Ein besonderes Schauspiel erwartet die Menschen in Leverkusen und Umgebung am letzten Augustwochenende. Ein Flugzeug, das aussieht wie aus einer anderen Zeit, wird am Himmel seine Kreise ziehen. Am 30. und 31. August 2025 startet vom Flugplatz Leverkusen in Kurtekotten ein Nachbau der legendären Junkers F13 zu mehreren Rundflügen. Für Luftfahrt-Begeisterte und Neugierige bietet sich damit die seltene Gelegenheit, ein Stück Technikgeschichte live zu erleben – entweder vom Boden aus oder sogar als Passagier.
Die Junkers F13 gilt als das erste Ganzmetall-Passagierflugzeug der Welt und wird wegen ihres Komforts in den 1920er Jahren auch als „Limousine der Lüfte“ bezeichnet. Wer sich einen der begehrten Plätze an Bord sichert, erlebt eine Zeitreise. Aus einer geschlossenen und komfortablen Kabine mit großen Fenstern können bis zu drei Passagiere dem Piloten über die Schulter schauen. Dieser sitzt, wie in der Pionierzeit der Luftfahrt üblich, im halboffenen Cockpit und spürt den Fahrtwind.
Die Rundflüge dauern jeweils rund 30 Minuten und führen, je nach Wetterlage, über das Bergische Land oder den Großraum Köln. Gesteuert wird die Maschine mit der markanten Wellblech-Außenhaut von erfahrenen Piloten, die speziell für diesen historischen Flugzeugtyp geschult sind.
Die Plätze für dieses exklusive Erlebnis sind begrenzt und erfreuen sich großer Beliebtheit. Wer mitfliegen möchte, muss sich daher frühzeitig entscheiden. Aus organisatorischen und versicherungsrechtlichen Gründen ist eine Online-Reservierung zwingend erforderlich.
Die Buchung ist an eine Mitgliedschaft im veranstaltenden „Verein Junkers Luftverkehr“ (VJL) geknüpft und muss mit einer Vorlaufzeit von mindestens 30 Tagen erfolgen. Alle notwendigen Informationen zu den Flügen und zur Anmeldung finden Interessierte auf der Webseite des Vereins unter www.junkers-luftverkehr.com.
Die originale Junkers F13 absolvierte ihren Erstflug bereits 1919 und läutete damit das Zeitalter der zivilen Luftfahrt ein. Die heute existierenden Originale sind nur noch in Museen zu bewundern. Um die „Urmutter der zivilen Luftfahrt“ wieder in die Luft zu bringen, haben der Kölner Unternehmer Dieter Morszeck und der Vereinsvorsitzende Bernd Huckenbeck das aufwendige Projekt des Nachbaus gestartet.
„Wir haben die F13 so originalgetreu wie möglich nachgebaut, dabei aber die heutigen Sicherheitsstandards in der Luftfahrt berücksichtigt“, erklärt Huckenbeck. So verbirgt sich im Cockpit hinter der historischen Anmutung modernste Technik. Der Nachbau einer einzigen Maschine verschlingt rund 8.000 Arbeitsstunden und kostet etwa zwei Millionen Euro. Die Maschinen, die in Leverkusen zu Gast sind, haben ihre Heimat normalerweise in der Schweiz. Ihr Besuch anlässlich des Flugplatz-Festes ist somit eine besondere Gelegenheit für unsere Region.