Kommunale Wärmeplanung Leverkusen: Weg zur treibhausgasneutralen Wärmeversorgung konkretisiert

02.04.2026 // Quelle: Stadtverwaltung

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Ab dem 1. Januar 2024 sind alle deutschen Kommunen verpflichtet, eine Wärmeplanung zu erstellen. Für Leverkusen dient dieser Plan als Orientierung, um verstärkt auf erneuerbare Energien und Abwärme zu setzen. Der Bericht zeigt, dass durch gezielte Sanierungen der Wärmebedarf um bis zu 380 Gigawattstunden jährlich gesenkt werden kann, mit besonderen Einsparpotenzialen in Schlebusch, Opladen und Quettingen. Zudem wurden drei Fokusgebiete für den Ausbau von Wärmenetzen identifiziert: Wiesdorf, Manfort und Schlebusch-West. Opladen wird als Prüfgebiet betrachtet, wo eine Machbarkeitsstudie notwendig ist. Die Mitgliedschaft in der Sanierungsinitiative „ALTBAUNEU“ soll die energetische Sanierung von Altbauten unterstützen. Immobilienbesitzer sind jedoch nicht verpflichtet, bestimmte Heizlösungen einzubauen. Der vollständige Bericht ist online einsehbar.

Die Stadt Leverkusen hat den Abschlussbericht ihrer Kommunalen Wärmeplanung vorgelegt. Damit nimmt die Strategie zur schrittweisen Umstellung auf eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045 konkrete Formen an. Am 18. Mai wird die Vorlage dem Rat der Stadt Leverkusen zum Beschluss vorgelegt.

Sollte der Rat der Beschlussvorlage zustimmen, erhält die Verwaltung den Auftrag, die im Abschlussbericht aufgeführten Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit der Energieversorgung Leverkusen (EVL) und weiteren relevanten Akteuren umzusetzen. Zudem ist gemäß Wärmeplanungsgesetz eine Fortschreibung des Kommunalen Wärmeplans spätestens alle fünf Jahre vorgesehen, um die Fortschritte kontinuierlich zu evaluieren.

Analyse zeigt Einspar- und Nutzungspotenziale

Seit dem 1. Januar 2024 sind alle Kommunen gesetzlich zur Aufstellung einer Wärmeplanung verpflichtet. Ziel ist es, in Zukunft ausschließlich auf erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme zu setzen. Der rund 250 Seiten umfassende Abschlussbericht für Leverkusen zeigt detailliert auf, wo in der Stadt die größten Einspar- und Nutzungspotenziale liegen. So kann der Gesamtwärmebedarf durch gezielte Sanierungen um bis zu 380 Gigawattstunden (GWh/a) reduziert werden. Besonders hohe Einsparpotenziale wurden dabei in den Stadtteilen Schlebusch, Opladen und Quettingen identifiziert. Darüber hinaus steht in Leverkusen ein theoretisches Potenzial an ungenutzter unvermeidbarer Abwärme von 952 GWh/a zur Verfügung.

Fokusgebiete für Wärmenetze identifiziert

Basierend auf den Analysen und einer Szenariosimulation wurden drei konkrete Fokusgebiete festgelegt: „Wiesdorf“, „Manfort“ und „Schlebusch-West“. Diese Gebiete sollen kurz- bis mittelfristig priorisiert werden, sowohl für den Neubau potenzieller Wärmenetze als auch für die Erweiterung und Verdichtung bestehender Netze. Die Energieversorgung Leverkusen (EVL) plant, für ausgewählte Gebiete im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze Machbarkeitsstudien zu erstellen, um eine vertiefte Netzplanung zu erarbeiten. Zunächst erfolgt jedoch eine umfassende Bewertung, ob eine Umsetzung tatsächlich sinnvoll und wirtschaftlich darstellbar ist.

Machbarkeitsstudie für Opladen geplant

Ein weiteres Prüfgebiet ist „Opladen“. Dieser Bereich zeichnet sich durch seine dichte Bebauungsstruktur und damit verbunden hohe Wärmeliniendichten aus, was grundsätzlich ein strukturelles Potenzial für eine effiziente Wärmenetzversorgung bietet. Allerdings stellen die örtlichen Rahmenbedingungen auch erhebliche technische, genehmigungsrechtliche und wirtschaftliche Herausforderungen dar, die eine Umsetzung erschweren könnten. Aus diesem Grund ist eine detaillierte Machbarkeitsstudie erforderlich, die sowohl die technische Umsetzbarkeit als auch die Wirtschaftlichkeit und städtebaulichen Rahmenbedingungen in Opladen umfassend beleuchtet. Im Falle einer Annahme der Beschlussvorlage wird die Stadtverwaltung beauftragt, die Vergabe dieser Machbarkeitsstudie unter Einbeziehung von Fördermitteln zu realisieren.

ALTBAUNEU als Baustein der Wärmewende

Ein weiterer Bestandteil der Beschlussvorlage ist der Antrag auf Mitgliedschaft in der Sanierungsinitiative „ALTBAUNEU“. Der Abschlussbericht unterstreicht, dass gerade der Bereich Altbau ein besonders hohes Energieeinsparpotenzial birgt. Die Initiative „ALTBAUNEU“ bietet Kommunen öffentlichkeitswirksame Aktionen, Informationen, einen Modernisierungscheck für die energetische Sanierung und Leihmaterialien zur energetischen Gebäudemodernisierung, die Leverkusenerinnen und Leverkusenern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden können. Diese Mitgliedschaft ist ein wichtiger Baustein für die Umsetzung der Wärmewende in Leverkusen.

Orientierungshilfe für Leverkusenerinnen und Leverkusener

Wichtig ist festzuhalten, dass die Kommunale Wärmeplanung keine Verpflichtung zum Einbau einer bestimmten Heizungslösung mit sich bringt oder konkrete Maßnahmen vorschreibt. Sie dient vielmehr als Orientierung und Fahrplan für die kommenden Jahre. Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien behalten weiterhin die freie Wahl bei der Entscheidung für eine neue Heizung.

Der vollständige Abschlussbericht ist im Ratsinformationssystem der Stadt Leverkusen einsehbar. Weitere Informationen zur Kommunalen Wärmeplanung stehen auch auf der Webseite der Stadt Leverkusen zur Verfügung.


Ort aus dem Stadtführer: Opladen, Quettingen
Straßen aus dem Artikel: Unterstr
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Kategorie: Politik
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