Wer kennt es nicht? Mitten im Stadtgebiet bricht plötzlich das Telefonat ab oder die mobile Internetverbindung stockt. Trotz des fortschreitenden Netzausbaus gehören Funklöcher auch in einer Großstadt wie Leverkusen noch immer zum Alltag. Je nach Standort und Mobilfunkanbieter variiert die Empfangsqualität erheblich. Die Stadtverwaltung will diesen Zustand nun verbessern und setzt dabei auf eine Kombination aus professioneller Technik und der Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger.
Um die digitale Infrastruktur gezielt zu stärken, nimmt die Stadt Leverkusen die Netzqualität bereits seit Anfang des Jahres selbst unter die Lupe. Mit eigenen Messgeräten wird im Stadtgebiet systematisch geprüft, wo es hakt. Dabei stehen nicht nur die Signalstärke, sondern auch die tatsächlichen Down- und Upload-Geschwindigkeiten sowie die Latenzzeiten (Reaktionszeiten) im Fokus. Mit dieser Initiative ist Leverkusen ein Vorreiter in der Region: Nach Mülheim an der Ruhr, Warendorf und Gelsenkirchen ist sie erst die vierte Kommune in Nordrhein-Westfalen, die solche Messungen in Eigenregie durchführt.
Da die Verwaltung jedoch nicht überall gleichzeitig sein kann, ist sie auf die Erfahrungen der Menschen vor Ort angewiesen. Seit Anfang April steht im Leverkusener Beteiligungsportal ein sogenannter „Funklochmelder“ zur Verfügung. Über dieses Online-Tool können Bürgerinnen und Bürger Funklöcher unkompliziert melden. Für eine Meldung sind lediglich die Angabe des genauen Standortes sowie des genutzten Mobilfunknetzes notwendig.
Hinter der Aktion steckt ein strategisches Ziel: Die Stadt möchte die Funklöcher im Stadtgebiet lückenlos erfassen und dokumentieren. Diese fundierten Daten dienen als wichtige Grundlage für die anstehenden Gespräche mit den Mobilfunknetzbetreibern. Mit den konkreten Messergebnissen und Bürgermeldungen im Rücken möchte die Stadtverwaltung einen gezielten Netzausbau erwirken, damit stabiles Telefonieren und Surfen in ganz Leverkusen bald zum Standard gehören.