Markus Esser von der Familienfreude beflügelt zur Goldmedaille


Archivmeldung aus dem Jahr 2007
Veröffentlicht: 22.07.2007 // Quelle: TSV Bayer 04

Für den Hammerwurf-WM-Vierten Markus Esser hat sich bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Erfurt das private Glück auch im Wettkampf bezahlt gemacht. Mit 78,48 Metern verteidigte der Leverkusener am ersten Wettkampftag seinen Titel erfolgreich. „Ich war eine Woche ohne meine Familie im Trainingslager und die Freude über das Wiedersehen hat mich noch bis heute beflügelt“, verriet er schmunzelnd sein Erfolgsrezept. Speerwurf-Silber und -Bronze gingen an die EM-Achte Annika Suthe (56,88 m) und U23-Europameisterin Linda Stahl (55,89 m). Ebenfalls die bronzene Plakette holte sich Langstrecklerin Melanie Kraus in 16:14,79 Minuten über 5000 Meter und die 4x100-Meter-Staffel mit Anne-Kathrin Elbe, Sorina Nwachukwu, Mareike Peters und Katharina Naumann in 45,06 Sekunden.

Nach dem Wettkampf trug der frischgebackene Vater Esser stolz ein T-Shirt, auf dem ein Foto seiner Tochter abgebildet war. Leandra unterstützte den Europacup-Zweiten natürlich auch im Stadion. Platz fünf ging mit 71,94 Metern an Benjamin Boruschewski, vor seinen Vereinskollegen Kamil Bethke an sechster Stelle (67,56 m), Sven Möhsner auf Rang sieben (65,77 m) und Benjamin Hedermann auf Acht (64,93 m).

Die widrigen Wetterbedingungen bescherten den Speerwerferinnen zwar keine guten Weiten, dafür aber zweimal Edelmetall. „Ich bin mit der Platzierung natürlich sehr zufrieden, mit der Weite allerdings nicht. Ich hatte gehofft, über 60 Meter werfen zu können“, sagte Suthe. Das Leverkusener Duo musste sich nur Europarekordlerin Christina Obergföll (LG Offenburg /66,59 m) geschlagen geben. Titelverteidigern Steffi Nerius war verletzungsbedingt nicht am Start.

Durch einen taktisch geschickten Lauf wurde Melanie Kraus mit der erhofften Medaille belohnt. Immer wieder übernahm die Zweite des Düsseldorf-Marathons die Führung der Verfolgergruppe und versuchte, auch ihre Mitstreiterinnen zu mehr Tempoarbeit zu animieren. „Ich wusste, dass ich von Anfang an etwas tun muss. Ich kann zwar länger ein hohes Tempo laufen, habe aber keinen richtigen Endspurt“, erklärte sie. Klare Siegerin wurde erwartungsgemäß die Kölnerin Sabrina Mockenhaupt in 15:23,71 Minuten vor Simret Restle (LG Eintracht Frankfurt/16:11,11 min).

Vom Ausfall der Zeitmessung profitierte Siebenkämpferin Jennifer Oeser als Dritte ihres 100-Meter- Hürden-Vorlaufes. Nach einer Kampfrichterentscheidung qualifizierten sich dadurch nicht wie regulär die zwei Schnellsten eines Vorlaufes, sondern die besten Vier fürs Finale. Dort belegte die EM-Vierte in 13,71 Sekunden den achten Rang. Platz sechs ging an die Staffel-Silbermedaillen-Gewinnerin der U23-EM, Anne-Kathrin Elbe, in guten 13,48 Sekunden.

Keinen guten Tag erwischten die Weitspringer. Der Europacup-Dritte Nils Winter kam mit 7,64 Metern nicht über Rang fünf hinaus. Schahriar Bigdeli landete nur zwei Zentimeter dahinter an sechster Stelle. Ebenfalls auf Platz sechs sprintete Mareike Peters über 100 Meter (11,81 sec). Im Vorlauf legte sie die Strecke in 11,70 Sekunden noch etwas schneller zurück. Aleixo-Platini Menga wurde in seinem Endlauf nach dem zweiten Fehlstart disqualifiziert.

Ohne Ergebnis blieb der Männer-Stabhochsprung mit acht Leverkusener Startern. Er wurde wegen des Regens abgebrochen und soll am Sonntag um 10.30 Uhr völlig neu gestartet werden.

Über 400 Meter erreichte Ingo Schultz als Vorlaufschnellster in 46,01 Sekunden das Finale. „Ich habe versucht, die Norm zu laufen, aber das war wohl etwas halbherzig“, sagte der Europameister von 2002 und fügte hinzu: „Man will ja noch nicht alle Karten offen legen.“ Für das Finale ist sein Ziel deswegen klar definiert: „Titel und Norm.“

Den schnelleren von zwei Vorläufen erwischte Mittelstreckler Ricardo Giehl über 1500 Meter. 3:47,87 Minuten und Platz fünf reichten dem Leverkusener zum sicheren Erreichen des Finales. Über die gleiche Distanz qualifizierte sich Kerstin Marxen als Vierte ihres Vorlaufes in 4:30,03 Minuten für den Endlauf. Diesen haben über 800 Meter auch Meike Flore auf Platz vier im Vorlauf in 2:07,25 Minuten und Annett Horna als Dritte in 2:08,26 Minuten erreicht.

Bei den gleichzeitig ausgetragenen Deutschen Jugend-Staffelmeisterschaften sind alle Leverkusener Teams in den Medaillenrennen am Sonntag mit von der Partie. Um eine Treppchenplatzierung will die 3x1000-Meter-Staffel mit Lukas Wüst, Paul Lehmann und Malte Pielhau kämpfen. Das Trio bot in 7:31,72 Minuten die drittbeste Vorlaufzeit. Auch die weibliche Jugend erreichte nach einer starken Aufholjagd von Schlussläuferin Lena Klaassen über 3x800 Meter das Finale. Zusammen mit Lena Kadlec und Julia Grüter benötigte sie 6:58,93 Minuten. Als Vorlaufzweite kamen Alyn Camara, Niklas Rothes, Kai Müncheberg und Thobias Steimels in 3:20,68 Minuten über 4x400-Meter direkt in den Endlauf.

Die kompletten Ergebnislisten sowie einen Live-Ticker am Sonntag gibt es auf www.leichtathletik.de.

Alle Leverkusener Top-Acht-Platzierungen des ersten Wettkampftages:

Männer: 5000 m: 4. Michael May 14:09,78 min; Weitsprung: 5. Nils Winter 7,64 m, 6. Schahriar Bigdeli 7,62 m; Hammerwurf: 1. Markus Esser 77,48 m, 5. Benjamin Boruschewski 71,94 m, 6. Kamil Bethke 67,56 m, 7. Sven Möhsner 65,77 m, 8. Benjamin Hedermann 64,93 m.

Frauen: 100 m: 6. Mareike Peters 11,81 sec; 5000 m: 3. Melanie Kraus 16:14,79 min; 100 m Hürden: 6. Anne-Kathrin Elbe 13,48 sec, 8. Jennifer Oeser 13,71 sec; 4x100 Meter: 3. TSV Bayer 04 (Anne-Kathrin Elbe, Sorina Nwachukwu, Mareike Peters Katharina Naumann) 45,06 sec; Speerwurf: 2. Annika Suthe 56,88 m, 3. Linda Stahl 55,89 m, 5. Katharina Molitor 54,87 m.


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

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