Stadtplan Leverkusen
24.08.2007 (Quelle: Bayer 04)
<< Informationsabend: Kompetent in die Öffentlichkeit -Ein Kurs für engagierte Frauen   Goethe: Faust I >>

"Jetzt muss ein Dreier her"


Manuel Friedrich, unser Neuzugang vom FSV Mainz 05, hat sich gleich einen Stammplatz in der Innenverteidigung erkämpft. Mit seinen eigenen Leistungen darf er zufrieden sein, mit dem Saisonstart von Bayer 04 freilich nicht. Im Interview redet er Klartext


Manuel, drei Pflichtspiele, kein Tor, nur ein Punkt in der Bundesliga: Muss man bei Bayer 04 schon von einem Fehlstart sprechen?
FRIEDRICH: Wir hatten uns natürlich alle mehr versprochen, das ist ja klar. Gerade in Hamburg war ein deutlicher Leistungsunterschied zwischen beiden Mannschaften festzustellen. Da hatten wir keine Chance, das muss man so klar sagen. Darüber müssen wir jetzt sprechen und schleunigst unsere Fehler abstellen.

Gegen Cottbus wart Ihr zumindest deutlich überlegen und hattet Chancen en masse. Woran hakte es beim Spiel in Hamburg?
FRIEDRICH: Das sind natürlich zwei völlig unterschiedliche Mannschaften. Cottbus kam zu uns und wollte einfach nur einen Punkt mitnehmen. Der HSV hingegen hat in dieser Saison eine richtig starke Mannschaft. Die wollten ihr erstes Heinspiel unbedingt gewinnen. Entsprechend sind sie zur Sache gegangen, während wir nur reagiert aber nicht agiert haben. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann das Tor für sie fallen würde. Wir hatten einfach viel zu viel Respekt und zu wenig Ballbesitzzeiten, haben uns von der Anfangsoffensive des HSV einschüchtern lassen.

Du hattest es in Hamburg öfters mit Deinem ehemaligen Mainzer Kollegen Zidan zu tun. Wie ist das Duell aus Deiner Sicht ausgegangen?
FRIEDRICH: Ich würde sagen unentschieden. Die erste Halbzeit ging glaube ich an mich, die zweite an ihn. Mohamed ist natürlich brandgefährlich, wenn er Platz zum Kontern bekommt und mit hohem Tempo auf einen zustürmt. Dann ist er ganz schwer zu halten. Es ist einfach ein fieser Spieler, weil er unheimlich stark am Ball ist, wendig, dribbelstark.

Die Abwehr macht einen ordentlichen Eindruck, aber im Spiel nach vorne läuft es nicht rund, obwohl gerade Eure Offensivbesetzung als sehr stark eingestuft wird...
FRIEDRICH: Ich denke, das darf man nicht so trennen. Man kann nicht sagen, okay, die Viererkette steht, aber der Rest funktioniert nicht. Das lässt sich so nicht auseinander dividieren. Der Spielaufbau fängt ja hinten bei uns an und man kann nicht gerade sagen, dass wir unseren Offensivkräften die Arbeit leicht machen. Zudem mussten wir viele Großchancen des HSV zulassen. Es scheint, dass die Abstimmung noch fehlt.

Wie zufrieden bist Du mit Dir selbst?
FRIEDRICH: Das ist zweitrangig. Ich habe vor der Saison gesagt, dass ich mir meinen Platz im Team erkämpfen und meinen Beitrag zu einer möglichst erfolgreichen Saison leisten möchte. Aber derzeit beschäftige ich mich nicht mit mir, sondern damit, was wir als Mannschaft fabrizieren. Und das ist momentan entschieden zu wenig.

Wie ist die Stimmung im Team?
FRIEDRICH: Ich habe eigentlich das Gefühl, dass wir alle noch recht gelassen mit der Situation umgehen. Hier ist keiner nervös, und es besteht ja nun auch kein Grund, in Panik auszubrechen. Jeder muss sich allerdings fragen, was er besser machen kann.

