Stadtplan Leverkusen
14.02.2007 (Quelle: Bayer 04)
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Stefan Kießling: Ich fühle mich freier


Seinen Start bei Bayer 04 hatte sich Stefan Kießling ganz anders vorgestellt und gewünscht. Nach einer für ihn enttäuschenden Hinrunde befindet sich der vom 1.FC Nürnberg gekommene Stürmer nun aber auf einem guten Weg. Der 23-Jährige, der gegen Frankfurt seinen vierten Saisontreffer erzielte, freut sich auf die Partie gegen Blackburn und strahlt überhaupt viel Optimismus aus.

Stefan, für die Fans sind Spiele gegen englische Mannschaften immer etwas Besonderes. Für Dich auch?
KIESSLING: Ja, auf jeden Fall. Ich habe ja mit der deutschen U 21-Nationalmannschaft schon ein paar Mal gegen England gespielt, die letzte Partie fand sogar in der BayArena statt. Leider sind wir im Herbst letzten Jahres ausgeschieden. Das soll natürlich jetzt gegen die Blackburn Rovers anders laufen. Wir sind eine der wenigen deutschen Mannschaften, die noch international vertreten sind. Und wir wollen noch möglichst lange im UEFA-Cup dabei sein. Ich bin da auch sehr zuversichtlich, die Rovers sind zu schlagen.

Was macht für Dich den besonderen Reiz des englischen Fußballs aus?
KIESSLING: Dort wird mit extrem hohem Tempo gespielt, es geht hart zur Sache und es wird nicht jede Kleinigkeit abgepfiffen. Und natürlich herrscht dort immer noch eine besondere Stimmung. Wobei man sich über die Atmosphäre hier spätestens seit der WM auch überhaupt nicht beschweren kann.

Hattest Du früher auch mal einen englischen Lieblingsklub?
KIESSLING: Na ja, als kleiner Junge habe ich für Arsenal London geschwärmt. Das ist schon ein großer Verein. Ich glaube, da möchte jeder Fußball mal spielen.

Ihr habt in der Gruppenphase gegen Tottenham gespielt und dabei nicht besonders gut ausgesehen. Welche Lehren sind aus dieser Partie zu ziehen?
KIESSLING: Wir waren nicht so konzentriert wie zum Beispiel in dem Spiel gegen Besiktas Istanbul. Und in internationalen Spielen, egal ob gegen englische Mannschaften oder Klubs aus anderen Ländern, musst du von der ersten Minute an hundertprozentig da sein. Wir müssen unsere spielerische Klasse, die wir ja schon oft gezeigt haben, über 90 Minuten rüberbringen. Und natürlich kämpferisch alles geben. Aber das versteht sich ja von selbst.

Wie bereitest Du Dich auf die Partie gegen die Rovers vor?
KIESSLING: Man schaut sich im Fernsehen natürlich schon mal an, mit wem es da zu tun bekommt, welche Spieler auf welcher Position spielen. Und sicher werden wir noch ein paar Videos zu sehen bekommen.
Die Rovers sind schlecht in die Saison gestartet, haben aber längst wieder Tritt gefasst und von den letzten elf Spielen sieben gewonnen. Und im UEFA-Cup sind sie in dieser Saison noch ungeschlagen...
KIESSLING: Wir haben sicher keinen Anlass, den Gegner zu unterschätzen. Aber letztlich muss es uns egal sein, wie der Gegner drauf ist und wie oft der irgendwo gewonnen hat. Wenn wir gut drauf sind, werden wir als Gewinner den Platz verlassen.

Wie schätzt Du Eure Chancen ein?
KIESSLING: Wir haben sehr gute Chancen und wollen uns im Heimspiel natürlich eine möglichst gute Ausgangsposition für das Rückspiel erarbeiten. Am besten wäre ein Sieg ohne Gegentor.

Euer letztes UEFA-Cup-Spiel gegen Istanbul Ende vergangenen Jahres war für Dich ein besonders emotionales, oder?
KIESSLING: In dem Spiel ging es auf und ab. Es war sicher nicht ganz einfach, aber am Ende überwogen auch bei mir doch die positiven Eindrücke, weil wir weitergekommen sind. Die Reaktion der Fans hat mir sehr gut getan.

Du warst erst ziemlich geknickt, und bist dann von den Fans gefeiert worden...
KIESSLING: Ja, das war ja wirklich nicht selbstverständlich, denn ich hatte kein gutes Spiel gemacht. Solche Rückendeckung, die ich auch unter den Mitspielern und im Umfeld spüre, ist natürlich sehr schön. Das hilft einem sehr. Und ich hoffe einfach, dass ich dieses Vertrauen bald in Form von konstant guten Leistungen und hoffentlich noch einigen Toren zurückzahlen kann.

Die Winterpause scheint Dir gut getan zu haben. Jetzt sieht man schon einen anderen Stefan Kießling auf dem Platz. Was hast Du Dir vorgenommen für die Rückrunde?
KIESSLING: Ich will einfach wieder angreifen und fühle mich auch schon sehr viel wohler in meiner Haut. Das habe ich schon in der Vorbereitung gespürt. Ich habe ein ganz anderes Auftreten im Training und auch in den Spielen.

Weil Du Dich nicht mehr selbst unter so großen Druck setzt?
KIESSLING: Ja, ich denke, es hat damit zu tun. Ich fühle mich innerlich einfach freier. In der Hinrunde habe ich zuviel nachgedacht, war unzufrieden mit mir. Das hat meiner Leistung natürlich nicht gut getan. Ich glaube, dass mir die Wende jetzt gelungen ist.

Ein Grund für Dich, nach Leverkusen gekommen zu sein, war die Gewissheit, hier international spielen zu können. Jetzt hast Du ein paar UEFA-Cup-Partien absolviert. Wie hast Du die erlebt? Ist das wirklich etwas so Besonderes?
KIESSLING: Ja, absolut. Ich wollte immer international spielen, das war wirklich ein ganz ausschlaggebender Grund für meinen Wechsel zu Bayer 04. Man kämpft eine ganze Saison dafür, um eben diese Auftritte auf der internationalen Bühne haben zu können. Jeder Fußballer will auf diese Bühne.


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Letzte Änderung am 24.06.2018 20:00 von leverkusen.
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