Bayer: Erfreuliche Geschäftsentwicklung in allen Divisionen

Veräußerung von Currenta und Animal Health vereinbart

Archivmeldung aus dem Jahr 2019
Veröffentlicht: 30.10.2019 // Quelle: Bayer AG

Der Bayer-Konzern hat in allen wichtigen Bereichen Fortschritte gemacht und ist sowohl operativ als auch strategisch auf Kurs. „Bayer blickt auf ein erfolgreiches 3. Quartal zurück“, sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann am Mittwoch bei der Telefon-Pressekonferenz zu den Quartalszahlen. „Wir konnten den Umsatz und das bereinigte EBITDA des Konzerns steigern. Alle Divisionen zeigten eine erfreuliche Geschäftsentwicklung. Zugleich haben wir auch strategisch große Fortschritte gemacht. Hier spreche ich vor allem über die Effizienz-, Struktur- und Portfoliomaßnahmen, die wir Ende 2018 angekündigt hatten.“ Den Ausblick für 2019 bestätigte Baumann trotz weltweit rückläufiger Wachstumserwartungen.

„Wir kommen bei den angekündigten Verkäufen schneller voran als geplant“, so der Vorstandschef. Im August einigte Bayer sich mit Elanco Animal Health vertraglich, dem US-Unternehmen das Tiergesundheitsgeschäft für 7,6 Milliarden US-Dollar zu verkaufen, und vereinbarte den Verkauf seines 60-prozentigen Anteils am deutschen Standortdienstleister Currenta an ein durch Macquarie Infrastructure and Real Assets kontrolliertes Unternehmen. Beide sind nun als nicht fortgeführtes Geschäft ausgewiesen. Den Vollzug des Verkaufs von Animal Health erwartet Bayer für Mitte 2020, die Veräußerung des Currenta-Anteils soll im Dezember 2019 abgeschlossen werden. Der im Juli bekannt gegebene Verkauf des Geschäfts mit Fußpflegeprodukten der Marke Dr. Scholl’s™ an Yellow Wood Partners soll im November vollzogen werden. Die Veräußerung der Marke Coppertone™ an Beiersdorf wurde bereits im August abgeschlossen.

Der Konzernumsatz erhöhte sich im 3. Quartal währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) um 5,4 (nominal: 6,1) Prozent auf 9,830 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 7,5 Prozent auf 2,291 Milliarden Euro. Ein positiver Effekt von ungefähr 110 Millionen Euro ergab sich durch den seit 1. Januar 2019 angewendeten IFRS 16, in dessen Rahmen die Aufwendungen für Leasingverhältnisse nicht mehr im EBITDA erfasst werden. Zudem waren positive Währungseffekte von 77 Millionen Euro zu verzeichnen.

Das EBIT sank um 71,9 Prozent auf 1,215 Milliarden Euro. Darin sind per saldo Sondereinflüsse von minus 13 Millionen Euro enthalten, verglichen mit einem positiven Wert von 3,128 Milliarden Euro ein Jahr zuvor, als Sondererträge im Zusammenhang mit den Verkäufen an BASF in Höhe von etwa 3,9 Milliarden Euro vor Steuern anfielen. Im 3. Quartal 2019 fielen Sondererträge in Verbindung mit einem Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf des Geschäfts mit verschreibungspflichtigen Dermatologieprodukten außerhalb der USA von 350 Millionen Euro an. Dem standen Sonderaufwendungen insbesondere im Zusammenhang mit dem laufenden Restrukturierungsprogramm (213 Millionen Euro) sowie mit Rechtsfällen (104 Millionen Euro) gegenüber. Das Konzernergebnis ging nach den hohen Sondererträgen ein Jahr zuvor um 63,9 Prozent zurück auf 1,036 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft stieg um 6,4 Prozent auf 1,16 Euro.

