Stadtplan Leverkusen
22.07.2006 (Quelle: TSV Bayer 04)
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Goldener Tag für Anne-Kathrin Elbe und Marvin Reitze


Zweimal Gold, zweimal Silber und drei Fahrkarten nach Peking: Mit dieser Bilanz endete der zweite Tag der Deutschen Jugend-Meisterschaften für den Leichtathletik-Nachwuchs des TSV Bayer 04. Hürdensprinterin Anne-Kathrin Elbe und Stabhochspringer Marvin Reitze waren in der A-Jugend nicht zu schlagen und dürfen wie der Zweitplatzierte Benjamin Hedermann (Hammerwurf) die Reise zu den U20-Weltmeisterschaften in den fernen Osten antreten. Florian Sürth machte mit Silber im Stabhochsprung den Leverkusener Doppelsieg perfekt.

Zum Auftakt der Titelkämpfe am Freitag gewannen die B-Jugendlichen Sarah Nöh (Speerwurf), Julia Förster (110 m Hürden) und Sebastian Heiser (Hammerwurf) jeweils Silber. Bronze gab es für Stabhochspringer Gerson Harting und Langstreckler Alexander Hahn. Die Leverkusener Zweitplatzierten qualifizierten sich obendrein für den U18-Länderkampf gegen Polen am 5. August in Zittau, zu dem jeweils die zwei besten deutschen B-Jugendlichen eingeladen werden.

Mit einer Kleinigkeit war Anne-Kathrin Elbe nach ihrem Sieg über 100 Meter Hürden nicht so recht zufrieden: ihrer Bestzeit von 13,45 Sekunden im Zwischenlauf. „Die wäre ich gerne im Finale gelaufen“, meint die 19-Jährige schmunzelnd und lachte. Abgesehen von diesem kosmetischen Makel war die Hürdenflitzerin „super glücklich“ über ihren Titelgewinn. 13,58 Sekunden reichten im Endlauf zum ungefährdeten Erfolg.

Wind und Wetter machten dem Stabhochspringer Marvin Reitze vor seinem ersten Versuch Angst. „Ich bin dann schon bei 4,95 Metern eingestiegen“, berichtet der spätere Deutsche A-Jugendmeister. Fortan lief alles nach Plan, auch die Siegeshöhe von 5,25 Metern nahm Reitze „total locker“. Nachdem er als Sieger feststand, versuchte sich der 17-Jährige an einer neuen persönlichen Bestleistung von 5,51 Metern, scheiterte aber besonders im dritten Anlauf denkbar knapp. „Damit wäre ich die Nummer Zwei in der Welt“, verrät Reitze.

Mit 5,15 Metern schwang sich Reitzes Disziplinenkollege Florian Sürth zu einem neuen Hausrekord empor und gewann Silber. Die Peking-Norm von 5,10 Metern erfüllte der Stabhochspringer damit, wird aber leider nur Ersatzmann für die U20-WM sein. Den Vorzug erhielt der Dritte, Raphael Holzdeppe aus Zweibrücken (5,10 m), da er mit 5,30 Metern die klar bessere Vorleistung vorzuweisen hatte – Sürth war mit 4,90 Metern angereist. Wenigstens der Spaß am Fliegen kam in Wattenscheid zurück. „Den hatte ich zwischenzeitlich nämlich total verloren“, erklärte Sürth.

Auf einer Skala von eins bis zehn gab sich Benjamin Hedermann zwar nur eine „sieben“, aber auch das reichte zur Silbermedaille im Hammerwurf. „Ich wollte Deutscher Meister werden und die Quali für Peking schaffen. Die Hälfte habe ich erreicht“, erklärte der Kraftathlet nur halb zufrieden. Immerhin die Hälfte könnte Hedermann auch sagen, denn zwei Jugendliche haben in dieser Saison schon weiter geworfen als der Leverkusener, somit gab es drei heiße Anwärter für die U20-WM-Startplätze. Mit seiner Leistung von 72,62 Metern blieb der Schüler einen knappen halben Meter hinter dem Sieger Alexander Ziegler (Dischingen) zurück, lag aber vor dem dritten Konkurrenten Jerrit Lipske (Quelle Fürth/München/Würzburg).

