverkusen gehört zum sehr dicht besiedelten Städteband längs des Rheins. Bei den Dichtewerten in der Planungsregion Köln liegt Leverkusen mit Köln und Bonn mit 20 bis 30 Einwohner pro Hektar in der obersten Kategorie. Der Nachfragedruck führt zu einer spürbaren Flächenknappheit im Stadtgebiet. Hieraus resultiert ein Wohnbaulandbedarf von 123 Hektar bis 2020. Um dem Handlungsdruck zu begegnen, wird derzeit das Wohnungsbauprogramm 2030+ erarbeitet. Aufbauend auf Grundlagendaten zur Bevölkerungsentwicklung soll es als strategisches Instrument dienen, um der Stadt Leverkusen und allen mit dem Wohnungswesen in Leverkusen befassten Unternehmen, Institutionen und Personen eine neue und verlässliche Entscheidungs- und Planungsgrundlage zu verschaffen. Das fertige Wohnungsbauprogramm soll dem Rat Ende 2018 vorgelegt werden.

Zur Aktivierung von Bestandspotentialen dient das Baulückenkataster. Die Verwaltung hatte im Jahr 2017 dieses flächendeckende Verzeichnis sofort bebaubarer Grundstücke im Stadtgebiet erarbeitet. Es soll dabei helfen, in den nächsten Jahren bis zu 43,5 ha Wohnbauflächen zu mobilisieren.

Darüber hinaus werden im neuen Jahr im Rahmen bereits begonnener Bauleitplanverfahren insgesamt 46.000 m² Bruttogeschossfläche für den Wohnungsbau vorbereitet. Dazu gehören u.a. die Planungen für die Alte Fabrik in Opladen oder die Pläne für das ehemalige „Werk Opladen“ auf dem Gelände der nbso.

Sanierung und Neubau – Investitionen des Fachbereichs Gebäudewirtschaft
Im Fachbereich Gebäudewirtschaft konnten im Jahr 2017 neun größere und fünf kleinere Projekte fertiggestellt werden. Zu den größeren zählen u.a. der Neubau der Kita Masurenstraße (4.200.000 Euro), die Erweiterung der GGS Im Steinfeld (6.025.000 Euro) und die Sanierung der 3-fach Sporthalle des Lise-Meitner-Gymnasiums (2.850.000 Euro). Zu den kleineren Projekten gehören u.a. die neue Mensa für die Grundschule Fontanestraße (530.000 Euro) und die Sanierung der Außentoiletten der GHS Theodor Wuppermann Schule, Scharnhorststraße (235.000 Euro).

„Meilensteine“ für die Arbeit des Fachbereichs Gebäudewirtschaft waren in 2017 u.a. der Bau der neuen Hauptfeuerwache (Baustart Ende März), der Neubau des Mädchentreffs MaBuKa Kolbergerstraße (Baustart Juni) und die Sanierung der Hauptschule Im Hederichsfeld inkl. Umbau zum Quartierstreffpunkt (Baustart Oktober).

Auf dem Weg in die Mobilität der Zukunft
Das Mobilitätskonzept soll als Handlungsrahmen für die künftige nachhaltige Mobilitätsentwicklung in Leverkusen dienen und praxisnahe Maßnahmenvorschläge, getrennt für die verschiedenen Verkehrsmittel, entwickeln, strukturieren und priorisieren. Grundlage hierfür u. a. ist die im Jahre 2016 durchgeführte Untersuchung zum Verkehrsverhalten Leverkusener Haushalte.

Die Projektlaufzeit wird derzeit mit circa 2 Jahren kalkuliert. Einige „Leuchtturmprojekte“ wie z.B. das Fahrradverleihsystem, Fahrradboxen, Ladestationen und Optimierungen im ÖPNV werden die Erstellung und Umsetzung des Mobilitätskonzepts begleiten. Nach Beschlussfassung durch denRat der Stadt in der kommenden Woche kann das Konzept für das Fahrradverleihsystem in Abstimmung mit der wupsi weiter ausgearbeitet und einzelne Standorte des Verleihsystems festgelegt werden

Auch die Verwaltung soll mit verstärkten CarSharing Angeboten sowie mit der Nutzung von E-Bikes für Dienstgänge in das Konzept eingebunden werden.

Verkehrsinfrastruktur ertüchtigen – Sanierung und Neubau von Geh- und Radwegen und Brücken
Neben den umfangreichen Arbeiten zum Umbau des ZOB Wiesdorf haben der Fachbereich Tiefbau sowie die Technischen Betriebe in 2017 verschiedene Maßnahmen zur Instandsetzung bzw. zum Neubau von Radwegen, Straßen und Brücken umgesetzt. Dazu gehören u.a. die Instandsetzung der Dhünnbrücke in der Olof-Palme-Straße und der Neubau der Dhünnbrücke in der Bismarckstraße. Für den Ausbau von Radwegen (u.a. für den Geh- und Radweg Bismarckstraße, den 2. Bauabschnitt Geh- und Radweg Balkantrasse, den 2. BA Geh- und Radweg Krummer Weg und die Überquerungshilfe Voigtslach) wurden 2017 Förderanträge gestellt.


Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

Kategorie: Politik
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