Stadtplan Leverkusen
07.03.2001 (Quelle: Polizei)
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Drogendealer überführt


Mit der Festnahme eines 41 Jahre alten italienischen Staatsangehörigen sizilianischer Abstammung am Dienstagmorgen konnte die Leverkusener Polizei das vorläufig letzte Mitglied einer Bande festnehmen, die sich seit mindestens Herbst 2000 zum Ziel gesetzt hatte, große Mengen Kokain von Lima/Peru über Paris nach Leverkusen und Umgebung zu schmuggeln.

Der Ursprung der Ermittlungen lag in dem bereits bekannten Fall der Einfuhr von gut vier Kilogramm Kokain von Lima/Peru über Frankfurt nach Leverkusen, die in einer Porzellanhundestatue Anfang 1996 versteckt waren. Von 1996 bis März 2000 konnte die Leverkusener Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln einer türkisch-deutschen Tätergruppe zahlreiche Einfuhren jeweils großer Mengen Kokain nachweisen. Das Kokain wurde seinerzeit von einem 38 Jahre alten Sizilianer in Lima/Peru beschafft und auf Bestellung nach Leverkusen und Umgebung geliefert.
Der Sizilianer war zu diesem Zweck bereits 1995 nach Lima gereist, um sich dort niederzulassen und die entsprechenden Kontakte zu Lieferanten zu knüpfen. Zwei aus der Türkei stammende 41 und 35 Jahre alte Leverkusener stehen im dringendem Verdacht Empfänger großer Teile der Ware gewesen zu sein. Das Kokain soll von dem jüngeren der beiden Brüder vornehmlich in Hamburg gewinnbringend abgesetzt worden sein. Sie wurden von zwei weiteren 32 und 22 Jahre alten türkischen Staatsangehörigen unterstützt. Diese stellten Wohnungen für die Kuriere bereit
und brachten das ausgeschiedene Kokain zu den für den Verkauf zuständigen Brüdern.

Das Kokain wurde seinerzeit mittels aus Brasilien, Peru und der Türkei stammenden Schmugglern auf dem Flugwege nach Europa gebracht. Meistens transportierten die Kuriere bis zu einem Kilogramm Kokain, das in Form von kleinen Paketen geschluckt und später wieder ausgeschieden wurde. In einem Fall hatte Ende 1995 ein peruanischer Kurier einen präparierten Koffer mit über 5 Kilogramm Kokain mitgeführt, als er bei einer Zollkontrolle am Düsseldorfer Flughafen auffiel. Der in Lima verweilende Sizilianer hatte auf deutscher Seite einen ebenfalls aus Sizilien stammenden 42 Jahre alten Mittäter, der im Dezember 1998 in Antwerpen festgenommen werden konnte, als er gerade zwei Kuriere in einem dortigen Hotel abholen wollte.

Er wurde in Belgien zu einer vierjährigen Freiheitsstrafe verurteilt und bereits Ende 1999 vorzeitig aus der Haft entlassen, um nach Italien abgeschoben zu werden.

Anfang dieses Jahres konnte nun von der Leverkusener Polizei in Zusammenarbeit mit den peruanischen Ermittlungsbehörden in Erfahrung gebracht werden, dass der 42-jährige bereits seit Frühjahr 2000 in Lima verweilte, um dort offensichtlich den Platz des zuvor erwähnten 38-jährigen Sizilianers einzunehmen, der im März 2000 in Lima/Peru auf frischer Tat betroffen und festgenommen werden konnte. Auf deutscher Seite konnten als Kontaktpersonen und Mittäter des 42-jährigen eine 42 Jahre alte Deutsche aus Moers und der heute festgenommene 41-jährige Sizilianer aus Leverkusen ermittelt werden. Diese wurden von der Leverkusener Polizei seit Januar dieses Jahres intensiv überwacht. Die verdeckten Ermittlungen ergaben, dass bereits im Oktober letzten Jahres eine peruanische Kurierin von beiden vom Pariser Flughafen nach Leverkusen gebracht wurde. Es bestand der dringende Verdacht, dass diese eine nicht geringe Menge Kokain nach Leverkusen gebracht hatte, damit dieses von den Mitgliedern der Bande gewinnbringend verkauft werden konnte.

