Wildpark Reuschenberg unter neuer Leitung


Archivmeldung aus dem Jahr 2007
Veröffentlicht: 14.12.2007 // Quelle: Stadtverwaltung

Am 18. Juni diesen Jahres beauftragte der Rat die Verwaltung der Stadt Leverkusen, den Betrieb des Wildparks Reuschenberg zum 1. Januar 2008 an die Lebenshilfe – Werkstätten Leverkusen / Rhein-Berg gGmbH (LHW) zu übertragen. Die vielfältigen zur Betriebsüberleitung erforderlichen Maßnahmen sind jetzt abgeschlossen. Am Freitag, 14. Dezember, unterzeichnen Oberbürgermeister Ernst Küchler, Stadtkämmerer, Rainer Häusler und der Geschäftsführer der LHW, Harald Mohr, den Überleitungsvertrag.
Die Vertragsverhandlungen gestalteten sich sehr einvernehmlich, waren durch Zielgerichtetheit und Konstruktivität geprägt. Beide Vertragspartner sind sich einig, mit dieser Entscheidung einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung kultureller Angebote gerade für die jüngsten Leverkusener Bürgerinnen und Bürger geleistet zu haben.
Der Vertrag sieht die langfristige Überlassung des Geländes an den Werkstatt-Träger vor. Es ist eine Vertragslaufzeit von 35 Jahren vorgesehen. Die drei städtischen Bediensteten, die bislang im Wildpark als Tierpfleger tätig sind, werden weiterhin im Rahmen der Personalgestellung dauerhaft durch die Stadt Leverkusen eingesetzt. Die im Etat der Stadt Leverkusen veranschlagten Betriebskosten werden im Laufe der nächsten zwei Jahre auf Null zurückgefahren. Die Kosten für den laufenden Betrieb müssen dann durch die LHW aufgebracht werden.
Oberbürgermeister Küchler wies ausdrücklich darauf hin, dass im Kienbaum-Gutachten ursprünglich die Schließung des Wildparks empfohlen worden war Viele Leverkusener Bürgerinnen und Bürger, aber auch Vertreter aus Politik und Verwaltung, hätten sich aber daraufhin deutlich für den Erhalt „ihres" Wildparks Reuschenberg ausgesprochen. Er sei froh, so Küchler, dass nun diese gute Lösung gefunden worden sei. Für Stadtkämmerer Rainer Häusler gilt dieser Vertragsabschluss als ein Musterbeispiel für „kreatives Sparen."
Mit der jetzt vorgenommenen Betriebsüberleitung ist nicht nur ein Kompromiss gefunden, die städtischen Ausgaben zu reduzieren und gleichzeitig Erholungspunkte für Leverkusener Bürgerinnen und Bürger zu erhalten, es wurde auch ein Grundstein gelegt, durch die beabsichtigte Attraktivierung des Wildparks eine Verbesserung der Erholungsangebote zu erreichen.
Die LHW unterhält in Bürrig und Quettingen, in Bergisch Gladbach-Refrath und in Wipperfürth Werkstätten für behinderte Menschen. Insgesamt stehen 712 Arbeitsplätze für behinderte Menschen, die nicht, nicht mehr oder noch nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, zur Verfügung, Der Werkstatt-Träger ist darüber hinaus Mehrheitsgesellschafter der PBH Papierservice „Britanniahütte" gGmbH mit Sitz in Bergisch Gladbach, in der weitere 115 Arbeitsplätze für Menschen mit psychischer Behinderung vorgehalten werden. Der Bedarf an Arbeitsplätzen für behinderte Menschen in Werkstätten ist unverändert hoch. Ungeachtet dessen, hat es sich der Träger zur Zielsetzung gemacht, auch alternative Beschäftigungskonzepte zu erproben und die gesellschaftliche Integration für Menschen mit Behinderung voranzutreiben.
Die Übernahme des Betriebs des Wildparks Reuschenberg durch den Werkstatt-Träger wird auch durch den Förderkreis des Wildparks außerordentlich begrüßt. In gemeinsamen Anstrengungen soll die Attraktivität dieses Kleinods erhöht werden. Zielgruppen sind dabei insbesondere Kinder, Jugendliche und Erholungssuchende. Der Charakter des Wildparks bleibt erhalten und wird in diesem Sinne weiter entwickelt.
Mit seinem Engagement verfolgt der Werkstatt-Träger gleich mehrere Zielsetzungen. Es ist geplant, in den nächsten Jahren zahlreiche kulturelle Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche durchzuführen, die sich um das Thema „Tiere und Natur" ranken. Die Veranstaltungen werden so konzipiert sein, dass sie sowohl Kinder mit und ohne Behinderung ansprechen. „Wir sind sicher, dass der unbefangene Umgang von behinderten und nicht behinderten Kindern untereinander ein maßgeblicher Beitrag für die gesellschaftliche Integration für Menschen mit Behinderung insgesamt sein kann", so LHW-Geschäftsführer Harald Mohr.
Derzeit mangelt es dem Wildpark noch an geeigneter Infrastruktur. Der Werkstatt-Träger plant deshalb die Errichtung eines Bistros im Eingangsbereich des Wildparks, das nicht nur den Wildparkbesuchern zugänglich sein soll. Konzeptionell ist die Planung darauf abgestellt, in den Räumen auch kleinere Versammlungen oder Seminare durchführen zu können. „Wir hoffen, dass wir durch ein attraktives Angebot dazu beitragen können, dass der Besuch des Wildparks nicht abgebrochen werden muss, weil Toilettenanlagen fehlen oder keine Möglichkeit gegeben ist, etwas zu essen oder zu trinken", beschreibt Harald Mohr. Vier behinderte und zwei nichtbehinderte Menschen sollen in diesem Bistro eine neue Arbeitsmöglichkeit finden.
Über das attraktive Angebot für Leverkusener Bürgerinnen und Bürger hinaus bietet der Wildpark auch vielfältige Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung. Es ist beabsichtigt, den Betrieb in ein Integrationsunternehmen zu überführen.
Dass das Gesamtkonzept viel positiven Zuspruch erfährt, hat sich in kürzester Zeit dadurch erwiesen, dass sich bereits jetzt einige Leverkusener Unternehmen bereit erklärt haben, durch Sponsoring und Spenden dieses durchaus riskante betriebswirtschaftliche Unternehmen zu unterstützen. Stiftungsmittel sollen dazu beitragen, das Projekt umzusetzen. Das alles reicht aber noch nicht, um die Planung des neuen Betreibers Realität werden zu lassen. „Wir brauchen vor allem auch die Unterstützung der Leverkusener Bürgerinnen und Bürger. Halten Sie dem Wildpark die Treue. Ein freiwilliges Eintrittsgeld trägt zur Sicherung des Betriebs bei. Je stärker die Besucher sich beteiligen, desto attraktiver kann der Wildpark werden, " so Harald Mohr.


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

Kategorie: Politik
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