Kolping-Info-Tag


Archivmeldung aus dem Jahr 2011
Veröffentlicht: 16.10.2011 // Quelle: Stadtverwaltung

Anläßlich des Kolping-Info-Tages hielt Oberbürgermeister Buchhorn im Remigiussaal, An St. Remigius, Leverkusen-Opladen folgende Rede

"Sehr geehrte Frau Oehlke,
sehr geehrter Monsignore Motter,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Kinder und verehrte Jugendliche,

ich freue mich sehr, dass ich an Ihrem Kolping-Infotag heute hier bei Ihnen zu Gast sein darf. Sie haben wieder einmal ein buntes und vielfältiges Programm auf die Beine gestellt, das die große Bandbreite der Arbeit des Kolpingwerkes und des Kolping-Bildungswerkes widerspiegelt.

Damit zeigen Sie einer breiten Öffentlichkeit einmal mehr, wie Sie sich mit Ihren über 700 Mitgliedern als katholischer Sozialverband für die Menschen in unserer Stadt auf vielfältge Art und Weise engagieren.

Das Motto des heutigen Tages "Arbeit neu begreifen" ist dabei möglicherweise ganz bewusst in seiner Zweideutigkeit gewählt worden. Einmal ist es für jeden, der sich mit seinem Herzen für den Dienst am Mitmenschen entschieden hat und der möglichst viele derer, die der Hilfe bedürfen, erreichen will, unabdingbar, seine Arbeit immer wieder auf ihre Zielgenauigkeit zu hinterfragen. In unserer schnelllebigen Zeit können noch so gut gemeinte Angebote von heute, den Menschen morgen schon nicht mehr in gewünschtem Maße ansprechen.

Daher gilt es, diese Arbeit ebenso immer wieder neu zu begreifen wie dies auch im Arbeitsprozess der Menschen immer mehr gefordert wird und manche eben auch überfordert. Zeiten, in denen der Mensch neben der Familie während des Berufslebens eine feste Wurzel in der Gemeinschaft seines Betriebes hatte, gehören immer mehr der Vergangenheit an. Lebenslanges Lernen, hohe Mobilität und ständige Bereitschaft zur Veränderung werden für immer mehr Frauen und Männer unabdingbare Voraussetzung, nicht nur um im Beruf erfolgreich zu sein, sondern oft einfach auch nur, um überhaupt einen Arbeitsplatz bekommen zu können.

In unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft sind die materiellen und kulturellen Herausforderungen des 19. Jahrhunderts sicher weitgehend gelöst, stattdessen müssen wir in der Arbeitswelt aber nun einiges neu begreifen, was zu Zeiten Adolph Kolpings sicher so noch nicht vorherzusehen war. Dabei bleibt Adolph Kolpings Aussage zeitlos modern, dass nicht nur die sozialen Umstände, sondern vor allem auch das gesellschaftliche Bewusstsein zu ändern ist. Kolping kam es auf die Verwurzelung des Menschen in Familie und Beruf an. Ganz bewusst hat er ja daher auch die Gemeinschaft in der Familie als Organisationsform gewählt.

Ich halte diese Grundaussage auch heute nach wie vor für richtig, muss dabei aber für meine Arbeit und auch für mein ehrenamtliches Engagement begreifen, dass der Familienbegriff heute für ein breiteres Spektrum menschlichen Zusammenlebens steht und insgesamt eben fragiler geworden ist. Und die Bildung, die irgendwann zu einem Beruf führen soll, muss heute zwingend schon bei den jüngsten Mitgliedern unserer Gemeinschaft beginnen, weil dort schon oftmals entscheidende Weichen für die weitere Entwicklung gestellt werden.

Die Kolpingfamilien haben seit ihren Anfängen menschliche Nähe und Geborgenheit vermittelt und ihren Mitgliedern soziale Sicherheit gegeben, um sie vor Verelendung und Entwurzelung zu bewahren. Dies geschah lange bevor die Kolpingfamilie daran ging, anderen Menschen praktisch zu helfen. Mut zur Verantwortung zeichnete immer die Menschen aus, die das Werk Adolph Kolpings in den verschiedenen Einrichtungen fortsetzten.

Mut zur Verantwortung brauchen wir auch weiterhin. Unser Verständnis von Freiheit, das immer auch die Freiheit des Nächsten mit einschließt, ist gebunden an die Verantwortung - ich betone dies gerade in diesen Tagen ausdrücklich- gegenüber den sittlichen Normen, gegenüber den Menschen und gegenüber dem Gemeinwohl. Ihr Referent, Herr Tintelott wird Ihnen sicher gleich im Anschluss noch viel berufener die Bedeutung Adolph Kolpings auch für die Gegenwart näher bringen können.

Das Werk ihres Namenspatrons Adolph Kolping ist jedenfalls heute mehr denn je Beispiel und Vorbild zugleich für die tätige Verantwortung zum Beispiel und Vorbild und zum persönlichen Neubeginn, eben zum "neu begreifen." Es wäre daher schön, wenn sein Anspruch " Wir können viel, wenn wir nur nachhaltig wollen, wir können Großes, wenn tüchtige Kräfte sich vereinen", weiterhin Ziel und Verpflichtung bleiben. Dass dies für Sie ein dauerhaftes Ziel bleibt, dessen bin ich mir sicher und dies werden Sie uns heute wieder einmal auf vielfältige Art und Weise präsentieren.

Ich wünsche Ihnen für heute einen informativen und unterhaltsamen Tag mit vielen anregenden Gesprächen und Begegnungen. Für Ihre stets engagierte Arbeit möchte ich Ihnen abschließend im Namen der Stadt Leverkusen und auch persönlich herzlich danken. Für die Zukunft wünsche ich der großen Kolping Gemeinschaft in Abwandlung eines Zitats von Adolph Kolping:

"Zeigen Sie weiterhin Mut. Es wird anderen Mut machen."

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit."


Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

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