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Vennemann zum "Anti-Islamisierungskongress" von Pro NRW und den angekündigten Reaktionen

Veröffentlicht: 08.05.2009 // Quelle: Benedikt Vennemann

Zum sogenannten Antiislamisierungskongress und den angekündigten Gegendemonstrationen erklärt Benedikt Vennemann, FDP-Bundestagskandidat für Leverkusen und Köln-Mülheim:

"Der heutige 08. Mai 2009 ist für alle Demokraten in allererster Linie ein Grund zur Freude. 64 Jahre nach Kriegsende und sechseinhalb Jahrzehnte ununterbrochener Frieden sowie in wenigen Tagen 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland - das bedeutet vor allem über 60 Jahre Frieden, 60 Jahre Freiheit und 60 Jahre Demokratie.

Nach den verheerenden Erfahrungen von Naziterror und Bombenkrieg gibt uns dieser Tag Anlass, glücklich und dankbar zurückzublicken. Was für die Väter und Mütter des Grundgesetzes noch eine Vision war, ist in der Staatsform der Bundesrepublik in größtmöglichem Umfange in Erfüllung gegangen.

20 Jahre nach einer friedlichen Revolution, die im Fall der Mauer gipfelte und die Einheit Deutschlands ermöglichte, dürfen wir heute in beiden Teilen Deutschlands auch auf 20 Jahre gemeinsame gelebte Demokratie in Frieden und Freiheit zurückblicken.

Doch gemahnen uns gerade heute Wirrköpfe und Ewiggestrige, braune wie dunkelrote, dass unsere gelebte Demokratie ständig gefährdet ist, dass unsere Bundesrepublik sich ständig gegen extremistische Strömungen erwehren muss. Dies kann sie nur durch überzeugte Demokraten, die ihre Überzeugung auch leben, indem sie die Freiheit des Einzelnen verteidigen und die Wirrköpfe durch die Waffen der Demokratie bekämpfen, nämlich durch Überzeugungskraft in der politischen Auseinandersetzung und durch das Streben jedes Einzelnen nach Persönlichkeitsentfaltung in Frieden und Freiheit und der ausdrücklichen Betonung der gleichen Würde eines jeden Menschen.

Ich persönlich verurteile den Missbrauch des Demonstrationsrechts von Pro NRW zur Hetze gegen Andersgläubige, Andersaussehende und Andersdenkende ebenso wie die extremistischen, gegenüber Andersdenkenden ebenso intoleranten und für die Demokratie ebenso gefährlichen gewaltbereiten Gegendemonstranten. Auch diese missbrauchen ihr Recht zur freien Meinungsäußerung zum Kampf gegen die Demokratie, die ihnen dieses Recht erst ermöglicht.

Allen aufrechten Demokraten und Gegendemonstranten hingegen gilt mein Respekt, wenn sie sich gegen die Feinde der Demokratie und für unseren Rechtsstaat sichtbar und hörbar einsetzen. Dies sind wir Demokraten den Vätern und Müttern der Bundesrepublik Deutschland schuldig."


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