DJM: Nachwuchs übertrifft mit vier Titeln die eigenen Erwartungen


Archivmeldung aus dem Jahr 2005
Veröffentlicht: 31.07.2005 // Quelle: TSV Bayer 04

Der Leverkusener Leichtathletik-Nachwuchs hat bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Braunschweig seine Leistungsstärke unterstrichen und mit vier Gold-, zwei Silber- sowie drei Bronzemedaillen die eigenen Erwartungen übertroffen. Bei der Gesamtzahl der Medaillen erreichten die Bayer-04-Athleten fast das starke Vorjahresergebnis, als in Jena fünf goldene, vier silberne und eine bronzene Plakette gewonnen wurden. 21 Top-Acht-Platzierungen 2004 stehen in diesem Jahr 20 gegenüber.

Allen voran triumphierten in Braunschweig die Bayer-04-Athleten, die schon in den Vorwochen bei den internationalen Nachwuchsmeisterschaften auf sich aufmerksam gemacht hatten. Der U18-WM-Sechste über 800 Meter, Robin Schembera, gewann die 1500 Meter der Jugend B (3:55,94 min), der U18-WM-Siebte Marvin Reitze holte sich den Stabhochsprung-Titel der B-Jugend (5,05 m) und die U20-EM-Achte Annett Horna erlief Gold über 800 Meter (2:09,75 min). Zudem siegte die 4x100-Meter-Staffel der weiblichen Jugend A mit der U20-EM-Siebten über 100 Meter Hürden, Anne Kathrin Elbe (46,39 sec).

Weiteres Edelmetall erkämpften die B-Jugendliche Julia Förster über 100 m Hürden (13,75 sec), Werfer Roman Stoutjesdijk, der in der B-Jugend Zweiter mit dem Diskus (51,48 m) und Dritter mit der Kugel (17,00 m) wurde, sowie die beiden A-Jugendlichen Werfer Clara Elsner (Speer/Dritte/45,55 m) und Benjamin Hedermann (Hammer/Dritter/69,71 m).

Von dem starken Ergebnis überrascht zeigten sich auch die verantwortlichen Bayer-04-Nachwuchstrainer: „Das fast alle unsere Asse stechen, war im Vorfeld nicht zu erwarten“, meinte der für die weibliche Jugend zuständige Manfred Fink und Ingrid Thyssen, für den männlichen Bereich hauptverantwortlich, ergänzte: „Wir haben ein hervorragendes Gesamtbild abgegeben und in allen Klassen mindestens eine Medaille gewonnen.“

Die große Ausbeute überrascht besonders, weil die Leverkusenern sogar auf drei ihrer stärksten Nachwuchskräfte verzichten mussten. Weitspringer Sebastian Bayer, der vor Wochenfrist bei der U20-EM in Kaunas/Litauen Silber gewonnen hatte und in Braunschweig klarer Goldfavorit gewesen wäre, liegt mit einem komplizierten Fußbruch im Krankenhaus. 400-Meter-Läuferin Sorina Nwachukwu laboriert an den Nachwirkungen einer Nebenhöhlenentzündung und bei der deutschen Jugend-Hallenmeisterin im Stabhochsprung, Marlen Spielvogel, ist am Tag vor den Titelkämpfen eine alte Wadenverletzung wieder aufgebrochen.

Am Start Letzter, auf der Ziellinie klar in Front, war 1500-Meter-Mann Robin Schembera. Der 16-Jährige verschlief nach eigener Aussage den Beginn des Rennens und musste deshalb das Feld von hinten aufrollen. Doch davon ließ sich der von Adi Zaar betreute Schüler des Landrat-Lucas-Gymnasiums nicht schocken: „Ich bin als Letzter in die erste Kurve gegangen habe dann erst einmal alle rechts überholt, um mich hinter den Zweiten zu hängen.“ Diese gute Ausgangsposition nutzte Schembera, um sich auf der letzten Runde wie schon unterm Hallendach den Titel zu sichern. Dabei hatte er im Ziel über eine Sekunde Vorsprung.

Dass seine gewohnten Stäbe fehlten, weil sie auf dem Rückweg von den U18-Weltmeisterschaften in Marrakesch verloren gegangen waren, schien für Marvin Reitze kein großes Handicap. „Verunsichert hat mich das nicht“, meinte der von Christine Adams und Ingrid Thyssen betreute 16-Jährige, der in Braunschweig erstmals zum nationalen Meistertitel flog und dabei die neue Bestleistung von 5,05 Metern überquerte (bisher 5,01). Dabei nutzte er 4,90 Meter lange Arbeitsgeräte. Bis dato war er 4,60 Meter gewohnt. „Marvin ist halt cool“, kommentierte Christine Adams die Gelassenheit, mit der ihr Schützling das vermeintliche Handicap in Kauf genommen hatte und kündigte zugleich an: „Im Wettkampf werden wir jetzt wohl dauerhaft auf 4,90-Meter-Stäbe umsteigen.“

Mit den beiden B-Jugendlichen Julia Förster und Jessica Weiche auf den ersten zwei Abschnitten laufend, stürmte die A-Jugend-Staffel über 4x100 Meter zu Gold. Schnell ging das Team in Führung und diese ließen sich Anne-Kathrin Elbe und Mareike Peters auf den letzten 200 Metern auch nicht mehr abnehmen. „Mich freut, dass unsere Taktik, die zwei schnellsten B-Jugendliche in die A-Jugend-Staffel zu nehmen, aufgegangen ist“, sagte Trainer Fink. „Die beiden Youngster haben sich toll geschlagen. Dass es trotz des Ausfalls von Sorina Nwachukwu zu Gold gereicht hat, ist phantastisch. Denn starken fünften Platz der geschwächten B-Jugend-Staffel sollten wir darüber aber auch nicht vergessen.“

