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Mittelstandsdialog "Industrie 4.0"

Veröffentlicht: 25.02.2015 // Quelle: Wirtschaftsförderung

60 Gäste informierten sich am Dienstagabend (24. Februar 2015) beim WfL-Mittelstandsdialog über das Thema „Industrie 4.0“. Experten vom Landescluster ProduktionNRW und von der Bayer Technology Services GmbH erläuterten, was sich hinter der Begrifflichkeit verbirgt. In der abschließenden Diskussionsrunde äußerten sich Leverkusener Mittelständler zu der Frage des Abends: „Industrie 4.0 – der Gipfel der industriellen Revolution?“
Der Begriff „Industrie 4.0“ ist derzeit in aller Munde. Politik und Wirtschaft forcieren neue Initiativen und Plattformen. In den Medien erfährt das Thema derzeit große Aufmerksamkeit. Aber was bedeutet das eigentlich genau? In den Produktionshallen des Rohrleitungsbauers IMTEC GmbH an der Schusterinsel sollte dieser Frage auf den Grund gegangen werden.
Gemeint ist mit Industrie 4.0 die vierte Stufe der industriellen Entwicklung – nach Erfindung des mechanischen Webstuhls, des Fließbandes und der speicherprogrammierbaren Steuerung. Assoziiert wird mit diesem Begriff oftmals die so genannte „Fabrik der Zukunft“, eine Produktionsstätte, in der alle und alles miteinander kommunizieren: Menschen, Maschinen, Komponenten. Begriffe wie Big Data, IT-Sicherheit und der Wandel der Arbeit umschreiben aktuelle Handlungsfelder.
Beim Blick auf die prognostizierten Wachstumschancen wird deutlich, warum das Thema derzeit so prominent ist. Bis 2025, so heißt es in einer aktuellen Studie von Bitkom und dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, werden durch Industrie 4.0-Entwicklungen 78 Milliarden Euro zusätzliche Bruttowertschöpfung am Standort Deutschland erwartet. Für NRW wird nach Berechnungen der Prognos AG eine Steigerung von 16 Milliarden Euro angenommen.
Großes Potential weisen vor allem die chemische Industrie, der Fahrzeugbau, der Maschinenbau, elektrische Ausrüstung und IT auf – allesamt Branchen, die auch am Standort Leverkusen stark vertreten sind.
Dr. Roland Nolte vom Landescluster ProduktionNRW erläuterte, dass es sich bei Industrie 4.0 um mehr als einen Marketing-Hype handelt.
„Kern ist die intelligente Vernetzung von Menschen, Maschinen und Werkstücken – und zwar über das Internet, weltweit und in Echtzeit.
Die Produktion wird dadurch kundennäher, schneller und flexibler.“
Übertragen auf einen produzierenden Betrieb bedeute Industrie 4.0 die Umstellung von bis dato zentral gesteuert Prozessen hin zu einer
dezentralen Wertschöpfung. „Das intelligente Produkt weiß selbst, was der nächste Schritt ist“, so Dr. Nolte. Die Potentiale lägen unter anderem in der Individualisierung (Losgröße 1) zu ökonomischen Konditionen eines Massenherstellers, einer hochflexiblen und ressourcenschonenden Produktion und in zusätzlichen Wertschöpfungspotentialen durch korrespondierende Dienstleistungen. Die Umsetzung, so Dr. Nolte, sei „eine gemeinsame Aufgabe für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und eine große Chance für den Industriestandort NRW“.
In welcher Form die digitale Revolution in den Fabriken bereits heute Einzug gehalten hat, zeigte Dr. Thorsten Pötter von der Bayer Technology Services GmbH anhand von möglichen Anwendungsbeispielen aus der Prozessindustrie. Assistenzsysteme wie Datenbrillen sind auch in Produktionsanlagen denkbar – beispielsweise für eine globale Wartungsunterstützung. Hier könnten zentral arbeitende Experten das lokale Personal an anderen Standorten durch Zuschaltung bei der Wartungsarbeit unterstützen.
„Man spart sich dadurch den einen oder anderen Flug, um die Kollegen an die Anlagen heranzuführen“, so Dr. Thorsten Pötter.
Die Industrie, das machten die beiden Fachvorträge deutlich, marschiert mit zahlreichen Initiativen voran. Dabei spielt Digitalisierung
laut einer Studie der DZ-Bank für 70 Prozent der Mittelständler in Deutschland keine oder nur eine geringe Rolle.
In der abschließenden Diskussionsrunde äußerten sich mit Karl-Heinz Horst (GIA Gesellschaft für industrielle Automatisierung mbH), Friedrich Ellinghaus (Ellinghaus Werkzeug- und Vorrichtungsbau GmbH) und Dieter Ochel (IMTEC Industriemontagen und Rohrleitungs GmbH) drei Mittelständler aus Leverkusen zum Thema.
Die Veränderungen und die damit verbundenen Anforderungen an die Ingenieure von IMTEC machte Geschäftsführer Dieter Ochel an einem Beispiel deutlich: Für einen Waschmittelhersteller seien früher Anlagen mit einer Laufzeit von 30 Jahren entwickelt worden, heute wechselten die Produkte schon nach zwei Jahren und somit auch die Produktionsstraßen.
Dass Industrie 4.0 bislang noch eher ein Thema für die Großindustrie ist, konnte Karl-Heinz Horst bestätigen. Mittelständler und Zulieferer müssten sich langfristig aber auf veränderte Anforderungen der Industrie einstellen, ergänzte Dr. Thorsten Pötter. Als Spezialist für Prozessautomation betonte Karl-Heinz Horst auch, dass die Qualität der Datenleitungen derzeit noch nicht ausreichend sei und hier massiver Handlungsbedarf bestehe.
Mit den Veränderungen im Prozessablauf gehen auch Veränderungen bei den Aufgabenfeldern der Mitarbeitenden einher. Sie werden mehr und mehr zu Prozessgestaltern, die die gesamte Prozesskette im Auge behalten. Dr. Roland Nolte skizzierte, dass künftig neue Schnittmengen aus verschiedenen Berufsfeldern entstehen. Diese Entwicklungen unterstrich Friedrich Ellinghaus beispielhaft mit dem traditionellen Beruf des Werkzeugmachers, der heutzutage als Zerspanungsmechaniker mit verschiedenen Fachrichtungen als Ausbildungsberuf von der IHK angeboten wird.
„Leverkusen ist als Standort für Großunternehmen, innovativen Mittelständlern und spezialisierten Dienstleistern wie IT-Büros, Ingenieurbüros oder Prozessautomations-Unternehmen prädestiniert,
die notwendige Branchenvernetzung zu realisieren, die für Industrie-4.0-Ansätze erforderlich ist“, fasst WfL-Geschäftsführer Dr. Frank Obermaier die Chancen für den Wirtschaftsstandort Leverkusen zusammen.

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