Zwei Kenianer zu Besuch in Leverkusen:

WM-Schulen – Fair Play for Fair Life

Archivmeldung aus dem Jahr 2005
Veröffentlicht: 04.05.2005 // Quelle: Stadtverwaltung

„Die Welt zu Gast bei Freunden.“ So lautet das Motto für die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland nächstes Jahr. Dieses Motto wurde an der Städtischen Gemeinschaftshauptschule Görresstraße jetzt eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Aus zwei „Fremden“ – man kannte sich zwar bereits über das Internet – sind Freunde geworden.

Zur Vorstellung des Projektes „WM-Schulen – Fair Play for Fair Life“ am Mittwoch, 4. Mai, waren Simon Matheka Muindi und George Wambugu nach Leverkusen gekommen.

Bei dem Projekt „WM-Schulen“ unterstützen Schulen FIFA-Mitglieder. Bundesweit nehmen also an der Aktion über 205 Schulen teil, entsprechend dem FIFA-Stand.

Die Gemeinschaftshauptschule Görresstraße unterstützt bis zur WM 2006 Kenia. Die Schule repräsentiert das afrikanische Land nicht nur sportlich, sondern setzt sich in vielen weiteren schulischen Projekten mit dem Land auseinander. Geschichte, Kultur, das Leben und viele andere Dinge werden die Schüler über Kenia kennen lernen. Für Schulleiter Georg Aumüller ist es „für Schüler wichtig, über andere Kulturen mehr zu lernen, da das Leben in Kenia viel anstrengender ist, als in Deutschland“.

Ausgelost wurde die Schule bereits Ende 2004. Jürgen Klinsmann, Deutschlands Nationaltrainer, und Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zogen am 12. November 2004 offiziell die Kandidaten.

Simon Matheka Muindi (23) und George Wambugu (24) haben in ihren jungen Jahren in Mathare bereits viel erleben müssen. Sie haben sich in Mathare, dem wahrscheinlich mit 100.000 Einwohnern größten Slum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi, hochgearbeitet. Heute sind Simon und Geoge, wie sie von allen Schülern freundschaftlich genannt werden, in ihrer Heimat Vorbilder.

Für George und seinen Freund ist Fußball nicht nur ein Sport, sondern wird da, wo sie herkommen, zu einer Grundeinstellung. Die Vereinigung „Mathare Youth Sports Association“ (MYSA) unterstützt seit 1988 Kinder und bringt diesen das Fußballspielen bei. Es spielen nicht nur die Jungen, sondern auch die Mädchen gemeinsam erfolgreich im Team von Mathare.

Neben Fußball steht aber auch die Gemeinschaft im Vordergrund. Alle Kinder müssen an Wochenenden in ihrem Stadtbezirk Müll einsammeln. „Dadurch lernen sie, dass man gemeinsam was erreichen kann“, betont die Englischlehrerin Evangelia Naumann.

Besondere Regeln gelten auch für die bundesweit teilnehmenden 205 Schulen: Neben dem „Fair Play Gedanken“ werden in jeder Mannschaft Jungen und Mädchen gemeinsam spielen. Zudem muss in jedem Spiel ein Mädchen ein Tor geschossen haben. Ist das nicht der Fall, muss das Spiel neu ausgetragen werden.

In den nächsten Monaten muss sich die Hauptschule Görresstraße zunächst gegen die Theodor-Heuss-Realschule und die Gesamtschule Schlebusch, die Sri Lanka und die Niederländischen Antillen vertreten, durchsetzen. Nach weiteren regionalen Wettkämpfen würde sie dann zum Halbfinale nach Hamburg eingeladen, bevor es im nächsten Jahr zum großen Finale in Potsdam kommen könnte.

Auch wenn die Schüler der fünften und sechsten Klassen das Finale in Potsdam nicht erreichen sollten, erfahren sie viel über das Leben im 8.000 Kilometer entfernten Kenia.

Für viele Kinder im Slum von Mathare wird es vielleicht nur ein Traum bleiben, so gut spielen zu können wie Didier Drogba, Fußballprofi vom FC Chelsea, aber wenn die kenianische Nationalmannschaft 2006 zu Gast in Deutschland sein, dann werden sich viele an das große Engagement der Gemeinschaftshauptschule Görresstraße erinnern.


Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

Kategorie: Sport
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