Stadtplan Leverkusen
10.02.2007 (Quelle: Bayer 04)
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Jan-Ingwer Callsen-Bracker: Ich will mich hier behaupten


In der Winterpause lagen Jan-Ingwer Callsen-Bracker einige Angebote von anderen Vereinen vor, die ihm einen Stammplatz garantiert hätten. Den hat er bei Bayer 04 zwar nicht, trotzdem will sich der 22-Jährige in Leverkusen durchbeißen. Und Cheftrainer Michael Skibbe attestiert dem Allrounder, der sowohl in der Innen- wie Außenverteidigung als auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden kann, eine beachtliche Entwicklung in den vergangenen Monaten.

Jan, der Rückrundenstart von Bayer 04 ähnelt dem Beginn der Hinrunde. Verheißungsvoller Auftakt gegen Aachen, dann aber Niederlagen gegen Bremen und nun auch in Wolfsburg. Von Konstanz kann noch keine Rede sein....
CALLSEN-BRACKER: Stimmt, wir haben leider immer noch Phasen in den Spielen, in denen wir unkonzentriert spielen. In Aachen lagen wir plötzlich 0:2 hinten, obwohl wir eigentlich gut gespielt hatten. Gegen Bremen waren wir in der Anfangsphase etwas zu passiv und in Wolfsburg war die erste Halbzeit nicht gut.

Rudi Völler hat von Schönspielerei gesprochen...
CALLSEN-BRACKER: Na ja, da hat er ja Recht. In der Offensivbewegung sieht eigentlich alles ganz gut aus. Wir sind spielerisch ganz sicher gut drauf. Aber uns als Mannschaft passieren in der Defensive zu viele Fehler und Unaufmerksamkeiten.

So wie unmittelbar nach dem 2:2-Ausgleich in Wolfsburg...
CALLSEN-BRACKER: So etwas ist natürlich ganz ärgerlich. Man weiß ja, dass die ersten fünf Minuten nach einem eigenen Tor immer besonders gefährlich sind. Man ist noch ein bisschen euphorisch, steht vielleicht etwas ungeordnet, obwohl man gerade in dieser Phase besonders konzentriert sein müsste. So ein Spiel wie in Wolfsburg darf man eigentlich nicht mehr verlieren.

Wie hast Du die Rote Karte gegen Paul Freier gesehen?
CALLSEN-BRACKER: Ich war total überrascht. Denn als ich auf den Schiedsrichter sah, hatte er zunächst zur Gelben Karte gegriffen. Ich drehte mich also um, weil ich mit Juan etwas besprechen wollte und dann ging Paul auf einmal vom Feld. Ich fand die Entscheidung zu hart. Wenn es für so ein Foul in England die Rote Karte gäbe, würde fast jedes Spiel mit zwei gegen zwei enden.

Viele hatten in Wolfsburg mit Dir in der Startformation gerechnet. Warst Du enttäuscht, dass Du erst in der zweiten Hälfte reingekommen bist?
CALLSEN-BRACKER: Na ja, ich hatte schon ein bisschen darauf gehofft, von Anfang an zu spielen. Aber der Trainer hat sich anders entschieden, und das akzeptiere ich. Immerhin durfte ich noch 45 Minuten ran und habe meine Sache, glaube ich, ganz gut gemacht.

Michael Skibbe bescheinigt Dir eine tolle Entwicklung in den letzten Monaten. Worauf führst Du die zurück?
CALLSEN-BRACKER: Ich habe weiter an mir gearbeitet und immer an mich geglaubt. Ich denke, dass ich körperlich robuster geworden bin und mir dies zugute kommt. Außerdem konnte ich viel Spielpraxis in Ulf Kirstens Regionalliga-Team sammeln. Auch das hat mich sicherlich weitergebracht.

Du hattest in der Winterpause einige Angebote von anderen Klubs. Dennoch hast Du Dich ganz bewusst für Bayer 04 entschieden, obwohl die Konkurrenz nach der Rückkehr Roque Juniors auf der Position des Innenverteidigers noch größer geworden war. Eine mutige Entscheidung....
CALLSEN-BRACKER: Was heißt mutig. Ich will mich hier einfach behaupten. Michael Skibbe hat mir ja auch signalisiert, dass er sich freuen würde, wenn ich bleibe. Ich wusste also, dass ich meine Chance bekommen würde. Und ich weiß auch meine eigene Leistung einzuschätzen. Man sagt doch immer so schön, Konkurrenz belebe das Geschäft. Ich stelle mich der Konkurrenz, weil ich in den letzten Monaten wirklich viel investiert habe. Ich werde alles versuchen, meinen Weg bei Bayer 04 zu gehen.

