Sportplakette des Landes für 15 Sportler und Ehrenamtliche


Archivmeldung aus dem Jahr 1999
Veröffentlicht: 16.12.1999 // Quelle: Landesministerium für Arbeit, Soziales und Stadtentwicklung, Kultur und Sport

15 Sportlerinnen, Sportler und Ehrenamtliche in Sportorganisationen erhalten heute die Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen. Sportministerin Ilse Brusis überreicht ihnen die Auszeichnung in Düsseldorf. Die Sportplakette wird seit 1959 für herausragende sportliche Leistungen und besondere ehrenamtliche Verdienste in Sportorganisationen verliehen.
"Das bürgerschaftliche Engagement im Sport ist ein Musterbeispiel für den aktivierenden Staat", sagte Ministerin Brusis. "Sport begeistert die Menschen. Er motiviert sie, sich einzusetzen. Wie erfolgreich er dabei ist, zeigt sich darin, dass die meisten Menschen, die ein Ehrenamt übernehmen wollen, den Sport wählen.
Von den 18,2 Prozent jener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland, die ein Ehrenamt haben, sind 26,2 Prozent im Sport tätig. Damit liegt der Sport deutlich vor den Bereichen Kirche (19,7 Prozent), Kultur und Geselligkeit (19,6 Prozent), Politik (14,3 Prozent) und Soziales (11,6 Prozent)."
"Sport ist nicht nur wichtig für das Wohlbefinden und für den Zusammenhalt der Gesellschaft; er wird auch als Wirtschaftsfaktor immer bedeutender", so Ministerin Brusis weiter. "Im Jahr 1998 betrug das sportbezogene Bruttoinlandsprodukt in Deutschland mehr als 52 Milliarden DM. Das ist eine ähnliche Größenordnung wie im Kraftfahrzeug- und Tankstellengewerbe oder im Verlags- und Druckgewerbe.
Der Umsatz, den die Sportbranche erwirtschaftete, lag bei mehr als 30 Milliarden DM; damit hat der Sport die Textilindustrie überholt. Rund 40 Milliarden DM gaben die Menschen in Deutschland für Sportzwecke aus, ungefähr ebenso viel wie für Tabakwaren oder Körperpflegemittel. Angesichts dieser Zahlen ist es umso beeindruckender, dass der Sport den Löwenanteil seiner Leistungen ehrenamtlich erbringt."

Folgende Bürgerinnen und Bürger erhielten heute die Sportplakette des Landes:
Dr. Gustav Altevogt
aus Ladbergen, Jahrgang 1931. Er war Leichtathlet, Gerätturner und Handballer.
Von 1987 bis 1997 war er Landeskulturwart; seitdem ist er Vizepräsident des Westfälischen Turnerbundes. Seit 1996 ist er Vorstandsmitglied des Instituts für Turn- und Sportgeschichte in Westfalen-Lippe.

Oliver Sven Buder
aus Eichenried, Jahrgang 1966. Der Kugelstoßer startet für den Turnverein Wattenscheid 01. Seit 1992 wurde er sechs Mal Deutscher Meister und sieben Mal Deutscher Hallenmeister. 1997 wurde er Vizeweltmeister; 1998 holte er sich den Titel des Vize-Europameisters.

Anke Feller
aus Leverkusen, Jahrgang 1971. Vor zehn Jahren gewann die 400 Meter-Läuferin bei den Leichtathletik-Europameisterschaften der Junioren die Bronzemedaille.
Mit der 4x400-Meter-Nationalstaffel wurde sie 1997 Weltmeisterin und 1998 Europameisterin.

Gerd Kempf
aus Hagen, Jahrgang 1920. Seit mehr als sechs Jahrzehnten engagiert er sich für das Turnen. Er war über 30 Jahre Landesturnspielwart des Westfälischen Turnerbundes und zehn Jahre Bundeslehrwart des Deutschen Turnerbundes.