Wenig später wurde Finks Freude jedoch durch eine Verletzung von Mitfavoritin Anne-Kathrin Elbe im A-Jugend-Zwischenlauf über 100 Meter Hürden getrübt. Die dreifache B-Jugendmeisterin von 2004 knickte um, erlitt eine Fußverletzung und konnte deshalb zum Endlauf nicht mehr antreten: „Das hat auch mit der Zeitplanverschiebung zu tun, die wegen der Star-Leichtathletik der ARD am Samstag nötig war. Nach dem Staffel-Finale konnte sich Anne-Kathrin nicht ein einziges Mal über die Hürden einlaufen, weil nur wenige Minuten zwischen ihrem Vorlauf und dem Zieleinlauf der Staffel lagen“, erklärte Fink. „Ich habe nichts gegen solche Showaktionen wie Star-Leichtathletik, doch der Sport sollte darunter nicht leiden.“ Die ARD hatte die Sendung am Samstagabend in Braunschweig produziert, weshalb es im Vorfeld gravierende Zeitplanverschiebungen gegeben hatte. Einzelne Wettbewerbe wurden um einen ganzen Tag verlegt.

Eine souveräne Vorstellung bot Annett Horna über 800 Meter. Um die Stärke ihrer Mitläuferinnen wissend, setzte sie sich von Beginn an die Spitze des Feldes und erhöhte nach und nach das Tempo, ehe das Cresendo der 18-Jährige in ihrem bekannt guten Spurt endete. „Das ging heute ganz locker“, berichtete sie von ihrem Rennen.

Ganz eng ging es dagegen über 100 m Hürden der weiblichen Jugend B zu. Silber holte sich Julia Förster. In 13,75 Sekunden überquerte die Nachwuchssprinterin die Ziellinie, Siegerin Jennifer Reinelt vom 1. FC Passau war sechs Hundertstel schneller, die drittplatzierte Alexandra Sladek (MTV 79 München) nur eine Hundertstel langsamer. „Es war beeindruckend, wie konzentriert Julia an die ihre Rennen gegangen ist und wie sie im Endlauf bis auf eine Hundertstel an ihre Bestzeit herankam“, meinte Coach Erik Schneider beeindruckt.

Gleich zwei Meisterschaftsmedaillen erkämpfte Wurftalent Roman Stoutjesdijk. Der Schützling von Ingrid Thyssen warf den Diskus auf die neue persönliche Bestleistung von 51,48 Metern und wurde dafür mit Silber belohnt. Für 17,00 Meter im Kugelstoßen gab es Bronze. Schon im Vorfeld hatte ihn seine Trainerin auf der Rechnung: „Wenn es gut läuft, kann er eine Medaille holen“, meinte sie und sollte mit ihrer Einschätzung Recht behalten. Dass es dann sogar zwei Plaketten wurden, überraschte sie aber doch: „Dabei stehen wir doch erst am Anfang. Aber Roman ist schon jetzt ein sehr sicherer Wettkämpfer.“ Im vergangenen Herbst war Stoutjesdijk aus Düsseldorf nach Leverkusen gewechselt.

Ganz nah an seine Bestleistung kam Hammerwerfer Benjamin Hedermann, der mit 69,71 Metern Dritter wurde. Der Hausrekord des von Gerhold Wohlfarth betreuten U20-EM-Starters liegt bei 70,10 Metern. Gleich im ersten Speerwurf-Versuch schaffte Clara Elsner in der weiblichen Jugend A 45,55 Meter. Damit landete die von Helge Zöllkau betreute Athletin in der Endabrechnung wie bei den Deutschen Jugend-Winterwurfmeisterschaften in diesem Jahr auf Platz drei.

Alle Leverkusener Finalplatzierungen der Meisterschaften:

Männliche Jugend A: 800 Meter: 7. Tim Schwarzmeier 1:54,08 Minuten; Dreisprung: 7. Henrik Beerlage 14,15 m; Hammerwurf: 3. Benjamin Hedermann 69,71 m, 6. Pascal Tang 63,42 m.

Weibliche Jugend A: 800 Meter: 1. Annett Horna 2:09,75 min; 4x100 Meter: 1. Julia Förster – Jessica Weiche – Anne-Kathrin Elbe – Mareike Peters 46,39 Sekunden; Kugelstoß: 8. Kirstin Schaddach 12,73 m; Speerwurf: 3. Clara Elsner 45,55 m, 6. Sonja Denis 43,95 m.

Männliche Jugend B: 1500 Meter: 1. Robin Schembera 3:55,94 min; 400 Meter Hürden: 8. Jens Bruch 56,74 sec; 4x100 Meter: 8. Kai ZankeTobias Steimels – Marvin Reitze – Lars Kruse 43,41 sec (VL: 43,22 sec); Stabhochsprung: 1. Marvin Reitze 5,05 m; Kugelstoß: 3. Roman Stoutjesdijk 17,00; Diskuswurf: 2. Roman Stoutjesdijk 51,48 m; Hammerwurf: 5. Fabian Hedermann 59,62 m, 7. Sebastian Heiser 59,36 m.

Weibliche Jugend B: 100 m Hürden (0,4 m/s Rückenwind): 2. Julia Förster 13,75 sec; 4x100 Meter: 5. Nadine DellhofenDaniela FinkAndrea MaasLisette Thöne 48,44 sec (Vorlauf: 48,34 sec); Diskuswurf: 8. Daniela Fink 40,24 m.

Die kompletten Ergebnisse gibt es unter www.leichtathletik.de.


Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

Kategorie: Sport
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