Unverständliche Diskussion um Neuausrichtung der WFL: „Yes we act(ivate) business"

Wirtschaftsförderung kann nur aktiv in die Zukunft wirken
Wirtschaftsjunioren fordern, dass die WFL aktiver Akteur wird

Archivmeldung aus dem Jahr 2009
Veröffentlicht: 27.06.2009 // Quelle: Wirtschaftsjunioren

Die Wirtschaftsjunioren Leverkusen/Rhein-Berg halten eine Restrukturierung und strategische Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung Leverkusen GmbH (WFL) für zwingend notwendig. Eine explizit aktive Wirtschaftsförderung ist gerade für Leverkusen in der derzeitigen Situation unumgänglich. In der vorhandenen Struktur kann die WFL die angestammten Themenfelder nur passiv bedienen und kann keine umfassenden visionären Konzepte verfolgen. Die WFL ist mehr Reakteur als Akteur für aktive Leverkusener Wirtschaftsförderung. Dabei sollte die Motivation doch eigentlich heißen „Yes, we act(ivate) business“.

„Um es gleich vorweg zu nehmen: die Wirtschaftsjunioren Leverkusen/Rhein-Berg wollen nicht die derzeitige Arbeit der WFL kritisieren. Denn die ist zum Großteil einfach nur logische Folge der derzeitigen Struktur und Ausrichtung. Und die wiederum ist kein Problem der Unternehmensführung, sondern scheinbar eines des politischen Willens“, erklären
Guido Lenné, Vorsitzender, und Siegfried Kuhl, Pressesprecher des größten Verbandes junger Unternehmer und Führungskräfte in der Region und ganz Deutschlands.

Obwohl es ein Gutachten namens „Projekt 2020“ gibt, das beschreibt, wie sich die WfL verändern sollte, um der Stadt bessere Chancen im Strukturwandel zu geben, gibt es zumindest für Außenstehende nicht nachvollziehbare Zauderei in der Politik, eine Neuausrichtung und Umtrukturierung anzugehen.

Die einfachste Erklärung dafür mögen die bevorstehenden Kommunalwahlen liefern, bis zu denen sich alle mit Festlegungen schwer tun.

Schlimm genug, dass die angestammten Themenfelder weitestgehend nur passiv von der WFL bedient werden können. Umso schlimmer, wenn keine Perspektiven aufgezeigt oder gar nachhaltig aktiv verfolgt werden können. Doch gerade das ist mehr als notwendig, sei es zum Thema „Innovative Werkstoffe“, das gerade den klassischen Chemiestandort stärken würde, als auch für andere Felder, ob nun branchenabhängig oder schlicht um die WFL vom passiven Reagierer zum aktiven Akteur und somit tatsächlichen Förderer werden zu lassen.

Sicher gibt es auch bislang schon wichtige Erfolge der WFL. Im Resumee könnte eine noch aktivere WFL jedoch mehr als „Brände löschen“ und hier und da ein Gewerbegebiet peu à peu besetzen. Auch erste die Wirtschaft begleitende Ansätze wie etwa zum Thema „Innovative Werkstoffe“ sind da. Dort kommt es allerdings jetzt auf die weitere Vorgehensweise an. Wenn die WFL im derzeit wohl eher beschränkten Ausmaß vor sich hinarbeitet und mit den vorhandenen Mitteln versucht, die Stadt als Metropole neuartiger Werkstoffe zu platzieren, werden viele Chancen vertan werden. Dann kann man nur mit den Armen rudern, um nicht unterzugehen. Aber man schafft keinen dringend notwendigen Strukturwandel und eine ausreichend zukunftsfähige Perspektive für Leverkusen. Die bedingt im Übrigen weit mehr Themenfelder als „Neue Werkstoffe“. Leverkusen muss wieder einen gewichtigen Platz in der Region einnehmen können und in die Region hinein wirken.

Die einst hochgehaltene Personalunion von Baudezernent und oberstem Wirtschaftsförderer ist nebenbei faktisch auch gescheitert; nicht in der Person von Herrn Mues bedingt, sondern schlichtweg kapazitätsbedingt. Wirtschaftsförderung kann und sollte gerade in Leverkusen nur eine „Chefsache“ und damit Vollzeitaufgabe sein. Deshalb muss wieder ein ausschließlicher Wirtschaftsförderer der WFL voran stehen.

Dass das u.U. mit Personalaufbau verbunden ist, macht die Sache zwar in der Haushaltslage der Stadt nicht einfach und insoweit ist das politische Zaudern verständlich. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass auf der anderen Seite riesige Verluste drohen, sollten in Leverkusen weitere wirtschaftliche Strukturen zusammenbrechen. Dies wäre ein geradezu sträfliches Unterlassen von Hilfeleistung in Form von zukunftsgerichtetem Investment.

Das ist die Ausgangslage auf Basis deren man prüfen sollte, welche Vision, Mission und Strategie einer WFL auf die Fahne zu schreiben ist. Wenn das dann nur mit mehr Personal stemmbar ist, kann man entweder in den sauren Apfel beißen oder am faulen Fallobst zugrunde gehen.

Die Wirtschaftsjunioren fordern daher zunächst, die Umstrukturierung und Neuausrichtung auf jeden Fall einzuleiten und würden es begrüßen, wenn im Zwischenschritt zumindest einmal offen und ergebnisorientiert über Visionen und Maßnahmen, wie eine WFL in Zukunft noch besser werden kann, diskutiert würde.

Aus diesem Ergebnis ließe sich dann ableiten und bewerten, ob ein dauerhafter Personalaufbau zwingend einhergehen muss. Selbst der kann befristet erfolgen. Im Controlling der Erfolge ließe sich dann regelmäßig und rollierend prüfen, ob der eingeschlagene Weg ausreichend erfolgreich ist und die Kosten rechtfertigt. Wenn nicht, hat man so keine Ressourcen auf immer und ewig auf der Kostenseite stehen. So macht das die freie Wirtschaft letztlich auch.

Bis jetzt steht nur ein Gutachten im Raum und nach draußen wirkt eigentlich nur, dass Personal aufgebaut werden soll. Und auf diesem Streitross wird daher auch die Zauderei ausgeritten.

Verlieren kann so nur die lokale Wirtschaft, der Standort und damit ganz Leverkusen.

„Über allem Nachdenken, wie eine WFL in Zukunft agieren kann und sollte, sollte nicht der Leitgedanke stehen „Irgendwie kriegen wir das schon hin.“, sondern vielmehr „Ja, wir schaffen und machen das! Für einen starken Wirtschaftsstandort Leverkusen!“. Man könnte das auch dem Zeitgeist entsprechend titulieren mit „Yes, we act(ivate) business!“, so Guido Lenné und Siegfried Kuhl.


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

Kategorie: Politik
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