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Mittelstandsdialog Plus zum Thema Online-Handel

Veröffentlicht: 22.08.2014 // Quelle: Wirtschaftsförderung

Gemeinsam mit dem Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband e.V. veranstaltete die Wirtschaftsförderung Leverkusen (WfL) am 21.08.2014 einen Mittelstandsdialog Plus zum Thema Online-Handel. Thema des Abends: „3, 2, 1, meins: Die Herausforderungen des Online-Handels für den stationären Einzelhandel“.
Dazu begrüßten WfL und Einzelhandelsverband am Donnerstagabend (21. August) rund 50 Gäste, vorwiegend Leverkusener Einzelhändler, in den Luminaden in der City Leverkusen. Nach der Begrüßung durch WfL-Geschäftsführer Dr. Frank Obermaier und Marcus Otto, Geschäftsführer des Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband e.V. aus Bergisch Gladbach, führte Stefanie Drechsel, Projektmanagerin im E-Commerce-Center Köln beim Institut für Handelsforschung Köln in die Thematik ein. Dabei stellte sie Zahlen, Daten, Fakten und Entwicklungen des Online-Handels dar. Sie gewährte Einblicke in das Einkaufsverhalten der Konsumenten und gab Orientierung für die Einzelhändler, ob und wie sie sich mit dem Thema Online-Handel befassen müssen. Ihre These: nicht für jeden Einzelhändler ist Online-Handelt sinnvoll. Entscheidender sind eine exzellentes Ladenlokal mit individuellen Sortimenten, einer ansprechenden Warenpräsentation und einer starken Kundenbindung in Verbindung mit der Auffindbarkeit über das Internet und die sozialen Netzwerke. Hierzu ist eine aktuelle Internetseite als virtuelles Schaufenster unablässig.

n der anschließenden Diskussionsrunde kamen drei Leverkusener Einzelhändler zu Wort. Wolfgang Kappertz vom alteingesessenen Familienunternehmen Hut- und Schirmmoden Adrion aus Opladen betreibt bereits seit 2007 einen Online-Handel, der sich mittlerweile aus vier Online-Shops für Schirme, Hüte, Schützen- und Westernhüte zusammensetzt. Kappertz berichtete vom zeitlichen und logistischen Aufwand für einen Einzelhändler, einen Online-Shop zu betreiben, um seinen Kundenkreis räumlich über die Grenzen Leverkusens hinaus zu erweitern.
Monika Weidner vom Feinkostgeschäft „Feinkochtopf“ in Opladen vertreibt seit rund zwei Jahren gemeinsam mit ihrem Sohn unter anderem selbstgemachte Marmeladen und Chutneys. Dazu bietet sie in ihrem Geschäft an der Kölner Straße einen täglich wechselnden Mittagstisch an. Monika Weidner baut derzeit parallel zum Ladengeschäft einen Online-Shop auf. Sie möchte ihre Produkte auch außerhalb des Einzugsgebiets von Opladen vertreiben, schon allein wegen ihrer zahlreichen Kunden in der Region. Für sie habe ihr Ladenlokal jedoch oberste Priorität.
Isolde Faust betreibt seit fast 25 Jahren das Wäschegeschäft „Donna“ in der Otto-Grimm-Straße in der City. Die Einzelhändlerin stellte dar, dass in dem hochwertigen Sortiment von Tages- und Nachwäsche Online-Handel für sie nicht in Frage komme. Gerade im hochwertigen Segment sei die Kundschaft anspruchsvoll, persönliche Beratung vor Ort daher unablässig. Darüber hinaus, so berichtete sie, hätten zahlreiche Branchenkollegen negative Erfahrungen mit Retouren von Bestellungen gemacht. Sie stellt sich nicht grundsätzlich gegen den Online-Handel, sieht aber auch die Verantwortung der Einzelhändler für den stationären Einzelhandel und für den Erhalt der Funktions- und Erlebnisfähigkeit der Innenstädte.
Marcus Otto berichtete, dass viele stationäre, mittelständische Händler die Chancen im Internet erkannt und eigene Online-Shops eröffnet haben. Nach einer aktuellen HDE-Umfrage sind so schon 30 Prozent der stationären Betriebe zu Multichannel-Händlern geworden. Der Handelsverband Deutschland (HDE) unterstützt mittelständische Händler mit einer neu entwickelten Toolbox und einem breiten Beratungsangebot auf ihrem Weg ins Online-Geschäft. Interessierte Händler können sich hierzu an den Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband, Herrn Markus Naujoks, unter 02202/9359-71 wenden.
Zum Abschluss erging die Frage an die Runde, wie wir alle im Jahr 2030 einkaufen werden: nach wie vor in der Innenstadt oder ausschließlich vom heimischen Sofa aus? Da niemand in die Glaskugel schauen kann waren sich alle Gesprächsteilnehmer einig, dass das Multichannelling eine immer größere Bedeutung gewinnen wird, der stationäre Einzelhandel dabei aber immer eine entscheidende Rolle spielen wird. Entscheidend ist es mehr denn je für den Facheinzelhandel, mit Begeisterung, Aktualität und Kreativität den Kunden ein unverwechselbares Shopping-Erlebnis zu bieten.

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