Jäger und Gejagte: Nerius, Stahl und Molitor kämpfen um WM-Quali


Archivmeldung aus dem Jahr 2009
Veröffentlicht: 05.05.2009 // Quelle: TSV Bayer 04

Die Rechnung könnte ganz einfach sein: Drei Berlin-Ticket stehen zur Verfügung und in Steffi Nerius, Linda Stahl und Katharina Molitor haben gleich drei Speerwerferinnen des TSV Bayer 04 Leverkusen das Potenzial, Deutschland bei der Weltmeisterschaft (15.-23.08.) zu vertreten. Doch die Konkurrenz, angeführt von Christina Obergföll (LG Offenburg), möchte hier natürlich auch noch ein Wörtchen mitreden. So versprechen mindestens vier Kandidatinnen auf nur drei Plätze, eine spannende Saison zu werden.

Die Ausgangsposition ist folgende: Obergföll, die Deutsche Rekordhalterin, war im vergangenen Jahr die stärkste Werferin aus dem deutschen Lager (69,81 m). Doch direkt hinter ihr platzierte sich Steffi Nerius mit persönlicher Bestleistung von 68,34 Metern. So packte die 36 Jahre alte Leverkusenerin 2008 noch einmal fast zwei Meter auf ihre alte Bestmarke (66,52 m) drauf und zeigte, dass mit ihr für die Heim-WM zu rechnen ist.

Doch die Tickets nach Berlin sind heiß begehrt und Konkurrenz bekommt die arrivierte Athletin auch aus ihrer eigenen Trainingsgruppe: Linda Stahl und Katharina Molitor heißen die jungen Herausforderinnen, die gleichermaßen die WM als ihr Ziel ausgegeben haben. Im vorigen Jahr konnte Molitor ihre Leistung zum richtigen Zeitpunkt abrufen und schaffte die Qualifikation für die Olympischen Spiele. Stahl hingegen kam erst kurz vor den Weltspielen in China richtig in Fahrt, als sie beim Bayer-Meeting ihren Hausrekord um über drei Meter auf 66,06 Meter steigerte. Mit dieser Weite war sie zwar zu dem Zeitpunkt die drittbeste Werferin in Deutschland, der Zug nach Peking war allerdings schon abgefahren.

In diesem Jahr werden die Karten wieder neu gemischt und Molitor trat bisher als einzige der drei Leverkusenerinnen in Erscheinung. Bei der Winterwurf Challenge im März auf den Kanaren beförderte die 26-Jährige den Speer auf 59,75 Meter und setzte damit schon eine erste Duftmarke. Richtig in die Saison starten werden die drei allerdings erst Mitte Mai. Eigentlich sollte der „Super Grand Prix“ am 8. Mai in Doha (Katar) den Auftakt für Nerius, Stahl und Molitor bilden, jedoch wurde der Speerwurf kurzfristig aus dem Programm genommen und der Einstieg in die Saison dadurch nach hinten verschoben.

Während Molitor und Stahl nun bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften (16.05./17.05.) in Darmstadt ihr Debüt geben, wird sich Steffi Nerius eine Woche später in Halle (23.05./24.05.) zum ersten Mal der nationalen und internationalen Konkurrenz stellen. Doch Zweifel auf ihrem Weg nach Berlin hat Nerius keine. „Ich habe schon das Ziel, eine Medaille zu holen“, sagt die erfolgreichste deutsche Speerwerferin, die die WM als Abschluss ihrer Karriere eingeplant hat. „Dieses Jahr lege ich noch mal die volle Motivation rein und freue mich auf die Zeit danach.“ Danach bedeutet für sie den Kontakt zum Sport zu halten. Sie wird in Leverkusen als Trainerin in der Behinderten-Abteilung beschäftigt sein und ist auch sehr glücklich darüber einen „fließenden Übergang“ von ihrer Sportler-Karriere zum Beruf zu haben.

Aber auch ihre Herausforderinnen zeigen sich bereit für den Kampf um die Plätze. Katharina Molitor, die zeitweise auch in der ersten Bundesligamannschaft des TSV Bayer 04 als Mittelblock auf dem Volleyballfeld anzutreffen ist, stellt für ihr großes Ziel das zweite sportliche Standbein in den Hintergrund. Die Sport- und Geografie-Studentin betont, dass die Prioritäten für sie klar seien und sie ihre Bestleistung in diesem Jahr wieder weiter nach oben schrauben möchte: „Bei mir schwirrt so eine Weite von über 63 Metern im Kopf herum. Wenn das klappt, wäre das schon super.“ Auch Trainingskollegin Linda Stahl fühlt sich gut gerüstet. Die 24-Jährige befindet sich nach eigener Aussage in einer noch besseren Form als beim Bayer-Meeting, wo sie ihre Bestleistung aufstellte. „Wenn ich wieder so einen treffe wie im vorigen Jahr, dann kann es weit gehen.“

Wie weit es für die drei Leverkusenerinnen in dieser Saison wirklich geht, wird sich noch zeigen. Bei den Olympischen Spielen waren zwei der drei deutschen Finalistinnen vom TSV, vielleicht sieht man in diesem Jahr sogar alle drei „Roten“ im Finale der WM.


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Kategorie: Sport
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