Du sagtest, der Weggang von Mainz, wo Du aufgewachsen bist, sei die schwerste Entscheidung Deines Lebens gewesen. Wie fühlst Du Dich denn in Leverkusen?
FRIEDRICH: Ich bin super aufgenommen worden und fühlte mich gleich in der ersten Woche sehr gut. Was ja nicht heißt, dass mir Mainz als Stadt und Lebensumfeld nicht manchmal fehlen würde. Das ist einfach meine Heimat und ich versuche, so oft es geht, für ein, zwei Tage dorthin zu fahren. Schade ist, dass ich in Leverkusen bis jetzt keine Wohnung gefunden habe und noch im Hotel lebe.

Jürgen Klopp und Michael Skibbe sind privat befreundet. Sind sie für Dich als Trainer vom Typ her vergleichbar?
FRIEDRICH: Das ist schwer für mich zu beurteilen, ganz einfach weil Kloppo einer meiner besten Freunde ist. Ich habe ja mit ihm auch noch in einer Mannschaft gespielt. Ich denke, er und Michael Skibbe sind sich charakterlich schon ähnlich. Auch Michael Skibbe ist ein sehr offener Typ, mit dem du über alles reden kannst. Und fachlich sind beide sicherlich hervorragende Trainer.

In dieser Woche waren viele Bayer 04-Spieler in Sachen Nationalmannschaft unterwegs. Du gehörtest zuletzt eigentlich immer zum Kader der deutschen Elf. Enttäuscht, dass Du gerade in Wembley nicht dabei sein durftest?
FRIEDRICH: Was heißt enttäuscht? Es stimmt, ich bin jetzt seit langem mal wieder nicht im Kader. Aber das ist eine Entscheidung des Bundestrainers, die ich akzeptieren muss. Ich hoffe natürlich, dass ich mich in den kommenden Wochen wieder empfehlen kann, aber vorrangig ist jetzt erst mal, dass wir hier bei Bayer 04 in die Spur kommen.

Die Stadien in Mainz und in Leverkusen sind ungefähr gleich groß, noch jedenfalls. Ist die Atmosphäre auch ähnlich?
FRIEDRICH: Ich finde, es gibt schon einen Unterschied. In Mainz war die Bundesliga-Zugehörigkeit noch etwas ganz besonderes. Da ist in den letzten Jahren, vor allem bedingt durch die drei Fast-Aufstiege, eine Euphorie entstanden, die es so bei einem Verein wie Leverkusen, der ja schon eine ziemlich lange Bundesliga-Historie hat, vielleicht gar nicht mehr geben kann. Bundesliga-Spiele sind hier etwas Alltägliches. Das war in Mainz natürlich ganz anders. Für die Fans in Mainz war der Besuch im Stadion – um es mal etwas überspitzt zu formulieren – so ein Gefühl wie Weihnachten, etwas ganz Besonderes eben. Die Erwartungen sind natürlich auch noch nicht so immens hoch. Fans von Aufstiegsmannschaften gehen ja genauso euphorisch in eine Saison, wie das Team selbst. Deshalb sind Aufsteiger gerade zu Beginn einer Saison unangenehm zu spielende Gegner.

So wie jetzt der Karlsruher SC....
FRIEDRICH: Ja, das ist eine richtig starke Mannschaft. Wir müssen höllisch aufpassen und hinten gut stehen. Vorne werden wir garantiert noch unsere Tore machen, das ist eine Frage der Zeit. Es wird jedenfalls nicht so extrem ein Spiel auf ein Tor werden wie gegen Cottbus, weil Karlsruhe eine spielstarke Mannschaft ist, die bei uns etwas reißen will. Aber wir müssen jetzt natürlich den ersten Dreier einfahren und haben absolut nichts zu verschenken.


Hauptseite     Anmerkungen     Nachrichtenübersicht     Impressum     Datenschutzerklärung    

Letzte Änderung am 22.02.2014 10:29 von leverkusen.
Es gibt bisher keine Kommentare zu dieser Meldung!

Einen neuen Kommentar zu dieser Meldung hinzufügen:
Name:
Email: (wird nicht veröffentlicht)
Titel:
Kommentar:
(Es sind keine Links erlaubt)
reCAPTCHA:
Spammen zwecklos:
  • Um das Formular abschicken zu können, muss das reCAPTCHA angeklickt werden
  • Einträge werden erst nach redaktioneller Begutachtung freigeschaltet


Follow leverkusen on Twitter