Rolf Kreutz
aus Bielefeld, Jahrgang 1929. In den 60er und 70er Jahren war er Vorstandsmitglied und Turnierdirektor des Bielefelder TTC. Seit 1980 ist er Präsident des Westfälischen Tennis-Verbandes, einem der mitgliederstärksten Verbände des Deutschen Tennis-Bundes.

Lutz Liwowski
aus Düsseldorf, Jahrgang 1967. Der Sportler, der für die Kanu-Sportgemeinschaft Essen startet, dominiert seit Jahren die Konkurrenz. So gewann er im vergangenen Jahr bei den Weltmeisterschaften im Einerkajak die Goldmedaille über 1.000 Meter.

Tim Lobinger
aus Netphen, Jahrgang 1972. Der vierfache Deutsche Meister, der dem Leichtathletik-Team der Deutschen Sporthochschule Köln angehört, hat als erster deutscher Stabhochspringer die Höhe von sechs Metern übersprungen. 1998 wurde er Vize-Europameister und Hallen-Europameister.

Stefan Locher
aus Witten, Jahrgang 1968. Er startet für den Ruderclub Witten 1892 und gewann bisher fünf Deutsche Meistertitel im Vierer und Achter. 1992 wurde er Hochschulweltmeister, 1996 Weltmeister. Bei den Weltmeisterschaften 1998 holte er im Achter die Goldmedaille. Stefan Locher ist auch als Trainer aktiv.

Wilfried Masuch
aus Essen, Jahrgang 1939. Seit 1992 ist er Vorsitzender des Fußballverbandes Niederrhein, nachdem er zuvor zwei Jahrzehnte Mitglied in dessen Fußballausschuss war. Er gehört dem Spielausschuss der Oberliga Nord seit der Gründung 1978 an und bringt seine Erfahrungen auch in den Spielausschuss des Westdeutschen
Fußballverbandes ein.

Franz-Josef Probst
aus Kevelaer, Jahrgang 1941. Er hat die Arbeit im Leichtathletikkreis Kleve seit den 60er Jahren als Jugendwart, Kreisvorsitzender und Ehrenvorsitzender entscheidend geprägt. Seit 1994 ist er Präsident des Leichtathletikverbandes Nordrhein; seit den 80ern Verbandsratsmitglied und Revisor im Deutschen Leichtathletik-Verband.

Kurt Rosenberger
aus Wuppertal, Jahrgang 1928. Der aktive Gewichtheber ist seit 1964 Vorsitzender des Kraftsportvereins Wuppertal. Er ist Deutscher Seniorenmeister, Senioren-Europameister und Senioren-Vizeweltmeister. Bei den Masters Olympiaden 1994 und 1998 gewann er die Goldmedaillen.

Steffen Rosewig
aus Bergheim, Jahrgang 1956. Der vielfache Gehörlosen-Landesmeister und Deutsche Meister in der Leichtathletik, im Volleyball und Basketball hat drei Bronzemedaillen bei Weltspielen der Gehörlosen gewonnen. Außerdem ist er Trainer und Leiter von Basketball-Lehrgängen.

Dr. h.c. Klaus Steilmann aus Bochum, Jahrgang 1929. Seit 1971 ist er Präsident des Turnvereins Wattenscheid 01. In den Jahren 1970-1984 und 1995-1997 war er auch Vorsitzender der Sportgemeinschaft Wattenscheid 09. Er hat durch seine Förderung vieler Sportlerinnen und Sportler dazu beigetragen, dass Wattenscheid eine Leichtathletik-Hochburg wurde.

Oliver Strangfeld
aus Bonn, Jahrgang 1972. Er ist zweifacher Deutscher Meister und zweifacher Junioren-Weltmeister im Modernen Fünfkampf. 1998 gewann er mit dem deutschen Team die Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften in Mexico City. Außerdem ist er Aktivensprecher.

Theodor Zühlsdorf
aus Bad Honnef, Jahrgang 1926. 1983 übernahm er die Leitung der Abteilung Behindertensport im TSV Bayer 04 Leverkusen. Seit 1994 ist er Präsident des Behinderten-Sportverbandes Nordrhein-Westfalen und seit 1995 Präsident des Deutschen Behinderten-Sportverbandes.


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

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