Du bist schon in der C-Jugend zu Bayer 04 gekommen und nun auch einige Jahre im Lizenzspielerkader. Der große Durchbruch ist Dir bislang dennoch nicht gelungen. Hättest Du Dir damals als Junioren-Nationalspieler die Sache einfacher vorgestellt?
CALLSEN-BRACKER: Nein. Die Position des Innenverteidigers ist schon eine besonders verantwortungsvolle. Meistens spielen dort gestandene, erfahrene Profis. Ich wusste, dass das eine Aufgabe ist, in die man erst reinwachsen muss. Es dauert einfach seine Zeit, bis man auch die Akzeptanz innerhalb der eigenen Mannschaft hat. Und außerdem hatte ich zwischendurch auch immer wieder mit Verletzungen zu tun. Zuletzt musste ich nach einem Mittelfußbruch und fast daran anschließend einer Blinddarm-Operation ein halbes Jahr komplett pausieren. Dann hatte ich mal einen Syndesmosebandriss. Solche Verletzungen werfen einen natürlich zurück. Aber momentan bin ich topfit und stelle mich dieser Herausforderung.

Ein anderer Spieler aus der Bayer-Jugend, Gonzalo Castro, hat sich, obwohl jünger als Du, früher bei den Profis etabliert. Kam da manchmal Neid bei Dir auf?
CALLSEN-BRACKER: Nein, überhaupt nicht. Gonzo ist einfach ein Riesen-Talent. Ich finde es klasse, dass er es so schnell geschafft hat. Das spricht auch für eine hervorragende Nachwuchsarbeit bei Bayer 04. Hier wird super professionell gearbeitet, die Bedingungen sind optimal. Vor ein paar Jahren waren nur die Umstände für Talente noch nicht so gut, weil die Vereine eben meist nur „fertige“ Spieler verpflichtet haben. Jetzt setzt man mehr auf den eigenen Nachwuchs.

Michael Skibbe hat Deine Vielseitigkeit gelobt. Du kannst nicht nur Innen- und Außenverteidiger spielen, sondern auch auf der Sechserposition im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden. Ist diese Vielseitigkeit das Pfund, mit dem Du wuchern kannst?
CALLSEN-BRACKER: Ich denke zumindest, dass es kein Nachteil ist, wenn man flexibel ist. Ich fühle mich jedenfalls auch im defensiven Mittelfeld sehr wohl und durfte gegen Mönchengladbach ja auch schon mal auf dieser Position spielen.

Dein Vertrag läuft im Sommer aus. Wie siehst Du Deine Perspektiven bei Bayer 04?
CALLSEN-BRACKER: Die hängen ja ganz entscheidend von meinen Leistungen ab. Bis dahin kann noch so viel passieren. Ich werde versuchen, das Optimale aus mir herauszuholen. Dann wird man sehen.

Ihr habt jetzt eine englische Woche vor der Brust mit drei Heimspielen. Die müsst Ihr alle gewinnen, um in der Bundesliga den Anschluss an Platz fünf zu halten und im UEFA-Cup eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel zu haben. Der Druck ist groß, oder?
CALLSEN-BRACKER: Ich denke jetzt erst mal nur an Frankfurt. Klar ist, dass wir das Spiel gewinnen müssen, sonst würden wir tatsächlich Platz fünf aus den Augen verlieren. Aber ich bin sicher, dass wir mit dem Druck umgehen können. Wir müssen defensiv insgesamt kompakter stehen und schneller umschalten als zuletzt. Ein Sieg wäre auch wichtig für einen guten Auftakt in eine für uns richtungsweisende Woche.

Fernsehkommentatoren machen immer wieder gerne Späße über Deinen Namen. Nervt das noch oder trägst Du’s mit Humor?
CALLSEN-BRACKER: Mich hat das eigentlich noch nie genervt. Im Gegenteil, ich mag meinen Namen und finde es auch nicht schlimm, wenn die Reporter meine Einwechselung mit dem Spruch kommentieren, jetzt habe der Trainer versucht, ein bisschen mehr Würze ins Spiel zu bringen. Allerdings ist dies in letzter Zeit auch nicht mehr der Fall und das ist auch gut so. Ich finde ich es besser, wenn die Leute über meine Leistung sprechen.


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Letzte Änderung am 16.12.2009 11:50 von leverkusen.
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