Der Free Cash Flow legte um 13,2 Prozent zu auf 1,263 Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung reduzierte Bayer zum 30. September 2019 im Vergleich zum 30. Juni 2019 um 2,4 Prozent auf 37,860 Milliarden Euro.

Crop Science erhöht Umsatz und Ergebnis
Im Agrargeschäft (Crop Science) erhöhte Bayer den Umsatz wpb. um 4,8 Prozent auf 3,948 Milliarden Euro dank eines Anstiegs in Latein- und Nordamerika. „Wir sehen bei Crop Science eine gute Geschäftsentwicklung – auch in einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld“, sagte Baumann. So beeinträchtigte die Trockenheit in Europa und in Australien das Geschäft.

Der Pro-forma-Umsatz von Crop Science, welcher die Übernahme von Monsanto und die damit zusammenhängenden Desinvestitionen bereits zum 1. Januar 2018 unterstellt, legte währungsbereinigt (wb.) um 5,7 Prozent zu. Besonders stark wuchsen auf dieser Basis die Geschäfte mit Fungiziden, Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften sowie Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften. Den deutlichsten Rückgang gab es in den Bereichen Gemüsesaatgut und Sonstige.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Crop Science erhöhte sich um 24,9 Prozent auf 527 Millionen Euro. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf gesteigerte Preise und Absätze in Lateinamerika zurückzuführen und auf Kostensynergien aus der voranschreitenden Integration des erworbenen Geschäfts sowie einen positiven Währungseffekt von 51 Millionen Euro. Ergebnismindernd wirkten sich dagegen insbesondere gestiegene Herstellungskosten aus.

Im Zusammenhang mit dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat wurden bis zum 11. Oktober 2019 in den USA Klagen von etwa 42.700 Klägern zugestellt. Der deutliche Anstieg ist offensichtlich darauf zurückzuführen, dass die Klägerseite ihre geschätzten Ausgaben für Fernsehwerbung im 3. Quartal etwa verdoppelt hat – im Vergleich zur gesamten ersten Hälfte dieses Jahres. Die Zahl der Klagen sagt allerdings nichts über deren Begründetheit aus. Bayer ist weiterhin überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben, und beabsichtigt, sich in den Berufungsverfahren gegen die drei erstinstanzlichen Urteile und in allen weiteren zukünftigen Verfahren entschieden zur Wehr zu setzen. Zugleich beteiligt sich das Unternehmen konstruktiv an dem Mediationsverfahren, das von einem Bundesrichter in Kalifornien angeordnet wurde.

Pharmaceuticals-Umsatz legt dank Wachstum von Xarelto™ und Eylea™ weiter zu
Der Umsatz mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln (Pharmaceuticals) erhöhte sich wpb. um 5,9 Prozent auf 4,504 Milliarden Euro. „Die wesentlichen Treiber waren zum einen das weiterhin starke Wachstum in China, zum anderen der Umsatzanstieg bei unserem Gerinnungshemmer Xarelto™ und dem Augenmedikament Eylea™“, sagte Baumann. Xarelto™ erzielte ein Plus von wpb. 9,1 Prozent – vor allem dank höherer Absätze in China und Russland. Der Umsatz mit Eylea™ stieg wpb. um 15,9 Prozent, wobei das Geschäft vor allem in der Region Europa/Nahost/Afrika zulegte, und dort besonders in Großbritannien und Deutschland. Auch Japan trug zum gesteigerten Umsatz mit dem Medikament bei.

