Die Leverkusenerin Renate Steudel hat am 13. Juni 2026 den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten – die höchste Auszeichnung des Bundeslandes für ehrenamtliches Engagement. Die 84-jährige Architektin und Flugsportlerin wurde im Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer geehrt.
Oberbürgermeister Stefan Hebbel überreichte Renate Steudel den Verdienstorden in Vertretung von Ministerpräsident Hendrik Wüst. In seiner Laudatio betonte er, wie außerordentlich die Verdienste der Leverkusenerin seien: „Innovativ, mutig und jenseits gängiger Konventionen" lebe sie vor, „dass es in jeder Lebensphase Aufgaben gibt, die man für die Gemeinschaft übernehmen kann." Mit ihrer Lebensleistung inspiriere sie auch heute noch.
Besonders sichtbar wird Renate Steudels Wirken im Freudenthaler Sensenhammer selbst – dem Ort, an dem die Ehrung stattfand. Als Architektin brachte sie dort viele Jahre lang ihre Fachkenntnis ehrenamtlich ein. Darüber hinaus führte sie das Industriemuseum als Schatzmeisterin durch schwierige Zeiten und übernahm zeitweise die kommissarische Museumsleitung.
Renate Steudel wurde 1944 in Leverkusen geboren – in einer Zeit, in der Technik und Naturwissenschaften weitgehend als Männerdomäne galten. Dennoch begeisterte sie sich früh für Architektur, Statik und Stadtentwicklung und studierte bis 1967 in Berlin und München. Zunächst im Architekturbüro Jochen Heuser tätig, gründete sie später ihr eigenes Büro und schuf zahlreiche Gebäude, die das Stadtbild Leverkusens bis heute prägen.
Parallel dazu war Renate Steudel von 1974 bis 2009 als Sportpilotin aktiv – und auch dort ehrenamtlich engagiert. In ihrer Freizeit verantwortete sie den Bau der Wartungshalle der Luftsportgruppe Sportverein Bayer Wuppertal sowie die Restaurierung dreier Motorflugzeuge. Von 1991 bis 2009 bildete sie zudem Flugschülerinnen und Flugschüler aus.
Der Landesverdienstorden NRW gilt als die bedeutendste Auszeichnung, die das Bundesland für vorbildliches ehrenamtliches Engagement verleiht. Mit Renate Steudel wurde eine Leverkusenerin geehrt, deren Einsatz weit über ein einzelnes Lebensfeld hinausgeht – als Architektin, Museumsmacherin und Fliegerin hat sie über Jahrzehnte Spuren hinterlassen, die in Leverkusen und darüber hinaus sichtbar bleiben.
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