Wie Sorina Nwachukwu aus der Not eine Tugend machte - Leverkusen


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Wie Sorina Nwachukwu aus der Not eine Tugend machte

Veröffentlicht: 07.12.2004 // Quelle: TSV Bayer 04

Weil sie im Kurzsprint am Anfang der Saison nicht in Fahrt kam, wechselte die Leverkusenerin kurzerhand auf die 400 Meter und wurde mit der deutschen Staffel bei der Junioren-WM in einer exzellenten Zeit Vierte.

Es begann als Experiment mit völlig offenem Ausgang und brachte durchschlagenden Erfolg. Als die Leverkusener Kurzsprinterin Sorina Nwachukwu im April und Mai 2004 Schwierigkeiten hatte, das nötige Tempo für die Saison aufzunehmen und ihre Chancen auf einen Staffelplatz bei den Junioren-Weltmeisterschaften schon dahinschwanden, ließ Trainer Manfred Fink sie probehalber 400 Meter laufen. Gut zwei Monate später gehörte die 17-Jährige zum erfolgreichen deutschen 4x400-Quartett, das im italienischen Grosseto mit 3:33,51 Minuten die schnellste Zeit einer deutschen Nachwuchsstaffel seit 1996 lief und Platz vier belegte.

Dabei hatte Nwachukwu ihre Premiere auf der Stadionrunde erst am 13. Juni bei den Nordrheinmeisterschaften in Wesel gefeiert. 55,32 Sekunden brachte sie damals auf die Bahn und ließ Manfred Fink staunen: „Das war für ihr erstes Rennen eine phantastische Leistung.“ Zudem klärte er über das Zustandekommen des Experiments auf: „Sorina ist im Sprint momentan so unerklärlich schwach, dass klar ist, sie kann es nicht in die 4x100-Meter-Staffel schaffen, die zur Junioren-WM fährt. Sie ist aber voll motiviert und hat die Ausdauerfähigkeiten. Deshalb haben wir es mal über die 400 Meter probiert.“

Doch der geglückte Test war längst noch nicht die WM-Fahrkarte. Die musste Nwachukwu bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Jena (2. bis 4. Juli) lösen. Dort war für die B-Jugendliche ein Start in der A-Jugend nötig. Und nicht nur ein Start, sie musste auch noch vorne landen. Als sie ohne Schwierigkeiten den Vorlauf überstanden hatte, war ihre Chance gekommen. Mutig lief sie das Finalrennen an, zog mit der Führenden Anja Pollmächer (LAC Erdgas Chemnitz) gleich und lag in deren Sog auf einem Medaillenrang. Doch 50 Meter vor dem Ziel kam der berüchtigte Mann mit dem Hammer. „Da ging nichts mehr“, erinnert sie sich zurück. Trotzdem erreichte Nwachukwu noch als Vierte das Ziel (55,25 sec) und durfte weiter auf den Grosseto-Startplatz hoffen. Zwei Tage später herrschte dann Gewissheit. Der DLV hatte die Leverkusenerin, die in Jena neben den 400 Metern auch die 4x100 Meter mit der B-Jugendstaffel ihres Vereins lief und dort maßgeblichen Anteil am Gewinn der Goldmedaille hatte, für die Junioren-WM nominiert.

„Viele haben ja Respekt vor der Strecke. Ich nicht“, sagt die in Witten geborene und jetzt in Eschweiler lebende Tochter eines Nigerianers und einer Deutschen. „Ich hatte gar nicht so sehr darüber nachgedacht, wie lang 400 Meter sind.“

Eineinhalb Monate nach der Deutschen Meisterschaft führte Nwachukwu das deutsche Staffel-Quartett bei der Junioren-WM als Startläuferin auf den vierten Platz und zur schnellsten Zeit seit 1996. Nur die siegreichen USA (3:27,60 min), Russland (3:30,03 min) und Jamaika (3:30,37 min) waren in dem Rennen besser. „Grosseto war meine erste internationale Meisterschaft und total aufregend. Bei der Staffel gehen die 400 Meter viel schneller vorbei, als wenn man sie alleine läuft.“

Trotz des Erfolges möchte sie in der Saison 2005 aber wieder auf die kürzeren Sprintstrecken zurückkehren. „Ich liebe die 100 und 200 Meter Da muss alles stimmen, wenn man gewinnen will. Die 400 Meter werden dagegen taktischer gelaufen. Da kann man auch mal einen Fehler wieder ausmerzen.“ Sie wolle sich noch nicht für das eine oder das andere entscheiden müssen, erzählt Nwachukwu. „Ich werde vorläufig zweigleisig fahren.“

Das Talent zum Sprinten bekam die Gymnasiastin übrigens in die Wiege gelegt. Vater Godson gewann als 16-Jähriger die „All Nigerian Athletics Championchips“ über 100 und 200 Meter und war zudem Kapitän der U16-Fußball-Nationalmannschaft seines Heimatlandes. Heute schaut er zu, wenn Tochter Sorina über die Bahn rauscht. Und manchmal schnürt er sogar noch selbst die Spikes.


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