Bezug der neuen Unterkunft für Geflüchtete in der Sandstraße steht bevor


Archivmeldung aus dem Jahr 2020
Veröffentlicht: 28.10.2020 // Quelle: Stadtverwaltung

Ab November erfolgt der Bezug der neuen Unterkunft für Geflüchtete an der Sandstraße. Die neue Unterkunft ist darauf ausgelegt, rund 350 Personen aufzunehmen. Damit stehen am Standort Sandstraße mit den Bestandsgebäuden künftig insgesamt 450 Plätze für Geflüchtete zur Verfügung. Das entspricht der Kapazität der bisher vorhandenen Einrichtung am Standort. Mit der Fertigstellung der Einrichtung an der Sandstraße werden nach und nach die Gemeinschaftseinrichtungen in Containerbauweise in den verschiedenen Stadtteilen aufgegeben. Sie dienten als Übergangslösung bis zur Fertigstellung des Neubaus in der Sandstraße und wurden daher für fünf Jahre angemietet.

Die neue Unterkunft in der Sandstraße ist nicht nur wirtschaftlicher und (und nach Ansicht der Stadtverwaltung) umweltfreundlicher (keine Solaranlagen oder begrünte Dächer). Sie bietet den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern auch ein deutlich größeres Maß an Privatsphäre. Gemeinschaftlich wird nur noch der „Waschsalon“ genutzt. Küchenzeile und sanitäre Anlagen befinden sich in jeder Wohneinheit. Die abgeschlossenen Wohneinheiten sind für vier Personen ausgelegt und ermöglichen eine familiengerechte Unterbringung. Kleine Wohneinheiten sind insbesondere in Zeiten von COVID 19 von Vorteil. Zudem können in der neuen Einrichtung die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Handicaps bei der Unterbringung berücksichtigt werden. Denn es stehen barrierefreie und behindertengerechte Wohneinheiten zur Verfügung.

Betreuungsangebote am Standort
Zwei Konferenz- und Schulungsräume bieten unter anderem Platz für Sprachkurse, Homeschooling oder Treffen von ehrenamtlich Aktiven. Die Unterbringung und Versorgung der Geflüchteten erfolgt in Kooperation mit verschiedenen Akteuren – basierend auf dem bestehenden Betreuungskonzept, das sich in den vergangenen Jahren sehr bewährt hat. Dieses Konzept sieht eine feste Präsenz der Mitarbeitenden für Beratung und Betreuung vor. Neben der Leiterin der Gemeinschaftsunterkunft werden Einrichtungsbetreuer und Hausmeister vor Ort sein, die den reibungslosen Betrieb der Einrichtung regeln und als Ansprechpersonen für Bewohnerinnen und Bewohner, Anwohnerinnen und Anwohner oder auch Ehrenamtliche zur Verfügung stehen. Der Sicherheitsdienst ist rund um die Uhr in der Einrichtung im Einsatz und gewährleistet in Schichtdiensten den Sicherheits- und Brandschutz.

Eine weitere Säule im Betreuungskonzept stellt die sozialpädagogische Betreuung durch den Caritasverband Leverkusen dar, um insbesondere die Integration zu fördern. Dabei übernimmt der Caritasverband unter anderem die Erstberatung der Geflüchteten und deren sozialfachliche Betreuung während ihres Aufenthalts in der Unterkunft. Die Auszugsberatung, die die Geflüchteten in die Lage versetzen soll, eigenverantwortlich auf Wohnungssuche zu gehen, wird sowohl vom Caritasverband als auch vom Flüchtlingsrat geleistet.

Ergänzend dazu werden Beratungs- und Hilfestellen, ehrenamtlich Aktive und das Kommunale Integrationszentrum zahlreiche weitere Angebote am Standort machen. Dazu zählen unter anderem Sprachkurse, Spielgruppen und Hausaufgabenbetreuung für Kinder und Jugendliche, der Einsatz der Quartierslotsen, die den Neuankommenden eine erste räumliche Orientierung im Stadtteil geben, ein Unterstützungsprojekt zum digitalen Lernen, die Bildungspatenschaft des Kommunalen Integrationszentrums, das Projekt „Migranten für Migranten“, die Nachbarschaftsinitiative „Willkommen neue Nachbarn“, das Wildbienenprojekt des NaturGuts Ophoven oder auch die Kleiderkammer des Caritasverbandes.

