WM: Nur zwei Handbreit fehlen Markus Esser zu Bronze


Archivmeldung aus dem Jahr 2005
Veröffentlicht: 09.08.2005 // Quelle: TSV Bayer 04

Es war eine Leichtathletik-Weltmeisterschaft der Extreme für Hammerwerfer Markus Esser, die der Leverkusener am Ende mit 79,16 Metern als strahlender Vierter beendete. In der Qualifikation stand der von Helge Zöllkau betreute Sportsoldat nach zwei von drei Versuchen vor dem Aus und rettete sich mit einem Kraftakt ins Finale, wo er zwei Durchgänge lang auf einem Medaillenrang rangierte, bevor ihn die Konkurrenz noch vom Podest verdrängte. „Damit habe ich im Vorfeld nie gerechnet. Wenn mir jemand gesagt hätte, du wirst hier Vierter, hätte ich ihm geantwortet ‚du spinnst’“, meinte der Olympia-Elfte nach seinem endgültigen Durchbruch in die Weltspitze, an deren Tür er mit seinem ersten 80-m-Wurf Anfang Juni schon geklopft hatte.

Im Olympiastadion von Helsinki stieß der von Ingrid Thyssen und Gerhold Wohlfarth einst entdeckte 25-Jährige das Tor endgültig auf: „Ich bin zwar einen Kopf kleiner als die Konkurrenz, aber deswegen längst nicht schwächer“, meinte der 1,77-m-Mann nach seinem WM-Wettkampf in der finnischen Hauptstadt, wo er anschließend im deutschen WM-Klub auf seinen Erfolg anstieß.

In den ersten beiden Versuchen des Finals hatte Esser der Konkurrenz den Fehdehandschuh hingeworfen und mit 78,57 und 79,11 Metern Platz zwei erkämpft. „Ich habe schon vorher gesagt, dass es auf die ersten zwei Versuche ankommt.“ In denen fand sich der gelernte Erzieher deutlich besser zurecht als die Konkurrenz. Doch dann drehten Titelverteidiger Iwan Tichon und sein weißrussischer Landsmann Wadim Dewjatowski mächtig auf und legten 80-m-Würfe vor. Auch Sydney Olympiasieger Szymon Ziolkowski aus Polen zog mit 79,35 Metern an Esser vorbei. In Runde vier kämpfte sich der Leverkusener bis auf 19 Zentimeter (79,16 m) an Ziolkowski heran. „Markus packt heute die 80 Meter“, meinte Trainer Zöllkau zu diesem Zeitpunkt sogar noch, sollte sich aber irren.

Nach dem Wettkampf wurde Esser von seinen Gefühlen hin- und hergerissen: „Ich sehe es mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits bin ich noch ein bisschen frustriert wegen der fehlenden 19 Zentimeter, aber morgen wird dann mit Sicherheit die Freude überwiegen, denn ich bin WM-Vierter geworden. Das hätte ich vorher nie zu träumen gewagt.“

Dabei musste der 103-kg-Mann, der schon 2000 bei Olympia in Sydney, 2002 bei der EM in München und 2004 bei Olympia internationale Erfahrung sammelte, erstmals seit langem ohne sein geliebtes Piratenkopftuch werfen. Das war bei der WM nicht erlaubt, weil es nicht offizieller Bestandteil der Wettkampf-Bekleidung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) ist. Zugelassen war indes ein kleiner Plüschtiger als Maskottchen, den Esser von seiner Freundin bekommen hatte.

Ihr gegenüber hatte der Hammerwerfer auch angekündigt, sein Kinnbärtchen rot färben zu lassen, falls es für eine Medaille reichen würde. „Jetzt im Nachhinein muss ich zugeben, dass ich mich gern mit einem roten Bart gesehen hätte“, sagte der U23-EM-Dritte von 2001. Die Gelegenheit dazu dürfte aber in den nächsten Jahren kommen, denn Esser gilt als Mann für die Zukunft. „International war es mein bester Wettkampf und ich glaube, dass es überhaupt der beste war, den ich je gemacht habe, wenn man den Rahmen und das Publikum hier mit berücksichtigt.“

Ähnlich sah es Bayer-04-Leichtathletik-Geschäftsführer Paul Heinz Wellmann: „Wenn man sich anschaut, wen Markus heute geschlagen hat, dann ist sein Abschneiden hier fast schon sensationell zu nennen.“

Den Titel sicherte sich letztlich souverän mit 83,89 Metern der Olympia-Zweite und Titelverteidiger Iwan Tichon. Wadim Dewjatowski wurde mit 82,60 Metern Zweiter, Szymon Ziolkowski mit 79,35 Metern Dritter. Holger Klose aus Saarbrücken, zweiter Deutscher im Finale, kam auf Platz elf (74,80).

Der weitere Zeitplan der Leverkusener WM-Starter:
(Wettkampfzeiten in Ortszeit – Deutschland minus 1 Stunde; TV-Zeiten in MESZ)

Dienstag, 9. August
12.10 Uhr Stabhochsprung Männer Qualifikation (Danny Ecker und Lars Börgeling)
20.00 Uhr Dreisprung Männer Qualifikation (Charles Friedek)
ZDF – 10.30 bis 14.00 Uhr, 17.35 bis 19.00 Uhr und 19.25 bis 20.15 Uhr
Eurosport – 10.30 bis 14.30 Uhr und 17.00 bis 20.45 Uhr

Mittwoch, 10. August
14.00 und 15.30 Uhr Hammerwurf Frauen Qualifikation (Susanne Keil)
ARD – 9.05 bis 13.00 Uhr und 17.15 bis 21.45 Uhr
Eurosport – 9.45 Uhr bis 15.30 Uhr und 17.00 bis 21.30 Uhr

Donnerstag, 11. August
18.35 Uhr Stabhochsprung Männer Finale

20.00 Uhr Dreisprung Männer Finale
ZDF – 17.35 bis 19.00 Uhr und 19.15 bis 21.15 Uhr
Eurosport – 17.30 bis 21.15 Uhr

Freitag, 12. August
13.20 und 14.40 Uhr Speerwurf Frauen Qualifikation (Steffi Nerius)
14.00 Uhr Weitsprung Männer Qualifikation (Nils Winter)
19.50 Uhr Hammerwurf Frauen Finale
ARD – 10.30 bis 15.00 Uhr und 17.15 bis 21.00 Uhr
Eurosport – 10.30 bis 14.30 Uhr und 17.30 bis 21.00 Uhr

Samstag, 13. August
19.45 Uhr Weitsprung Männer Finale
ZDF – 13.00 bis 15.40 Uhr, 17.30 bis 19.00 Uhr und 19.10 bis 20.50 Uhr
Eurosport – 13.15 bis 15.30 Uhr und 17.30 bis 21.00 Uhr

Sonntag, 14. August
Speerwurf Frauen Finale 19.25 Uhr
ARD – 13.00 bis 16.00 Uhr und 18.00 bis 20.30 Uhr
Eurosport – 13.15 bis 15.45 Uhr und 18.15 bis 20.30 Uhr

Mehr Infos mit Starterlisten, Statistiken, dem detaillierten Zeitplan und vielem mehr gibt es unter www.iaaf.org/wch05/index.html.


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

Kategorie: Sport
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