Um zwei Hundertstelsekunden schrammte Hürdensprinterin Julia Förster an Gold vorbei. Im Endlauf der weiblichen Jugend B führte die Leverkusenerin bis zur vorletzten Hürde und musste sich letztendlich mit 14,00 Sekunden nur der Chemnitzerin Cindy Roleder geschlagen geben. „Mit einer Medaille hatte ich gerechnet. Es ist natürlich immer ein bisschen schade, wenn es dann so knapp ausgeht“, meinte Trainer Erik Schneider. Schon im Vorjahr hatte Förster Silber gewonnen.

Trotz einer Steigerung ihrer Bestleistung um über einen Meter auf 47,75 Meter reichte es für Speerwerferin Sarah Nöh nicht zur erfolgreichen Titelverteidigung. Im sechsten und letzten Durchgang setzte sich die 16-Jährige an die Spitze der Konkurrenz, wurde in letzte Minute aber noch von Anna-Magdalena Stengl (Halle/48,10 m) abgefangen.

Mit einem neuen Hausrekord und einer Silbermedaille um den Hals trat Sebastian Heiser den Heimweg an. Mit 65,46 Metern blieb der Hammerwerfer nur hinter Richard Olbrich (Bad Gandersheim/67,17 m) zurück.

Überraschend die Bronzemedaille im Stabhochsprung gewann Gerson Harting mit 4,50 Metern. Anschließend bewies der B-Jugendliche im Speerwurf seine Vielseitigkeit. Mit 61,70 Metern belegte der Bayer-04-Athlet dort den achten Platz. Ebenfalls Dritter wurde 3000-Meter-Läufer Alexander Hahn. Eine Runde vor Schluss musste der Vorjahres-Zweite abreißen lassen und beendete das Rennen nach 8:37,58 Minuten.

Die 800-Meter-Läufer Robin Schembera (1:52,94 min) und Annett Horna (2:09,20 min) qualifizierten sich ungefährdet für ihre Endläufe am Sonntag, bei denen beide A-Jugendlichen Goldspiranten sind. Mit einer persönlichen Bestzeit von 54,49 Sekunden zog Sorina Nwachukwu ins Finale über 400 Meter der weiblichen A-Jugend ein.

Die Leverkusener Top-Acht-Platzierungen der ersten beiden Wettkampftage:

Männliche Jugend A: Stabhochsprung: 1. Marvin Reitze 5,25 m, 2. Florian Sürth 5,15 m; Dreisprung: 6. Henrik Beerlage 13,91 m; Hammerwurf: 2. Benjamin Hedermann 72,62 m, 5. Pascal Tang 65,35 m.

Weibliche Jugend A: 100 m Hürden: 1. Anne-Kathrin Elbe 13,58 sec (ZL: 13,45 sec); Weitsprung: 5. Lisette Thöne 5,90 m.

Männliche Jugend B: 3000 Meter: 3. Alexander Hahn 8:37,58 min; 110 m Hürden: 7. Alyn Camara 14,65 sec (ZL: 14,56 sec); Stabhochsprung: 3. Gerson Harting 4,50 m, 7. Dennis Löhr 4,40 m; Speerwurf: 8. Gerson Harting 61,70 m; Hammerwurf: 2. Sebastian Heiser 65,46 m, 4. Fabian Hedermann 60,52 m; 4x100-m-Staffel: 4. TSV Bayer 04 Leverkusen (Florian HübnerTobias SteimelsAlexander Wallraff – Alyn Camara) 42,84 sec.

Weibliche Jugend B: 110 m Hürden: 2. Julia Förster 14,00 sec (VL: 13,94 sec); Diskuswurf: 6. Daniela Fink 40,69 m; Speerwurf: 2. Sarah Nöh 47,75 m; 4x100-m-Staffel: TSV Bayer 04 Leverkusen (Daniela Fink – Marie-Madeleine PrionAlexandra SzarabajkoKerstin Schmitz) 48,26 sec.

Alle Ergebnisse gibt es unter www.leichtathletik.de. Dort gibt es am Sonntag ab 12.30 Uhr auch einen Live-Ticker.


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