Linda Stahl - "Einfach Wahnsinn"


Archivmeldung aus dem Jahr 2010
Veröffentlicht: 31.07.2010 // Quelle: TSV Bayer 04

EM-Gold für Linda Stahl. Mit einem Sensationswurf auf 66,81 Meter, einer neuen persönlichen Bestleistung, schockte die Leverkusenerin in Barcelona (Spanien) die höher eingeschätzte Konkurrenz. Die ersten Reaktionen der Speerwerferin lesen Sie im Interview.


Linda Stahl, herzlichen Glückwunsch zum EM-Titel. Was sagen Sie dazu?

Eigentlich kann ich noch nichts sagen, weil ich das noch gar nicht realisiert habe. Das war einfach Wahnsinn heute, ich habe einen getroffen, von dem ich wahrscheinlich noch nicht einmal geträumt habe. Persönliche Bestleistung - das war einfach super.

Was war an dem Siegwurf so gut?

Was ich anders gemacht habe ist, dass ich meinen Arm oben gelassen habe. Die Speerspitze ist nicht weggegangen, was beim Gegenwind noch besser ist. Mein Trainer hat mir die ganze Zeit gesagt, dass ich es so machen soll. Jetzt hat es mal geklappt und der Speer ist weit geflogen. Ich kann mich aber nicht mehr genau erinnern, wie der Wurf war. Dazu war ich zu aufgeregt.

Wie haben Sie den Wettkampf bis zum fünften Versuch eingeschätzt, der dann Ihre Siegesweite brachte?

Im Dritten habe ich 63,17 Meter geworfen, das war für mich schon Saisonbestleistung und damit lag ich auf dem dritten Platz. Da wusste ich, dass der Wettkampf gut wird und ich vielleicht einen raushauen könnte. Ich hatte das Glück und der ist ziemlich lang geflogen.

Hat Sie der Regen vor dem Wettkampf beeinflusst?

Das Einwerfen war deprimierend, weil es so nass war. Es hat sich auch jemand hingelegt, weil so eine große Pfütze da war. Ich war froh, dass mein Trainer eine Regenjacke dabei hatte. Die hat er mir geliehen. Wir waren trotzdem alle total durchnässt. Als wir ins Stadion gegangen sind, kam die Sonne aber wieder raus und alles war okay.

Was haben Sie gedacht, als Sie plötzlich vorne lagen?

Ich habe gedacht: Warum kann der Wettkampf nicht schon vorbei sein? Ich war so nervös, viel mehr als vor jedem einzelnen Wurf. Ich habe fast vergessen, dass ich noch einmal werfen muss. Ich konnte es nicht realisieren. Dafür hat die Zeit und die Ruhe gefehlt.

Haben Sie im Wettkampf schon früh gemerkt, dass es für eine Medaille reichen könnte?

Bei den ersten beiden Versuchen hatte ich etwas Pudding in den Beinen, deswegen kam da nicht ganz so viel raus, aber nach dem 63er hatte ich das Selbstvertrauen, dass ich noch einmal einen raushauen kann. Dass der dann so fliegt, ist natürlich Glück in dem Fall.

Hatten Sie vorher an eine Medaille gedacht?

Fit war ich. Aber ich habe die Saison über noch nicht so weit geworfen, dass ich mich zu den Medaillenkandidaten gezählt hätte. Ich hatte ein bisschen Stress in der letzten Zeit, mit dem Studium. Aber wir haben Semesterferien und ich konnte mich noch ausruhen. Wir haben natürlich auf den Saisonhöhepunkt hintrainiert. Klar wusste ich, dass ich 65 Meter werfen kann, wenn es läuft. Aber dass es jetzt fast 67 Meter geworden sind, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.

Hat Ihnen Ihre Vorgängerin Steffi Nerius etwas vor dem Wettkampf mit auf dem Weg gegeben?

Sie hat uns allen viel Glück gewünscht und das hatte ich auch heute. Nach der Qualifikation hat sie zu mir gesagt, dass ich mir aus meinen 57 Metern nichts machen soll. Das Finale zählt.

Möchten Sie der deutschen Konkurrenz zeigen, dass Sie die Nachfolgerin von Steffi Nerius sind?

Klar möchte ich an ihre Erfolge anknüpfen. Aber jeder geht seinen eigenen Weg, ich auch. Ich bin mit meinem Studium bestimmt jemand, der aus der Rolle des Sportlers rausfällt. Für mich steht das Studium an erster Stelle und dann kommt erst der Sport. Christina Obergföll hat bisher eher die Rolle gespielt. Deshalb habe ich in den letzten Würfen auf sie geschaut, weil ich wusste, dass sie weiter werfen kann.


Das Interview führten Peter Bock und Jan-Henner Reitze für leichtathletik.de.


Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

Kategorie: Sport
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