Ende Januar dieses Jahres konnte die 42-jährige dabei beobachtet werden, wie sie einen 40 Jahre alten Deutschen und eine 37 Jahre alte Deutsche, die beide aus Duisburg stammten, zum Düsseldorfer Flughafen brachte, von wo diese über Paris eine Flugreise nach Lima/Peru antraten. Zuvor war ermittelt worden, dass die Einfuhr von insgesamt 2 Kilogramm Kokain geplant war.

Die 42-jährige Frau war übrigens kurz vor ihren erneuten kriminellen Aktivitäten aus einer deutschen Haftanstalt entlassen worden. Sie hatte bis dahin 15 Jahre einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes verbüßt und war zur Bewährung freigelassen worden.

Das Observationsergebnis wurde von der Leverkusener Polizei an die peruanische Drogenpolizei übermittelt, die beide Personen nach ihrer Ankunft in Lima beschattete. So konnte in Lima festgestellt werden, das beide tatsächlich Kontakt zu dem 42-jährigen Sizilianer aufnahmen und von diesem in einem Hotel untergebracht wurden. Durch die Observation der peruanischen Polizei konnten ferner ein aus den Niederlanden stammender Mittäter des 42-jährigen und weitere peruanische Helfer ermittelt werden.

Am 05.02.2001 flogen die beiden deutschen Kuriere von Lima über Atlanta nach Paris, wo sie am dortigen Flughafen nach einem Hinweis der Leverkusener Polizei von den französischen Grenzbeamten gründlich kontrolliert wurden, als sie ihre weitere Reise auf dem Landweg fortsetzen wollten.

Die ärztliche Untersuchung ergab, dass beide Kuriere große Mengen Kokain inkorporiert hatten. Beide Personen wurden vor Ort festgenommen. Bei ihnen konnte eine Kokainmenge im Kilobereich sichergestellt werden. Die 37-jährige mußte noch vor dem Ausscheiden des Rauschgiftes notoperiert werden, weil sich ein Behälter mit Kokain geöffnet hatte und sie in ein Koma gefallen war. Nur durch die Tatsache, dass sie sich unter ärztlicher Beobachtung befand, konnte ihr Leben auf der Intensivstation gerettet werden. Beide Kuriere werden von der französischen Justiz angeklagt und müssen mit einer langjährigen Freiheitsstrafe rechnen.

Nach dem erfolgreichen Zugriff in Paris wurden die anderen Tatbeteiligten in Peru und Deutschland festgenommen.

Die aus Moers stammende 42-jährige befindet sich seit dem 06.02.2001 in Untersuchungshaft. Der gestern in Leverkusen festgenommene Sizilianer hatte die erforderlichen Flugtickets für die Kuriere beschafft und sie auf ihre Zuverlässigkeit hin überprüft. Er steht weiterhin im Verdacht, seine Wohnung für die Unterbringung von Körperschmugglern zur Verfügung gestellt zu haben. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl erlassen.

Der 42-jährige Sizilianer in Peru, sein niederländischer Mittäter und eine weitere peruanische Mittäterin wurden in Lima verhaftet und sollen vor ein peruanisches Gericht gestellt werden.

Die Ermittlungen hatten zudem ergeben, dass der niederländische Mittäter am 06.02.2001 einen Landsmann mit ca. 1 Kilogramm Kokain auf dem Flugweg nach Amsterdam geschickt hatte.

Seit Januar dieses Jahres konnten so in Deutschland, Peru und Frankreich insgesamt 7 Tatbeteiligte festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht werden.
Weiterhin konnten rund 2 Kilogramm Kokain sichergestellt werden.


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Letzte Änderung am 18.01.2020 20:33 von leverkusen.
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