Bezug der neuen Einrichtung
Die Umzüge in den Neubau in der Sandstraße orientieren sich unter anderem an den Laufzeiten der Mietverträge der Gemeinschaftseinrichtungen in Containerbauweise. Noch in diesem Jahr werden die Bewohner der Schlebuscher Unterkunft von-Diergardt-Straße umziehen. Anfang 2021 wird die Unterkunft Schopenhauer Straße in Steinbüchel aufgegeben und im Herbst die Einrichtung in der Lerchengasse in Lützenkirchen. Zur Jahreswende 2021 / 2022 werden die Bewohner der Unterkunft in Bürrig (Heinrich-Claes-Straße) umziehen. Als letzte Unterkunft wird die Gemeinschaftseinrichtung in der Waldsiedlung (Merziger Straße) Anfang 2022 als Flüchtlingsunterkunft aufgegeben.

Nach Aufgabe der Containerstandorte in den verschiedenen Stadtteilen wird neben der Einrichtung in der Sandstraße weiterhin das Übergangsheim in der Josefstraße in Manfort mit 180 Plätzen vorgehalten.

Das Leverkusener Modell
In den Gemeinschaftseinrichtungen wohnen Menschen mit Fluchthintergrund, die Leverkusen durch das Land zugewiesen werden. Insofern sind diese Einrichtungen für die Geflüchteten die erste Anlaufstation in der Stadt. Sie leben hier in der Regel solange, bis sie eine eigene Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt gefunden haben. Die Wohnungssuche ist bei angespannter Wohnungsmarktsituation herausfordernd. 50 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner verbringen durchschnittlich bis zu einem Jahr in Gemeinschaftsunterkünften. Ein Drittel findet nach ein bis zwei Jahren eine Wohnung und gut 10 Prozent nach zwei bis drei Jahren.
Ziel ist es, zugewanderten Menschen die Integration in unsere Gesellschaft zu erleichtern, um so schnell wie möglich autark zu sein. Deshalb wurde das bewährte „Leverkusener Modell“ zur Unterbringung von Geflüchteten in privatem Wohnraum im gesamtstädtischen Integrationskonzept verankert. Im Zusammenspiel mit den spezifischen Beratungsangeboten von Flüchtlingsrat und Caritasverband Leverkusen bietet es eine gute Grundlage für die wohnliche Versorgung von neu Zugewanderten und trägt dazu bei, dass Segregation vermieden wird.

Zahlen und Fakten
Die neu Zugewanderten kommen schwerpunktmäßig aus dem Irak und Iran, der Türkei, Syrien und Nigeria. Aktuell leben 768 Personen in städtischen Übergangsheimen für Geflüchtete, davon 524 Personen in Gemeinschaftseinrichtungen und 244 in Wohnungen, die seitens der Stadt angemietet wurden. Die Belegungsquote der Gemeinschaftsunterkünfte liegt aktuell bei 90 Prozent. Der Corona-Krise geschuldet, wurden die Zimmer in den Unterkünften mit Einzelpersonen belegt. Bislang sind Leverkusen dieses Jahr 105 Personen zugewiesen worden. Dies ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. (2019: 148 Personen, 2018: 347 Personen, 2017: 381 Personen). Die aktuelle Erfüllungsquote liegt bei 90 Prozent. Das heißt, die Stadt ist aktuell verpflichtet, noch 50 Personen aufzunehmen.



Auf Nachfrage erklärte Pressesprecherin Julia Trick: "die Unterkunft in der Felderstraße in Rheindorf steht bereits seit einiger Zeit leer und wird als Möglichkeit vorgehalten, mit dem Corona-Virus infizierte Personen frühzeitig zu isolieren. Das heißt, es sind keine Flüchtlinge in der Felderstraße mehr untergebracht, so dass auch niemand von dort in die Sandstraße umziehen wird."
Leverkusen.com fragte daher: "Nach Vorlage 2015/0514 sollte die Anlage für fünf Jahre gemietet werden (mit Verlängerungsoption um 2 Jahre).
Geliefert wurde Anlage Ende Dezember 2015.
Wird sie somit noch dieses Jahr abgebaut oder zieht (oder hat bereits gezogen) die Stadt (aus Corona-Gründen) ihre zweijährige Verlängerungsoption?" und hofft noch auf eine Antwort.
Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

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