Modellversuch "Schule & Co."

Bildungsministerium und Bertelsmann Stiftung ziehen positive Projekt-Bilanz / Minister Behler: "Durch 'Schule & Co.' ist eine neue Lernkultur entstanden"

Archivmeldung aus dem Jahr 2002
Veröffentlicht: 15.07.2002 // Quelle: Landesregierung

Mit Beginn der Sommerferien endet der Modellversuch "Schule & Co." - und die Bilanz der geleisteten Arbeit ist hervorragend. "In den beteiligten Schulen hat sich eine neue Lernkultur entwickelt", lobte NRW-Bildungsministerin Gabriele Behler. In einem umfassenden Gutachten zum Abschluss des Projektes bezeichnen die beiden renommierten Bildungsexperten Johannes Bastian (Hamburg) und Hans-Günter Rolff (Dortmund) die Initiative als “das vielleicht herausragendste Schulentwicklungsprojekt in Deutschland”.

Mit 52 Schulen im Kreis Herford und der Stadt Leverkusen war das Modellprojekt 1997 vom nordrhein-westfälischen Bildungsministerium und der Bertelsmann Stiftung gestartet worden. Während der Laufzeit wuchs die Zahl auf 90 Schulen. “Die wichtigsten Ziele des Modellvorhabens, den Unterricht zu verbessern, den Schulen mehr Selbstständigkeit einzuräumen und sie zugleich stärker mit ihrem regionalen Umfeld zu vernetzen, sind in vollem Umfang erreicht worden”, sagte Bildungsministerin Gabriele Behler bei der gemeinsamen Vorstellung der Projektergebnisse mit dem Präsidiumsvorsitzenden der Bertelsmann Stiftung, Dr. Gunter Thielen. "Und nicht zuletzt PISA hat uns ja eindrucksvoll bestätigt, wie entscheidend die Qualität des Unterrichts und die Selbstständigkeit der Schule für den Erfolg und die Motivation von Schülerinnen und Schülern, aber auch von Lehrerinnen und Lehrern ist", sagte Behler.

Die erheblichen Fortschritte in der Unterrichtsentwicklung belegt eine Abschlussbefragung von 3238 Schülerinnen und Schülern durch das Dortmunder Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS). Danach gaben rund 80 Prozent an, neue Lern- und Arbeitstechniken vermittelt bekommen zu haben, etwa 70 Prozent hätten neue Formen der Teamarbeit kennen gelernt und 53 Prozent hätten an Kommunikationstrainings teilgenommen. Im Ergebnis sei die Gruppenarbeit intensiviert worden; auch Texte könnten strukturierter bearbeitet und besser verstanden werden. Viele Schülerinnen und Schüler seien nun in der Lage, frei vorzutragen und eigenständig Präsentationen anzufertigen, stellten Bastian und Rolff fest.

Im Vergleich mit repräsentativen, bundesweiten IFS-Erhebungen zeigten die Projektschulen im Kreis Herford und der Stadt Leverkusen eine höhere Vielfalt der Lernformen: Von den Lehrerinnen und Lehrern gelenkte, fragend-entwickelte Unterrichtsgespräche kämen bei den beteiligten Gymnasien und Realschulen deutlich seltener vor als im Bundesdurchschnitt. Klassendiskussionen und vor allem offene Unterrichtsformen wie Gruppenarbeit würden in den Projektschulen weitaus intensiver praktiziert. Die Schüler könnten selbstständiger arbeiten, hätten ein positives Selbstbild und könnten ihr eigenes Lernverhalten besser reflektieren.

Die wichtigste Grundlage für diese Veränderung des Unterrichts war ein differenziertes Fortbildungs- und Trainingsprogramm für Lehrerinnen und Lehrer. Sie eigneten sich neue Unterrichtsmethoden an, lernten diese im Team anzuwenden und ihre eigene Arbeit systematisch zu reflektieren. "Lehrerinnen und Lehrer verstehen sich zunehmend weniger als Einzelkämpfer, sondern arbeiten gemeinsam an der bestmöglichen Förderung der Schülerinnen und Schüler", heißt es im Bericht. Und dies kommt in der Klasse auch wirklich an. So sagten fast 85 Prozent der befragten Schüler: "Unsere Lehrer bemühen sich darum, dass wir alle wirklich etwas lernen."

Auch dem Ziel, die Schulen stärker in der Region zu vernetzen, sei man ein erhebliches Stück näher gekommen. So sei der Kontakt mit umliegenden Betrieben intensiviert und der Übergang von der Schule in den Beruf durch Kooperationen und Netzwerke verbessert worden. Durch die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft spielten Praxis- und Berufsnähe inzwischen eine größere Rolle im Unterricht. Auch mit außerschulischen Bildungseinrichtungen seien die Projekt-Schulen nun besser vernetzt.

Bildungsministerin Gabriele Behler betonte die Schubwirkung der Initiative für das flächendeckende Modellvorhaben “Selbstständige Schule”, das nach den Sommerferien startet. “Bereits fünf Jahre vor PISA haben wir mit 'Schule & Co.' konsequent und systematisch an der Verbesserung des Unterrichts gearbeitet und das Schulentwicklungsmanagement in einer regionalen Bildungslandschaft nachhaltig unterstützt. Die ermutigenden Ergebnisse zeigen, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben.” Der Präsidiumsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, Dr. Gunter Thielen, sieht einen wichtigen Erfolg des Projektes darin, dass es gelungen sei, auch außerschulische Partner in den Regionen zu mobilisieren, um das Lernen der Kinder und Jugendlichen zu verbessern. Gerade die Betriebe vor Ort hätten großes Interesse an der Verbesserung des Unterrichts gezeigt und seien bereit, stärker mit den Schulen zu kooperieren.

Weitere Informationen unter www.schule-und-co.de


Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

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