Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) hat in einer Schwerpunktaktion vom 12. bis 18. Oktober 144 Verstöße gegen die Sauberkeit im Leverkusener Stadtgebiet festgestellt. Wer dabei erwischt wurde, muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen.
Für eine Woche waren Mitarbeitende des KOD teils in Zivil im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um gezielt an bekannten Problemstellen nach Verstößen zu suchen. Im Fokus standen dabei die Fußgängerzonen, der Busbahnhof in Wiesdorf sowie das Umfeld von Wertstoffinseln und Altkleidercontainern – Orte, die bei der Stadt regelmäßig als Müllschwerpunkte gemeldet werden.
Das Ergebnis: 144 festgestellte Verstöße, bei denen es sich überwiegend um achtlos weggeworfenen Kleinmüll wie Zigarettenkippen, Essensreste und Verpackungen handelte. Besonders auffällig: In vielen Fällen befanden sich Abfallkörbe oder Aschenbecher in unmittelbarer Nähe – genutzt wurden sie trotzdem nicht.
Wer beim Wegwerfen von Müll erwischt wird, erhält einen Bußgeldbescheid von der Zentralen Bußgeldstelle. Bereits kleinere Verstöße kosten in der Regel mindestens 100 Euro. Der Rat der Stadt Leverkusen hatte erst am 7. Oktober 2024 beschlossen, das Bußgeld für erhebliche Vermüllungen und Verunreinigungen auf mindestens 400 Euro anzuheben. Bei illegalen Müllentsorgungen größeren Ausmaßes sieht das Kreislaufwirtschaftsgesetz Geldbußen von bis zu 100.000 Euro vor.
Neben dem optischen Ärgernis weist die Stadt auf handfeste Gesundheits- und Umweltrisiken hin. Besonders problematisch sind Zigarettenkippen: Laut Naturschutzbund Deutschland (NABU) gelangen die wasserlöslichen Schadstoffe wie Nikotin über Regenwasser in Bäche, Flüsse und letztlich ins Meer, wo sie Insekten und Wasserorganismen schädigen. Hinzu kommt Mikroplastik aus den Kunststofffiltern (Zellulose-Acetat), das in die Umwelt gelangt. Achtlos weggeworfene Essensreste wiederum können Schädlinge wie Ratten anziehen.
Die Schwerpunktaktion war kein einmaliges Ereignis. Der KOD wird die Kontrollen an den bekannten Müll-Schwerpunkten im Rahmen der regulären Einsatzplanung fortführen – weiterhin auch mit Zivilkräften. Die Stadt Leverkusen verbindet damit die Hoffnung, dass konsequente Sanktionen langfristig zu einem Umdenken bei den Betroffenen führen und das Stadtbild dauerhaft sauberer wird.