Besonders stark erhöhte sich – maßgeblich durch höhere Absätze in China – der Umsatz mit dem Antibiotikum Avalox™/Avelox™ (wpb. um 32,8 Prozent) und Stivarga™ (wpb. um 30,6 Prozent). Für das Krebsmedikament stieg die Nachfrage auch in den USA und Russland deutlich. Mit Adempas™ zur Behandlung von Lungenhochdruck setzte Bayer wpb. 19,3 Prozent mehr um – vor allem aufgrund der positiven Entwicklung in den USA. Weiterhin deutlich rückläufig entwickelte sich hingegen das Geschäft mit dem Multiple-Sklerose-Präparat Betaferon™/Betaseron™ (wpb. minus 18,2 Prozent), dessen Umsatz sich im Wesentlichen bedingt durch den starken Wettbewerb in den USA reduzierte.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Pharmaceuticals sank um 1,7 Prozent auf 1,527 Milliarden Euro. Im Ergebnis des Vorjahresquartals war ein positiver Einmaleffekt von rund 190 Millionen Euro enthalten, der in Verbindung mit dem Ertrag aus einer Entwicklungskooperation stand. Zudem verringerten gestiegene Marketing- und Vertriebsaufwendungen für Produktneueinführungen und neue Indikationen das Ergebnis. Hingegen wirkten sich der gestiegene Absatz und Währungseffekte von 20 Millionen Euro positiv aus.

Consumer Health steigert Ergebnis und erhöht Umsatz in fast allen Kategorien
Im Bereich rezeptfreie Gesundheitsprodukte (Consumer Health) setzte Bayer 1,288 Milliarden Euro um, ein Zuwachs von wpb. 3,7 Prozent. „Wir sehen, dass die getroffenen Maßnahmen bei Consumer Health greifen und eine Erholung bei Umsatz und Ergebnis eingesetzt hat“, sagte Baumann. In den Regionen Europa/Nahost/Afrika und Lateinamerika erhöhte sich der Umsatz. Insgesamt am erfolgreichsten war das Geschäft in der Kategorie Schmerz und Kardio, mit einem Plus von wpb. 9,0 Prozent, gefolgt von Allergie und Erkältung (wpb. 6,4 Prozent). Rückläufig war der Umsatz wpb. lediglich in der Kategorie Magen-Darm-Gesundheit (minus 7,5 Prozent).

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Consumer Health stieg um 3,2 Prozent auf 256 Millionen Euro. Einen positiven Beitrag lieferten insbesondere das Ende 2018 initiierte Effizienzprogramm, das zu einer deutlichen Verringerung der Vertriebskosten führte, sowie ein positiver Währungseffekt von 9 Millionen Euro. Mindernd wirkte das Fehlen des Ergebnisbeitrags des verkauften Geschäfts mit verschreibungspflichtigen Dermatologieprodukten.

Bayer bestätigt Ausblick
Bayer bestätigt die im Februar 2019 veröffentlichte Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Sie wurde unter der Prämisse der Fortführung aller Geschäfte erstellt. Inzwischen ist die Veräußerung des Tiergesundheitsgeschäfts (Animal Health) und der Anteile an Currenta so weit vorangeschritten, dass die ursprüngliche Prognose um deren – als nicht fortgeführtes Geschäft ausgewiesene – Umsatz- und Ergebnisbeiträge bereinigt werden kann. Zusätzlich ist die aktuelle Währungsentwicklung berücksichtigt.

Bayer erwartet damit einen Umsatz von etwa 43,5 Milliarden Euro, was wpb. unverändert einem Anstieg um etwa 4 Prozent entspricht (die Ursprungsprognose von etwa 46 Milliarden Euro reduziert sich durch die Portfoliomaßnahmen um rund 3 Milliarden Euro und erhöht sich durch die Währungsentwicklung um etwa 0,5 Milliarden Euro). Entsprechend soll sich das EBITDA vor Sondereinflüssen in diesem Geschäftsjahr auf etwa 11,5 Milliarden Euro belaufen (die Portfoliomaßnahmen verringern die Ursprungsprognose von circa 12,2 Milliarden Euro um etwa 0,6 Milliarden Euro, die Währungsentwicklung um weitere rund 0,1 Milliarden Euro) und das bereinigtes Ergebnis je Aktie auf etwa 6,35 Euro (die Portfoliomaßnahmen reduzieren die Ursprungsprognose von 6,80 Euro um circa 0,35 Euro, die Währungsentwicklung um weitere etwa 0,10 Euro).


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