Stadtplan Leverkusen
16.09.2015 (Quelle: TSV Bayer 04)
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Markus Esser verlässt den Ring


Wer in Deutschland über Hammerwurf spricht, spricht auch gleichzeitig über Markus Esser. Im vergangenen Jahrzehnt war er die unangefochtene Nummer eins! Achtmal wurde er Deutscher Meister. Bei den nationalen Titelkämpfen Ende Juli in Nürnberg verkündete der 35-Jährige sein überraschendes Karriereende…
Mit 35 Jahren gehört man in der Leichtathletik zweifelsfrei nicht mehr zu den jungen Hüpfern. Dennoch hatte man immer das Gefühl, das Markus Esser noch jahrelang weiter werfen wird. Vielleicht auch, weil der deutsche Hammerwurf ohne ihn nur schwer vorstellbar ist. Er war es, der seine Disziplin in den vergangenen Jahren geprägt hat. Er war es, der auf nationaler Ebene lange Zeit für seine Konkurrenz unerreichbar war. Er war es aber auch, der am Ende zum tragischen Helden wurde.
Auch wenn sich Markus Esser in Deutschland bis ganz nach oben gekämpft hat, wollte es mit der internationalen Medaille nie klappen. Obwohl er zehn Jahre lang fast durchgängig bei jedem internationalen Höhepunkt dabei war. Dreimal scheiterte er als Vierter knapp am Podest. Zunächst! Denn Jahre später wurden Mitstreiter bei den Europameisterschaften 2006 und Weltmeisterschaften 2005 des Dopings überführt. Esser rückte jeweils auf den Bronzerang vor. Glücklich machen ihn die nachträglichen Medaillen allerdings nicht: „Mal abgesehen von den Preis- und Antrittsgeldern, die mir durch die Lappen gegangen sind, wurden mir auch die Momente auf dem Podest und die Ehrenrunde genommen. Das sind genau die Momente, für die wir Sportler jeden Tag hart arbeiten und an unsere Grenzen gehen. Von den Medaillen habe ich heute also gar nichts mehr. Meine sportliche Karriere wäre definitiv anders verlaufen.“
Bei den nationalen Titelkämpfen Ende Juli in Nürnberg wurde Markus Esser Zweiter. Doch die Wachablösung störte ihn nicht. Denn schon vorher stand sein Entschluss fest, den er nach dem Wettkampf auch dem Publikum mitteilte: „Das war’s“ – zwei kurze Worte, die nicht nur bei Markus Esser selbst, sondern wohl auch vielen Zuschauern für feuchte Augen sorgten. Bevor er auf seine mehr als verdiente Ehrenrunde ging und sich von über 20.000 Zuschauern bejubeln ließ, bekam er die Bronzemedaille der Europameisterschaften 2006 überreicht. Vielleicht eine kleine Genugtuung. Mehr aber auch nicht. Auf die WM-Medaille von 2005 wartet Markus Esser immer noch.
Eine große sportliche Karriere ist zu Ende. Aber das Leverkusener Eigengewächs, das seit seinem siebten Lebensjahr dem TSV angehört, hat schon konkrete Pläne für seine Zukunft. Als Sportsoldat bei der Bundeswehr genoss er eine optimale Förderung, um seinen Sport unter professionellsten Bedingungen ausführen zu können. Jetzt wechselt er die Seiten. Als stellvertretender Leiter der Sportfördergruppe kümmert er sich nun um die Belange der Sportler. Und wer sollte diese besser kennen, als Markus Esser?
„Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen, die mich auf meinem Weg unterstützt haben. Ohne meinem Verein, der Bundeswehr, meiner Frau und meiner Tochter sowie allen Freunden wäre das alles nicht möglich gewesen. Herzlichen Dank!“


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Letzte Änderung am 16.09.2015 13:54 von leverkusen.
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