Friedenberger Hof

Habe ich nur den Eindruck
oder haben wir den gleichen Geschmack ?
Irgendwann erwähnte jemand mir gegenüber den denkmalgeschützten Friedenberger Hof in Opladen (Am Kreispark 22; Karte: B2/B3) ... und ich wußte nicht, wo der lag. Da ich ein Fan von alten Gemäuern bin, wollte ich mehr herausfinden.
Doch ganz ehrlich, wo fängt man da an ?
Im Telefonbuch ist gerade noch das Museum
Schloß Morsbroich
zu finden. Also habe ich verschiedene Bücher über Leverkusen gewälzt und
fand die ersten Informationen:
Ein Rittersitz etwa aus dem
14./15. Jahrhundert, schön gelegen
hoch (up ladhin) über einem Steilhang zur Wupper,
nach Süden und einem Graben nach Norden, unweit von Trinkwasser und guten Weidegründen
ein ehemaliges Herrenhaus mit Treppengiebel, Rundturm und gewundener Turmtreppe
im Inneren.
Wupper - ein guter
Anhaltspunkt. Auf einem Stadtplan
fuhr ich der
Wupper entlang und tatsächlich gab (gibt) es
einen entsprechenden Eintrag.
Oberhalb der Wupperaue, genauer gesagt "Am Kreispark" steht ein vor längerer Zeit
(1965-1971) von Grund auf renoviertes Gebäude,
das laut einer Unterlage aus 1992 die Ausstellung der
Kunstsammlung "Ludwig Gies" beheimatet. Nach der Renovierung war hier zeitweise die
Kreisergänzungsbücherei untergebracht.
Ganz in der Nähe ist übrigens die Villa Römer,
in dem das
stadtgeschichtliche Dokumentationszentrum untergebracht ist und auch das
Stadtarchiv mit vielen Fotografien aus Leverkusen.
Noch ein paar historische Fakten und Vermutungen:
-
Keine fortifikatorischen Merkmale, wie Gräben, Wälle, Mauern oder
Wehrtürme weisen auf eine frühe Gründung hin. Auch schließt der Standort in nur einseitig
geschützter Lage den
Wehrcharakter aus.
-
1359: Der
Ritter Gottschalk Starke von Uplaiden
bewohnt einen Hof in Steyne up den Berch.
Dort, up den Steinen zu Upladen, der auch der Platz des Bergischen Ritter- und
Hauptlandgerichtes ist.
-
Herrensitz im Dienste der bergischen Landesherren im 14. Jahrhundert.
-
1459 lebt Dierig Vrede auf dem Hof, von
dessen Namen die Bezeichnung
Friedenberger Hof
abgeleitet ist.
-
Das heutige Gebäude entstammt im wesentlichen dem 16. Jahrhundert, als die reichen
Herren von Quadt Besitzer waren.
-
bis 1803 lebte hier Rat Vincenz Josef Deycks,
der von 1813 bis 1815 Bürgermeister
von Opladen war
-
anschließend siedelten hier sein Schwager
Jakob Salentin von Zuccalmaglio und seine Frau
Clara Deycks mit ihrem ersten Sohn, dem
späteren Volksliedforscher und
Dichtermusiker
Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1803-1869) von
Waldbröhl hierhin
über. Salentin war Advokat und Notar am Gericht des Amtes Miselohe, seit 1804 Notar
in Schlebusch und 1812 Gründer der "musicalischen Academie von 1812 in Burscheid"
- Ihnen folgte der Fabrikant Julius Uhlenberg
-
Seit 1983 ist die Zentrale des Zentralverbandes der Historischen Deutschen
Schützenbruderschaften dort untergebracht.
Zu Zeiten meines Opas war der Friedenberger Hof sogar noch ein Bauernhof mit angebauter Scheune.
Stallungen und Scheune wurden 1964 abgerissen.
1833 wurde der Hof von einem Bauer namens Werner gepachtet, der den einstmals höheren Turm verkürzt haben soll.
Ihm folgte die Familie Rökel und der Bauer Kohnen, der in der Wupper ertrunken sein soll, sowie die Familie Schlieper (Heinrich), die bis zum Abriß des Hofes blieb.
Oder habt ihr mehr Informationen oder Anmerkungen?
Dann schreibt mir doch mal.
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