Die Stadt Leverkusen hat den Umsetzungs- und Entwicklungsstand ihrer Nachhaltigkeitsstrategie in einem umfassenden Bericht, dem sogenannten Berichtsrahmen Nachhaltige Kommune (BNK), dokumentiert. Das Ergebnis zeigt in vielen Bereichen eine positive Entwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements in Leverkusen, weist aber auch auf die Notwendigkeit einer stärkeren Vernetzung für die zukünftige Ausrichtung hin.
Seit 2021 ist Leverkusen als „Global Nachhaltige Kommune NRW“ (GNK) anerkannt. Im vergangenen Jahr wurde nun die Leverkusener Nachhaltigkeitsstrategie detailliert unter die Lupe genommen. Der vorliegende BNK-Bericht, der den Stand im Jahr 2025 dokumentiert, wird zukünftig als zentrales Instrument für Analysen und zur Fortschreibung des kommunalen Nachhaltigkeitsprozesses dienen.
Die Leverkusener Nachhaltigkeitsstrategie GNK sowie der aktuelle BNK-Bericht sind elementare Bausteine des Projekts „Prozesskette Nachhaltigkeit NRW“. Beide orientieren sich an den 17 Globalen Nachhaltigkeitszielen (SDG) der Vereinten Nationen und der Agenda 2030, die eine weltweite nachhaltige Transformation zum Ziel hat. Die Stadt Leverkusen wurde bei diesem Prozess strategisch und fachlich durch die Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V. (LAG 21 NRW) begleitet. Die Finanzierung erfolgte durch Mittel des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr (MUNV) NRW.
Der BNK-Bericht hebt eine Reihe von positiven Entwicklungen hervor, die das Nachhaltigkeitsmanagement in Leverkusen kennzeichnen:
Das Beteiligungsformat „Leverkusen 2040+“ konnte sich erfolgreich in der Stadtentwicklung etablieren. Eine nachhaltige Standortentwicklung wird durch gemeinsame Initiativen von Verwaltung und der Wirtschaftsförderung Leverkusen (WfL) aktiv gefördert. Auch die Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) und das zugehörige Netzwerk wurden gestärkt, insbesondere durch die vom Rat im Jahr 2021 beschlossene Einrichtung einer BNE-Koordinationsstelle.
Ein weiteres wichtiges Format ist das interdisziplinäre „Forum ZAK“ („ZukunftsAufgabe Klimaresilientes Leverkusen“), das 2022 ins Leben gerufen wurde. Es dient als zentrale Plattform für den Leverkusener Nachhaltigkeitsprozess. Zudem entwickeln auch städtische Unternehmen eigene Nachhaltigkeitsstrategien oder erarbeiten Leitlinien für eine nachhaltige Entwicklung.
Im Bereich der „Nachhaltigen Verwaltung“ wurden ebenfalls Fortschritte erzielt, etwa durch flexible Arbeitsplatzmodelle, Desksharing und die zunehmende Digitalisierung von Verwaltungsangeboten. Der Bericht betont, dass ein überdurchschnittlicher Teil der erfassten Maßnahmen pflichtige Leistungen sind, die sich auf zentrale Themen wie Wärmewende, Klimaanpassung, Bildungsgerechtigkeit, Mobilität, Gesundheit und Soziales erstrecken.
Angesichts der aktuellen Haushaltskrise der Stadt Leverkusen muss die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie neu bewertet und ausgerichtet werden. Um die Agenda 2030 auf kommunaler Ebene wirksam zu gestalten, wird eine noch stärkere Vernetzung als notwendig erachtet. Verwaltung und städtische Gesellschaften sollen enger mit der Wirtschaft, Vereinen und Wohlfahrtsverbänden zusammenarbeiten.
Ziel ist es, Schnittmengen in den Nachhaltigkeitsmanagements der einzelnen Netzwerkpartner zu definieren und diese in die Gesamtstrategie zu integrieren. So könnten beispielsweise nicht-kommunale Maßnahmen im nachhaltigen Bauen oder der Mobilität positiv auf die gesamtstädtische Klimabilanz einzahlen. Auch andere Bereiche der nachhaltigen Entwicklung sollen in diesem Zuge betrachtet und bewertet werden.
Der Berichtsrahmen Nachhaltige Kommune (BNK) geht nun als Kenntnisnahmevorlage in den politischen Turnus und ist online abrufbar. Er bildet eine wichtige Basis für die zukünftige Gestaltung der nachhaltigen Entwicklung in Leverkusen.